An der Grube Messel machen Archäologen einen spektakulären Fund. Der gefundene Vogel wirft trotzdem Fragen auf.
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An der Grube Messel machen Archäologen einen spektakulären Fund. Der gefundene Vogel wirft trotzdem Fragen auf.

Grube Messel

Forscher machen „Ausnahmefund“ bei Grabung – bisher nicht bekannte Tierart entdeckt

  • VonSebastian Richter
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Das Fossil einer bisher unbekannten Vogelart wird in der Grube Messel geborgen. Das Tier stellt die Forscher vor Rätsel.

Frankfurt/Messel – In Messel ist Wissenschaftlern des Senckenberg-Grabungsteams ein „Ausnahmefund“ gelungen. Die Forscher brachten das Fossil einer Vogelart zutage, die bisher nicht katalogisiert wurde. Sie wurde in der Grube Messel bei Darmstadt entdeckt, berichtet das Senckenberg Museum Frankfurt am Mittwoch (07.07.2021).

Das Tier habe etwa die Größe einer Kohlmeise, einen gebänderten – also gestreiften – Schwanz und einen kompakten, kurzen Schnabel. Laut der Sprecherin wurden in der ersten Hälfte der Grabungssaison bisher 500 Funde gemacht. Darunter: zahlreiche Insekten, Pflanzen und Fische. Die Funde werden nach der Saison im Herbst und Winter präpariert. Im letzten Jahr entdeckten die Forscher eine der ältesten bekannten Fossilien einer Pythonart* in der Grube Messel.

Spektakulärer Fund in der Grube Messel: Ausgrabungen lange nicht zu Ende

Die Grube Messel im Landkreis Dieburg-Darmstadt ist ein stillgelegter Ölschieferbau. 1995 wurde sie zum Unesco-Weltnaturerbe ernannt. Die Grube brachte zahlreiche Funde hervor, die von Expertinnen und Experten auf der ganzen Welt wegen ihrer hervorragenden Qualität geschätzt werden. Viele der Schätze aus der Grube Messel werden in einem Museum in Kelkheim bei Frankfurt ausgestellt.

Und die Grabungen sind erst an ihrem Anfang. „Der neue, außergewöhnlich gut erhaltene Fund der uns bisher unbekannten Vogelart zeigt, dass wir dennoch weit davon entfernt sind, die Artenvielfalt in der Vogelwelt Messels vollständig erfasst zu haben“, sagte Gerald Mayr, Ornithologe am Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt. Bisher wurden den Angaben zufolge über 70 Arten und viele Hundert Einzelfunde aus der Grube Messel in der Nähe von Darmstadt geborgen. Etwa 48 Millionen Jahre sind die Gesteinsschichten alt. Der neueste Fund stammt aus den Ölschieferschichten der Grube.

Das Fossil einer unbekannten Vogelart wurde bei Grabungsarbeiten in der Grube Messel gefunden. Nach Angaben von Wissenschaftlern in Frankfurt handelt es sich um einen „Ausnahmefund“.

Fund aus der Grube Messel stellt Forscher in Frankfurt vor ein Rätsel

Doch wie genau der Vogel gelebt haben könnte, lässt sich bisher nicht sagen. Über seine Lebensweise zu spekulieren, sei noch zu früh, hieß es. Die Entdeckung ist für die Forscher widersprüchlich: Zwar erscheine der Schnabel „greifvogelartig“, aber die Füße und Krallen des Tiers zeigen nicht, dass es sich um einen „Mini-Greifvogel“ handelt. „Wahrscheinlicher ist, dass sich der Vogel von Früchten oder Insekten ernährt hat. Genaueres ist aber erst nach der endgültigen Präparation zu sagen“, sagte Mayr.

Auch in Frankfurt* selbst wird geforscht. Bei Grabungen in Bergen-Enkheim entdeckten Archäologen* einen mittelalterlichen Brunnen – und ein etwa 2500 Jahre altes Kindergrab. (spr/dpa) *fr.de und fnp.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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