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Bastian Bergerhoff und Martina Feldmayer führen die Kandidatenliste der Grünen für die Kommunalwahl an.

Kommunalwahl

Grüne wollen mehr als 20 Prozent erlangen

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Das Wahlprogramm ist beschlossen, die Kandidatenliste für das Stadtparlament gewählt: Jetzt will das Spitzenduo durchstarten. Frust innerhalb der Partei sehen sie nicht.

"20 Prozent plus plus." Und: "Stärkste Kraft in Frankfurt." Das sind die Ziele, die das neue Spitzenduo der Grünen bei der Kommunalwahl am 14. März erreichen will. So haben es Martina Feldmayer und Bastian Bergerhoff zumindest gestern vorgegeben, einen Tag, nachdem die Parteibasis die Kandidatenliste für die Stadtverordnetenversammlung aufgestellt und gewählt hatte.

"Wir halten es für realistisch, dass die neue Fraktion 20 Mitglieder und mehr haben kann", sagte Bergerhoff. Derzeit sind die Grünen mit 14 Stadtverordneten im Römer vertreten. Nach der Kommunalwahl 2011 waren es noch 24. "Die Zukunft ist aber immer schwer vorhersehbar, gerade jetzt während der Corona-Pandemie kann niemand sagen, was passieren wird", sagte Bergerhoff.

Großer Drang in den Römer

Am Wochenende haben die Grünen ihre Kandidatenliste für die Kommunalwahl am 14. März aufgestellt und gewählt. Und das hat einige Überraschungen mit sich gebracht. Zwar wurden Martina Feldmayer (70 Prozent) und Bastian Bergerhoff (81 Prozent) wie erwartet und ohne Gegenkandidaten zum neuen Spitzenduo gekürt. Aber auf die aussichtsreichsten Plätze schafften es nur wenige aktuelle Fraktionsmitglieder. Der Fraktionsvorsitzende Sebastian Popp, der zunächst auf Platz 4 kandidierte, landete am Ende auf Platz 20.

"Ist es eine Partei, die auf uns hört? Ja. Ist es eine Partei, die nach unserer Pfeife tanzt? Nein", sagte Bergerhoff. "Unsere Liste ist bunt, vielfältig und mit vielen neuen Gesichtern", sagte Feldmayer gestern. "Wir sind sehr zufrieden damit." Ein "Abstrafen" für die Arbeit der Fraktion wollten weder die Landtagsabgeordnete Feldmayer noch der Grünen-Vorstandssprecher Bergerhoff darin erkennen.

"Uns hat das Ergebnis im Großen und Ganzen nicht überrascht", sagte Bergerhoff, der dies auch mit der fast verdoppelten Zahl der Parteimitglieder erklärte. Man hätte versucht, die Neumitglieder an Kandidaturen heranzuführen. So hätte etwa die Stadtverordnete Beatrix Baumann bewusst jungen Frauen wie Tina Zapf von der Grünen Jugend oder der "Black Lives Matter"-Aktivistin Mirrianne Mahn Platz gemacht.

"Es herrscht ein Drang in den Römer", sagte Bergerhoff. Zudem sei durch die Corona-Pandemie die Interaktion und die Verbundenheit untereinander anders geworden. "Wir konnten uns ein halbes Jahr nicht mehr treffen", sagte er. Zudem hätte "der ganze Prozess", sprich: das Aufstellen der Kandidatenliste und des Wahlprogramms, digital stattgefunden. "Das führt dann auch zu anderen Ergebnissen als in Normalzeiten."

Auch den Wunsch der Basis nach einer inhaltlichen Veränderung der Römer-Fraktion sahen die beiden Spitzenkandidaten nicht. "Es hat eine große Einheit der Partei gegeben", sagte Feldmayer. Lediglich beim Thema Wohnen und Planen hätte es noch Redebedarf gegeben. Die Basis der Grünen hatte für das Wahlprogramm beschlossen, dass das Wohnquartier Günthersburghöfe nicht wie geplant bebaut werden soll. "Ansonsten haben wir uns inhaltlich aber so aufgestellt, wie man es von uns erwartet. Wir sind eine ökologische und soziale Partei. Eine Partei der Gleichberechtigung", sagte Feldmayer, die nach eigenen Aussagen "beflügelt" in den Wahlkampf geht.

Die Landtagsabgeordnete will, auch wenn sie ins Stadtparlament gewählt wird, an ihrem Mandat in Wiesbaden festhalten. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass sie gleichzeitig auch die Fraktion im Römer anführen wird - was Spitzenkandidaten nach der Wahl üblicherweise machen, zumindest bei anderen Parteien. "Es steht noch nichts fest. Bei uns wird jeder Schritt mit der Partei besprochen", sagte sie. Jetzt müssten aber erst einmal die Bürger wählen. "Es wäre ein Akt der Unfreundlichkeit, wenn ich jetzt sage, ich will Fraktionsvorsitzende werden. Das würde uns übelgenommen werden."

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