Fünf Monate Vollsperrung

Großbaustelle blockiert die Stadt

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Fünf Monate lang wird eine Großbaustelle in der Eckenheimer Landstraße den gesamten Verkehr im Frankfurter Nordend behindern. Für insgesamt 19 Millionen Euro werden zwei neue oberirdische U-Bahn-Stationen gebaut.

Es ist ein unglückliches Zusammentreffen: In den Osterferien ist nicht nur der S-Bahn-Tunnel gesperrt, sondern auch die gesamte südliche Eckenheimer Landstraße. Und zwar nicht nur für wenige Wochen, sondern gleich für fünf Monate. Am 29. März wird an den U-Bahn-Stationen Musterschule und Glauburgstraße mit dem Bau von 75 Meter langen Hochbahnsteigen begonnen. Es wird während der Bauzeit zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen.

Über das Bauprojekt wird seit Jahren kontrovers diskutiert, mehrmals wurde der Zeitplan verschoben. „Manche haben gedacht, es geht nie mehr los“, sagte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Freitag. Einige Bürger aus dem Nordend haben sogar darauf gehofft. Sie fürchten, dass die Hochbahnsteige wie eine Barriere in der Eckenheimer Straße wirken und die Verkehrssicherheit gefährdet wird. Doch wegen dieser Einwände hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) in einem Architektenwettbewerb besonders stadtverträgliche Lösungen suchen lassen.

Ein Nordend-Bewohner hat versucht, mit einer Klage den Baubeginn noch aufzuhalten. Doch in der vergangenen Woche hat der Verwaltungsgerichtshof in Kassel einen Aufschub abgelehnt. Laut VGF-Geschäftsführer Michael Budig haben die Richter in der Begründung erkennen lassen, dass sie der Klage auch in der Hauptsache wenig Aussicht auf Erfolg geben.

Deshalb werden in gut einer Woche die Bagger anrollen. Mit verschiedenen Faltblättern informiert die VGF derzeit Anwohner, Schüler und Fahrgäste über die Änderungen während der Bauzeit, die bis Ende August angesetzt ist. Folgende Punkte sind zu beachten:

Die Eckenheimer Landstraße ist zwischen Oeder Weg und Anlagenring für den Verkehr komplett gesperrt. Lediglich für Anlieger und Notfälle gibt es eine Spur in Nord-Süd-Richtung. Autofahrer sollen auf den Oeder Weg und die Friedberger Landstraße ausweichen, für Radfahrer ist eine Umleitung über Humboldt- und Weberstraße ausgeschildert.

Die U 5 verkehrt während der gesamten Bauzeit nur zwischen Preungesheim und der Station Marbachweg/Sozialzentrum. Von dort aus verkehren Ersatzbusse über Eckenheimer Landstraße, Nibelungenallee und Friedberger Landstraße zur Konstablerwache. Dort können Fahrgäste, die zum Hauptbahnhof wollen, in die U 4 umsteigen, die während der Bauzeit verstärkt wird.

Von der Eckenheimer Landstraße aus müssen Fahrgäste ungefähr 500 Meter Fußweg bis zu den Ersatzhaltestellen in der Friedberger Landstraße in Kauf nehmen. Dort können sie nicht nur auf die Ersatzbusse, sondern auch auf die Straßenbahnen der Linien 12 und 18 ausweichen. Eine weitere Alternative bietet die Buslinie 36, für die im Oeder Weg an der Kreuzung Glauburgstraße eine zusätzliche Haltestelle eingerichtet werden soll.

Während der Bauzeit entfallen in der Eckenheimer Landstraße 47 Anwohnerparkplätze. Als Ersatz werden 44 Abstellmöglichkeiten auf den Gleisen geschaffen, die wegen der Baustelle nicht befahren werden.

In der Regel wird von Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr gearbeitet. Nur im Sommer, wenn an der Kreuzung Eckenheimer Landstraße/Glauburgstraße das vorhandene Gleisdreieck erneuert wird, rücken die Bautrupps auch nachts und sonntags an.

Wenn die Arbeiten Ende August beendet sind, werden die Anwohner belohnt: An den beiden neuen Haltestellen ist dann ein barrierefreier Einstieg an den meisten Türen möglich. Von September an werden nur noch U-Bahnen der neuesten Generation eingesetzt. Zunächst verkehren diese mit zwei Wagen. Spätestens wenn die U-Bahn-Verlängerung ins Europaviertel fertig ist, wird ein dritter Wagen angehängt.

Aktuelle Infos zu den Bauarbeiten gibt es bei der VGF unter der Telefonnummer 0171 86 24 191.

(mu)

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