fff_Literaturlounge_Haus_am
+
Autor Manuel Menrath liest aus seinem Buch "Unter dem Nordlicht" im Rahmen der LiteraturLounge im Haus am Dom.

Frankfurt: Beliebte Veranstaltungsreihe

Großer Bahnhof für Literatur

  • vonAlexandra Flieth
    schließen

Trotz Corona findet die beliebte Veranstaltungsreihe "LiteraturBahnhof" im Haus am Dom und im Haus des Buches statt.

Frankfurt -Auch wenn die Buchmesse in diesem Jahr nicht in ihrer gewohnten Form mit Ausstellern und Besuchern über die Bühne gehen wird, gibt es für Literaturbegeisterte die Möglichkeit, Autoren bei Lesungen mit daran anschließend moderierten Gesprächen live in der Stadt zu erleben. Seit mehreren Jahren organisiert Lothar Ruske vom Verein "Kultur & Bahn" den "LiteraturBahnhof" und die "LiteraturLounge", die sich als Begleitprogramm zur Buchmesse fest etabliert haben. Ausgewählte Autoren stellen dort ihre Neuerscheinungen vor.

Die Veranstaltungsreihe hat gestern im Haus am Dom begonnen. Als Auftaktveranstaltung nahm die "LiteraturLounge" traditionsgemäß Bezug zum geplanten Gastland der Buchmesse, das 2020 Kanada ist. Der Schweizer Historiker und Autor Manuel Menrath las im Haus am Dom aus seinem Buch "Unter dem Nordlicht" vor, in dessen Mittelpunkt das Leben der nordkanadischen Indianer und der Blick auf ihr Land stehen - in Interviews erzählt, die der Autor mit ihnen geführt hat.

Von Mittwoch, 14., bis zum Sonntag, 18. Oktober, stehen in der Reihe "LiteraturBahnhof" im Haus des Buches in der Braubachstraße 16 und im Haus am Dom weitere Lesungen auf dem Programm. Den Beginn macht am 14. Oktober um 13 Uhr die Autorin Olga Grjasnowa mit ihrem im Nordkaukasus des 19. Jahrhunderts angesiedelten Roman "Der verlorene Sohn". Bis einschließlich Samstag, 17. Oktober, soll es im Haus des Buches täglich vier Lesungen geben, immer beginnend um 13 Uhr und mit jeweils einer Dauer von 45 Minuten.

"Nach jeder Lesung wird der Raum ebenfalls 45 Minuten lang gelüftet", erklärt Organisator Lothar Ruske. Natürlich gelten auch für den "LiteraturBahnhof" in Zeiten von Corona besondere Hygieneregeln für Besucher und Akteure. "Die Zahl der Plätze im Haus des Buches ist auf 35 begrenzt. Jeder, der bei einer der Lesungen dabei sein möchte, sollte sich vorher per E-Mail anmelden", empfiehlt Ruske. Für die Abschlussveranstaltung am Sonntag, bei der Annegret Held aus ihrem dritten Westerwald-Roman "Eine Räuberballade" im Haus am Dom lesen wird, gebe es bereits eine Warteliste. Weitere Autoren sind (Auswahl): Ilona Hartmann "Land in Sicht", Jürgen Hosemann "Das Meer am 31. August", Laura Lichtblau "Schwarzpulver", Pierre Jarawan "Ein Lied für die Vermissten", Kai Wieland "Zeit der Wildschweine", Tanja Paar "Die zitternde Welt", Jens Steiner "Ameisen unterm Brennglas" oder Zora del Buono "Die Marschallin". Der Zutritt zu den Veranstaltungsorten ist nur mit Mund-Nasen-Schutz möglich. "Jeder bekommt einen Stuhl zugewiesen und darf nur auf diesem Stuhl sitzen. Zwischen den Stühlen wird der erforderliche Abstand eingehalten", erklärt Ruske. Solange Besucher auf ihren Plätzen sitzen, können sie den Mund-Nasen-Schutz abnehmen, wenn sie es möchten. "Jeder muss auch seine Kontaktdaten nennen. Dafür haben wir ein Formular vorbereitet, dass wir, nachdem es ausgefüllt ist, in einer verschlossenen Box aufbewahren." Das Hygienekonzept sei in Absprache mit dem Haus des Buches und dem Haus am Dom erfolgt. Auf eines möchte der Organisator noch hinweisen: "Die Bücher können auch vor Ort gekauft werden, doch nicht jeder Autor ist wegen Corona bereit, sein Werk zu signieren."

Ruske freut sich, dass es auch in den aktuellen Zeiten möglich war, ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen. "Am Anfang war vieles nicht eindeutig, weil niemand so genau wusste, welche Autoren nach Frankfurt geschickt werden können", sagt Ruske. "Als alles geklärt gewesen ist, verlief die Organisation eigentlich wie immer." Lothar Ruske steht in Kontakt mit den Verlagen, die ihm, wie er erzählt, regelmäßig Autoren für die Veranstaltungsreihe vorschlagen.

Wegen der Corona-Pandemie musste aber auch auf Bewährtes verzichtet werden: So entfällt die Autorengesprächsrunde beim Sparda-Bank-Autorenstammtisch sowie die Vorstellung einzelner Gastlandautoren. Aus organisatorischen Gründen gibt es in diesem Jahr auch keine Kriminacht. Dieser Ausfall soll im kommenden Jahr mit einer Matinee zum Thema "Kriminalliteratur" nachgeholt werden.

Anmeldungen und Programm

Das Programm gibt es unter www.kulturundbahn.de im Internet. Der Eintritt zu den Lesungen ist frei. Anmeldungen per E-Mail an l.ruske@lothar-ruske-pr.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare