Forscherinnen und Forscher machen in der Grube Messel bei Frankfurt einen besonderen Fund.
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Forscherinnen und Forscher machen in der Grube Messel bei Frankfurt einen besonderen Fund.

Entdeckung

„Bizarrer“ Fund in der Grube Messel: Forscher machen spektakuläre Entdeckung

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
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Forscher machen ganz in der Nähe von Frankfurt einen spektakulären Fund. Eine neue Insektenart sorgt bei den Fachleuten für staunende Blicke.

Frankfurt/Messel – Immer wieder sorgen spektakuläre Funde bei Ausgrabungen dafür, dass Fachleute weitere Einblicke in das Leben von vor Millionen Jahren gewinnen. Einige dieser Funde werden in Hessen gemacht. Umringt von Wäldern und Wiesen liegt dort die Grube Messel, nur etwas mehr als 30 Kilometer von Frankfurt* entfernt. Dort machten Forscherinnen und Forscher jetzt einen Fund, den selbst Sonja Wedmann vom Senckenberg Museum in Frankfurt als „bizarr“ bezeichnet.

Ein internationales Team von Forschenden arbeitete in der Grube Messel zusammen, um die neue Entdeckung zutage zu fördern. Hinter dem spektakulären Fund verbirgt sich eine bisher völlig unbekannte Art. Es handelt sich um ein fossiles Insekt. Sein Aussehen erstaunt die Fachleute.

Forscher machen bizarren Fund bei Frankfurt: Neue Insektenart entdeckt

Das gefundene Insekt gehört laut Senckenberg Museum Frankfurt zur Familie der Baumwanzen aus dem sogenannten Eozän. Damit ist der Fund zwischen 33,9 und 56 Millionen Jahre alt. Die Forscherinnen und Forscher waren aber nicht nur vom Alter des Fossils beeindruckt.

Denn auch das Aussehen des Insekts ist anders, als es die Forschenden kennen. Die „bizarr aussehenden Baumwanzen“ haben stachelige Auswüchse an ihrem Körper, erklärt Wedmann. Doch wozu dienten diese? „Ihre ‚Dornen‘ dienten wahrscheinlich vor allem zur Tarnung, weil sie den Körperumriss auflösen. Doch wissen wir beispielsweise von bedornten Grillen, dass solche Strukturen auch Beutegreifern die Jagd erschweren können, wenn die stacheligen Insekten ihnen quasi im Hals stecken bleiben“, erklärt die Expertin.

Schicht für Schicht legen Mitarbeiter des Senckenberg-Instituts am Boden der Grube Messel bei Frankfurt Gestein frei. Diese Archivaufnahme zeigt Arbeiten im Jahr 2019.

Grube Messel bei Frankfurt ist nicht der einzige Fundort

Ungewöhnlich an der Wanze ist jedoch noch etwas anders. Denn sie wurden nicht nur in der Grube Messel in der Nähe von Frankfurt entdeckt. Eine ganz ähnliche, und bisher ebenfalls unentdeckte Art wurde außerdem im 8000 Kilometer entfernten Colorado in den USA gefunden. „Der Bauplan dieser Baumwanzen [scheint] so erfolgreich gewesen zu sein, dass er über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet war. Heutzutage sind ähnlich aussehende Wanzen nur in Madagaskar und in Südamerika verbreitet”, sagt Wedmann.

Bereits vor wenigen Monaten sorgte ein Fund in der Grube Messel bei Frankfurt für Aufsehen. Eine bisher unbekannte Tierart wurde gefunden. Der jetzige Fund, die Baumwanze, trägt übrigens bereits einen Namen. Sie wurde nach Peter Kulka benannt, dem Architekten, der den neuesten Umbau des Senckenberg Forschungsinstituts betreute. (Sophia Lother) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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