Zusätzliche Haltestellen gefordert

Grüne Ortsbeiräte fordern bessere Anbindung des Frankfurter Westens

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Die Grünen im Ortsbeirat 1 fordern, dass die Linie SE 12, die von Königstein über Frankfurt-Höchst bis zum Hauptbahnhof fährt, durch eine zusätzliche Haltestelle das westliche Gallus mit dem Frankfurter Westen verbinden soll. Grund: Hier sind die Straßenbahnen häufig überfüllt.

Wenn die stark frequentierten Straßenbahnen der Linien 11 und 21 westlich der Galluswarte halten, wird es für die täglich bis zu 31 000 Fahrgäste zwischen der Warte und der Schwalbacher Straße häufig schwierig, einen Platz zu finden. Doch die S-Bahn ist für sie in Richtung Westen keine Alternative, da sie erst in Gegenrichtung über die Galluswarte zum Hauptbahnhof fahren müssten, um von dort mit der S 1 oder S 2 nach Griesheim, Nied oder Höchst zu gelangen. Weil sich dieser Mangel durch die weitere Wohnbebauung im westlichen Gallus und Europaviertel noch verstärken dürfte, verabschiedeten die Grünen im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) nun einen Antrag an den Magistrat. Er soll berichten, auf welchen Grundlagen die Entscheidung gefällt wurde, der Linie SE 12 noch keinen Halt im Gallus am Homburger Damm zu gönnen, sondern zuerst nur den geplanten Halt in Nied-Ost zu verwirklichen.

„In der Bevölkerung häufen sich die Klagen über lange Fahrzeiten und überfüllte Straßenbahnen im westlichen Gallus“, so die Grünen. Sie wollen wissen, inwieweit die Zahlen aus den Vorjahren mit den heutigen Gegebenheiten noch vereinbar sind und welche Institutionen zu der Einschätzung gekommen sind, dass ein zweiter Halt im Gallus wegen einer zusätzlichen Haltezeit von 42 Sekunden und einer verkürzten Wendezeit am Hauptbahnhof von fünf Minuten nicht machbar wäre. Schließlich hoffen sie, dass eine weitere Institution doch noch zu einer anderen Beurteilung kommt und einen Weg findet, damit eine zweite Haltestelle im Gallus nicht an 42 Sekunden zusätzlicher Fahrzeit scheitert.

„Das westliche Gallus ist über die Straßenbahnlinien 11 und 21 an die Schiene angebunden, Nied-Ost jedoch bislang nur an den Busverkehr“, nennt der Sprecher des Verkehrsdezernats Stefan Lüdecke einen Grund für die Abwägung zwischen den beiden Stadtteil-Halten. Die Studie sei von der Bahn-Tochter DB Netz, Regionalbereich Mitte, und vom Büro SMA auf der Grundlage des Prognosefalls 2020 erstellt worden. Die Studie habe gezeigt, dass die neue Station Nied-Ost bis zu 71 Prozent von Fahrgästen aus dem Stadtgebiet genutzt würde, die Station Gallus hingegen nur von 44 Prozent, da sie stärker von Fahrgästen aus dem Umland angesteuert würde.

Aus bautechnischer Sicht habe sich zudem erwiesen, dass die Station Gallus am Homburger Damm nur durch versetzte Bahnsteige zu realisieren wäre, was die Orientierung der Fahrgäste erschweren würde. Ein zweiter Halt scheitere aber auch an der Wendezeit der Züge am Hauptbahnhof, die sich bei einer Beförderungszeit von 90 Sekunden unter der Berücksichtigung von eingleisigen Abschnitten von acht auf fünf Minuten verkürzen würde, wodurch eine stabile Betriebsabwicklung nicht mehr gewährleistet wäre.

„Bei der Abwägung der beiden Standorte spricht aus regionaler Sicht die Verknüpfung des regionalen Schienenverkehrs mit dem innerstädtischen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für den Halt Gallus“, erklärt Hirschler. Da sich aber die Stadtverordneten für den Halt Nied-Ost ausgesprochen hätten, würde der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auch diese Pläne unterstützen.

Doch inzwischen setzen sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling und Oberbürgermeister Peter Feldmann (beide SPD) dafür ein, den Straßenbahnverkehr im Gallus weiter zu ertüchtigen. „Der Einsatz doppelt so langer Straßenbahnen (Doppeltraktion) scheidet zwar aus, da die meisten Haltestellen mit 30 Metern nicht die nötige Länge vorweisen“, so Oesterling. „Dafür werden wir die Linie 14 vom Ernst-May-Platz über den stillgelegten Abschnitt in der Kleyerstraße bis zum Ordnungsamt führen, da zwischen der Galluswarte und der Rebstöcker Straße der meiste Verkehr besteht.“ Dies könnte schon zum Fahrplanwechsel 2018/2019 der Fall sein, wenn bis dahin die still gelegten Haltestellen in der Kleyerstraße wieder ertüchtigt werden können. Eine weitere Verlängerung bis in den Frankfurter Westen sieht Oesterling vorher nicht: „Dafür haben wir zu wenig Fahrzeuge.“ Und neue Straßenbahnen würden erst im Jahr 2020 angeliefert.

Andreas Laeuen von den Grünen im Ortsbeirat 1 hält diese Maßnahmen jedoch für unzureichend. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum Nied-Ost gegenüber dem Gallus bevorzugt wird, wo das Bevölkerungswachstum durch die Neubaugebiete stärker und die Überlastung in den westlichen Straßenbahnen sicher noch zunehmen wird“, findet er. Seine Fraktion will den Magistratsbeschluss nicht anerkennen und sich nach der angeforderten Antwort des Magistrats mögliche weitere Schritte überlegen.

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