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Grüne setzen auf Manuela Rottmann

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Von: Julia Lorenz

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Die Hoffnung der Grünen: Manuela Rottmann, 50 Jahre alt, soll OB-Kandidatin der Partei werden. FOTO: Markus Buettner
Die Hoffnung der Grünen: Manuela Rottmann, 50 Jahre alt, soll OB-Kandidatin der Partei werden. © Markus Buettner

Die Parteibasis soll die 50-Jährige am Wochenende zur OB-Kandidatin küren.

Frankfurt -Jetzt ist es raus: Die Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium Manuela Rottmann soll bei der Oberbürgermeisterwahl im März für die Grünen antreten. Das zumindest schlägt die Findungskommission der Parteibasis vor, wie am Dienstag bekannt wurde. Rottmann selbst will ihre Beweggründe für ihre Kandidatur und ihre Schwerpunkte heute auf einer Pressekonferenz nennen.

Die siebenköpfige, von der Basis eingesetzte Findungskommission hat in den vergangenen Wochen mit mehreren potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten für den Chefsessel im Römer gesprochen. Wie es in einem Bericht der Kommission heißt, hätten „knapp zehn Interessenten“ ihr Interesse an dem auf diese Weise durchgeführten Auswahlverfahren bekundet. Mit ihnen allen seien Gespräche geführt worden. Am Montagabend hätte man sich dann für Manuela Rottmann entschieden.

Kontroverse Diskussionen erwartet

Den Vorschlag muss nun allerdings noch die Parteibasis in einer Kreismitgliederversammlung am kommenden Samstag im Saalbau Griesheim bestätigen. Ohne kontroverse Diskussionen wird das sicherlich nicht vonstatten gehen. Denn Rottmann war zuletzt vor zehn Jahren politisch aktiv in Frankfurt. Von 2006 bis 2012 war die heute 50-Jährige Dezernentin für Umwelt und Gesundheit. Dass sie den Job gut machte, ist unstrittig. Doch ihr Bundestagsmandat erlangte die promovierte Juristin in ihrer fränkischen Heimat. Dies gefällt nicht allen Parteimitgliedern. Es gibt die Forderung, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat aus Frankfurt antreten sollte. Dafür kämen Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner oder Nargess Eskandari-Grünberg, Bürgermeisterin und kommissarische Oberbürgermeisterin, in Frage.

„Ich halte die Entscheidung der Findungskommission für sehr unglücklich“, sagte etwa der Grünen-Stadtverordnete Uwe Paulsen am Dienstag. Er schätze Rottmann, mit der er von 1999 bis 2001 die Partei führte, sehr. Die Entscheidung sei aber „ein Affront“ gegen Arslaner und Eskandari-Grünberg, die die beiden höchsten Ämter der Stadt bekleideten. Die Findungskommission hätte zumindest zwei Vorschläge machen müssen, damit der Parteitag am Samstag eine echte Wahl hat.

Die Grünen-Stadtverordnete Mirrianne Mahn sagte hingegen: „Das war ein basisdemokratischer Prozess. Ich finde die Entscheidung der Findungskommission gut und werde sie unterstützen.“

Findungskommission: „Eine inhaltlich starke Politikerin“

Die Findungskommission begründet ihre Entscheidung mit der „politischen Erfahrung“ Rottmanns auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Sie sei „eine inhaltlich starke Politikerin“ mit sozial-ökologischen Schwerpunkten. „Wir haben großes Zutrauen in Dr. Manuela Rottmann, das Miteinander im Frankfurter Magistrat zu stärken und die in der Koalition vereinbarten Ziele zum Erfolg zu führen“, heißt es in dem Bericht der Kommission.

Eine vorzeitige Oberbürgermeisterwahl ist notwendig, weil der bisherige Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD), der zehn Jahre lang Rathauschef war, Anfang November nach vielen Skandalen und Fehltritten von den Frankfurtern bei einem Bürgerentscheid abgewählt wurde. Die CDU will ihren Parteichef Uwe Becker ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters schicken, die SPD Planungsdezernent Mike Josef. Für die Linken soll die Stadtverordnete Daniela Mehler-Würzbach antreten. Zudem wollen Maja Wolff, Veranstalterin des Grüne-Soße- Festivals, sowie Peter Wirth alias der „Bahnbabo“ kandidieren.

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