Neuer und alter Ortsvorsteher: Werner Skrypalle von der SPD. foto: Christoph boeckheler
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Neuer und alter Ortsvorsteher: Werner Skrypalle von der SPD.

Ortsbeirat 11

Grüne verlieren Kampfabstimmung

  • vonFriedrich Reinhardt
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Trotz des Sieges der Öko-Partei bei der Wahl wird Werner Skrypalle (SPD) den Ortsbeirat leiten

Werner Skrypalle (SPD) bleibt Ortsvorsteher im Ortsbezirk 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach). In der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats am Montagabend wählten ihn die Mitglieder des Stadtteilgremiums in einer knappen Kampfabstimmung gegen die Kandidatin der Grünen, Beate Brink.

Von den 18 anwesenden Ortsbeiratsmitgliedern erhielt Skrypalle zehn Stimmen. Für Brink stimmten acht Mitglieder. Skrypalle, ein 72 Jahre alter Seckbacher, ist seit 2001 Mitglied des Ortsbeirats und seit 2011 der Ortsvorsteher. Beate Brink, eine 50 Jahre alte Volkswirtin, ist nach der Kommunalwahl neu in den Ortsbeirat eingezogen. Sie lebt seit 2011 in Seckbach.

Es war ein knappes Rennen

Schon zuvor hatte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen abgezeichnet. Die Grünen waren mit 24,9 Prozent (12,3 Prozentpunkte mehr als 2016) als Sieger aus der Kommunalwahl hervorgegangen. Damit hatten sie die Sozialdemokraten (22 Prozent) in der SPD-Hochburg auf den zweiten Platz verwiesen. "Mit diesem Wählervotum sollten die Grünen die Ortsvorsteherin stellen. Das ist mein Demokratieverständnis", sagte Brink in ihrer Vorstellungsrede. Allerdings erhielten beide Fraktionen je fünf Sitze im Ortsbeirat.

Die Linke mit drei Sitzen hatte angekündigt, für Werner Skrypalle zu stimmen. "Für uns ist der Parteienproporz nur zweitrangig", erklärte Fraktionsvorsitzender Stefan Klee in der Sitzung noch einmal. "Herr Skrypalle ist seit zehn Jahren mit den Vorbereitungen zur Sanierung der Wilhelmshöher Straße befasst." Dies sei ein Projekt, bei dem man täglich vor Ort sein müsse. Darum sei es vernünftig, dass Skrypalle als Seckbacher und Rentner Ortsvorsteher bleibe.

Detlef Stange (FDP) widersprach. Wegen des Wählervotums "kann man an der Kandidatur nicht vorbeigehen", sagte der einzige Vertreter der Liberalen im Ortsbeirat. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Benjamin Wiewiorra sagte nach der Wahl, er wüsste nicht "warum die Partei, die die Wähler abgestraft haben, nun den Ortsvorsteher stellen sollte".

Der neue und alte Ortsvorsteher Skrypalle freue sich über seine Wiederwahl. Und sagte, er habe das Amt gern ausgeübt. Überrascht war er nicht. Von den Fraktionen sei seine Wiederwahl "angedeutet" worden. Im Vordergrund sieht er seine Pflicht darin, als Verbindungsglied zwischen dem Ortsbeirat und den städtischen Ämtern zu wirken, Anliegen auf dem kurzen Dienstweg voranzubringen und vor allem für die Bürger ansprechbar zu sein. "Die Themen zu setzen, ist Aufgabe der Fraktionen."

Enttäuscht über Wahl des Stellvertreters

Brink sagte, sie sei enttäuscht. Nicht so sehr, weil sie nicht gewählt wurde, sondern, dass der Ortsbeirat gegen das Wählervotum stimme. Verständnislos blicke sie aber vor allem auf die Wahl des stellvertretenden Ortsvorstehers und des parlamentarischen Schriftführers. Nach der Niederlage bei der Wahl des Ortsvorstehers hatte sie die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Sandra Neubauer, als stellvertretende Ortsvorsteherin nominiert. Die CDU schlug dafür ihren Fraktionsvorsitzenden Wiewiorra vor. Dieser gewann mit zehn zu acht Stimmen. Ohne Gegenkandidat wurde Sebastian Schugar zum Schriftführe gewählt , da Ricarda Grünberg (Linke) ihre Nominierung durch die Grünen nicht annahm. "Damit ist es eine rein männliche Gruppe, die jetzt den Ortsbeirat leitet", kritisierte Brink. Dabei sei es Ziel der Grünen, den Ortsbeirat weiblicher zu machen. Auch in ihrer Vorstellungsrede rief Beate Brink die Frauen dazu auf, sich noch stärker einzubringen. "In der Sitzung im November hatte sich keine Frau zu Wort gemeldet", bemerkte sie. Friedrich Reinhardt

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