Eklat

Grüne Cappelluti wird Thema im Frankfurter Stadtparlament

  • Daniel Gräber
    vonDaniel Gräber
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Die Handyvideo-Attacke der Grünen-Politikerin Daniela Cappelluti auf Alexander Gauland zieht weiter Kreise. Während die Frankfurter Grünen ihre Kreisgeschäftsführerin zum eigentlichen Opfer des Vorfalls erklären, meldet sich nun der von ihr angepöbelte AfD-Chef selbst zu Wort.

Es war kurz nach Mitternacht und damit Freitag früh, als Beatrix Baumann, Stadtverordnete und Vorstandssprecherin der Grünen im Stadtparlament, sprach. Zuvor hatte der BFF-Stadtverordnete Patrick Schenk die Provokation Daniela Cappellutis thematisiert. Baumann erklärte, dass Cappelluti die uneingeschränkte Solidarität der Grünen genieße.

Gleichwohl betonte Baumann, dass Cappelluti als Privatperson gehandelt habe. Sie stellte die grüne Kreisgeschäftsführerin als Opfer dar. Baumann verlas Hass-E-Mails, welche Cappelluti erhalten hatte und warnte zuvor, dass zartbesaitete Gemüter den Saal besser verlassen sollten. Was folgte, war unterste Schublade.

Am Freitagmittag versandten die Frankfurter Grünen eine Erklärung, die Cappelluti ebenfalls als Opfer hinstellt: „Unsere Kreisgeschäftsführerin ist übelsten Beleidigungen bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt.“ Morddrohungen, wie von den Grünen behauptet, sind laut Polizei bisher aber nicht darunter gewesen.

Mit „höflichen Worten“ habe Daniela Cappelluti laut den Grünen den AfD-Chef am Sonntagnachmittag gebeten, sich die Neue Altstadt an einem anderen Tag anzusehen. Sie habe Gauland von der Eintracht-Pokalfeier fernhalten wollen, da sich Vereinspräsident Fischer „gegen Rassismus und gegen die AfD ausgesprochen“ habe.

Damit erklären die Grünen ein Handyvideo ihrer Geschäftsführerin, das im Internet für Furore sorgt. Es zeigt, wie sie auf den 77-jährigen Gauland mit heiserer, aufgeregter Stimme einredet. In einem zweiten Video brüstet sie sich: „Den habe ich erfolgreich aus der Altstadt vertrieben. Dieser Arsch darf heute nicht dabei sein.“

Gauland selbst nimmt den Vorfall gelassen. „Herr Dr. Gauland kannte die Dame nicht“, teilte sein Bundestagsbüro mit. „Er ging vielmehr davon aus, dass es sich um eine im Zuge der Pokalfeier bereits am Nachmittag angetrunkene Person handelte. Dieser Eindruck wurde durch das lautstarke Grölen der Dame aus der Entfernung verstärkt. Herr Dr. Gauland setzte seinen Spaziergang durch die Altstadt fort.“

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