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Analyse

10 Gründe, warum Peter Feldmann die OB-Wahl in Frankfurt gewonnen hat

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  • Günter Murr
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Peter Feldmann hat die OB-Wahl in Frankfurt gewonnen. Wir erklären, warum der SPD-Politiker in der Wählergunst so deutlich vor seiner CDU-Herausforderin liegt.

Peter Feldmann ist seit sechs Jahren im Amt. Seine Bilanz ist solide. Den Amtsbonus hat der Wahlkämpfer Feldmann bei der bestmöglich ausgenutzt. So hat er seine Auftritte als Oberbürgermeister immer auch unter Wahlkampf-Gesichtspunkten ausgewählt.

CDU-Kandidatin Bernadette Weyland hat sich nie richtig profilieren können. Weyland war in der Stadt kaum bekannt, wirkte bei öffentlichen Auftritten angespannt und rhetorisch ungeschickt. Zusätzlich hatte sie immer wieder mit den Pannen ihres Wahlkampf-Teams zu kämpfen.

Frankfurt geht es gut – das kommt dem Amtsinhaber zugute. Angesichts einer brummenden Wirtschaft war von der „“, die CDU-Kandidatin Bernadette Weyland ausgemacht haben wollte, wenig zu spüren.

Die CDU hat einen schwachen Wahlkampf mit einer schwachen Kandidatin abgeliefert. Öffentlichkeitswirksam waren vor allem die Patzer: , der ungeschickte Wahlkampf im Netz. Der zum Teil aggressive Anti-Feldmann-Wahlkampf kam beim Wähler nicht gut an. Jüngstes Beispiel: Die misslungene Plakat-Kampagne der Jungen Union zur Stichwahl.

Amtsinhaber Peter Feldmann hat die Themen Mieten, Wohnungsmangel und ÖPNV-Fahrpreise ins Zentrum seines Wahlkampfs gestellt. Diese Themen sind bei den Wählern offenbar angekommen - im Gegensatz zu den Themen der CDU-Kandidatin, die wenig Beachtung fanden.

Eine deutliche Mehrheit der Wähler hat im ersten Wahlgang für eine linke Partei gestimmt. Rund 64 Prozent machten ihr Kreuz bei den Kandidaten von SPD, Grünen und Linken. Weil die CDU diesen Wählern auch nach dem ersten Wahlgang keine inhaltlichen Angebote machte, durfte Peter Feldmann sich ihrer Stimmen in der Stichwahl gewiss sein.

Die Sozialdemokraten sind bundesweit in Umfragen unter 20 Prozent gesunken – der schlechteste Wert, auf den die Partei seit Ende des Krieges gefallen ist. Auf die Frankfurter OB-Wahl hatte das keine Auswirkungen: Offenbar assoziieren die Wähler Peter Feldmann nicht mit seiner Partei, zumindest nicht mit deren Performance auf Bundesebene.

Der Oberbürgermeister hat im Wahlkampf zahlreiche Hausbesuche absolviert. Diese Auftritte im kleinen Rahmen liegen dem charismatischen Sozialdemokraten - und lassen ihn deutlich bürgernäher wirken als seine Herausforderin.

Die Frankfurter SPD stand von geschlossen hinter Peter Feldmann. Es gab keine öffentlichen Unstimmigkeiten. Die CDU hingegen wurde mit ihrer Kandidatin nie so richtig warm, hinter vorgehaltener Hand wurde auch Kritik geäußert.

Die SPD war kampagnenfähig. Ihr Wahlkampf war von Anfang an solide finanziert. Die CDU dagegen hatte kaum ein Budget. Weyland musste fast alle Wahlkampf-Aktionen aus Spenden finanzieren.

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