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Auf dieser brachliegenden Fläche an der Hahnstraße/Ecke Goldsteinstraße will der Immobilieninvestor Wolfgang Ries bauen.

Die Bien-Ries AG baut 336 Wohnungen im Quartier

Grüner Tupfer für die Bürostadt

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Dort, wo früher die chemische Reinigung Röver stand, wird die Hanauer Bien-Ries AG 336 Eigentumswohnungen bauen. 75 Millionen Euro investiert die Firma in das Projekt. Im August soll es losgehen. Der erste Bauabschnitt ist dann Ende 2017 fertig.

Modern, schlicht und besonders grün: So soll das neuste Projekt der Bien-Ries AG werden. Der Hanauer Investor Wolfgang Ries baut an der Hahnstraße/Ecke Goldsteinstraße in der Bürostadt 336 Eigentumswohnungen. Schon im kommenden Monat soll der Bauantrag bei der Stadt eingereicht werden. „Wenn die Genehmigung von der Stadt schnell kommt, dann können schon im August die ersten Bagger anrollen“, sagt Ries.

Auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen Grundstück soll ein dreigeschossiger Sockelbau mit fünf, wie Finger vom Sockel abstehenden Gebäuden entstehen. Diese haben dann noch einmal fünf Etagen. Jede der 35 bis 115 Quadratmeter großen Wohnungen bekommt einen Balkon. Im Keller gibt es eine Tiefgarage, für die man Parkplätze für das eigene Auto kaufen kann. Zudem wird es dort Stellplätze für Fahrräder sowie mietbare Autos – nach dem Car-Sharing-Prinzip – geben.

„Das ist ein wirklich schönes Projekt“, sagt der Investor. „Wir versuchen dem Gebäude viel Charakter und Charme mitzugeben. Die Bewohner sollen sich wohlfühlen.“ Deshalb soll dort auch alles möglichst grün werden. So werden die Dächer und Innenhöfe begrünt. „Und jeder Balkon bekommt von uns gleich einen bepflanzten Kübel mitgeliefert“, sagt Wolfgang Ries. „Wir wollen hier das ,Heimelige‘, das der kühlen Bürostadt noch fehlt, schaffen.“ Die Wohnungen, die zwischen 3600 und 3900 Euro pro Quadratmeter kosten sollen, entstehen in drei Bauabschnitten. Die ersten Bleiben sollen Ende 2017 bezugsbereit sein. Die weiteren Bauabschnitte jeweils ein Jahr später. 75 Millionen Euro investiert die Bien-Ries AG in den Neubau.

Noch liegt das Grundstück aber brach da. Früher stand dort die chemische Reinigung Röver. Das Gebäude ist längst abgerissen, Spuren hat das Werk dennoch hinterlassen. Erdboden und Grundwasser sind kontaminiert. „Das ist kein Einzelfall“, sagt Wolfgang Ries. „Fast alle Grundstücke, die früher einmal gewerblich genutzt wurden, sind kontaminiert.“ Versteckt zwischen Bäumen und Büschen steht eine große Grundwassersanierungsanlage. Kleine Grundwassermessstellen sind in den Boden eingelassen. Probleme bereitet die Verunreinigung der Bien-Ries AG aber nicht. „Wenn wir hier anfangen zu bauen, kommt das Erdreich komplett weg und damit auch die Kontamination“, erklärt der Hanauer. Die späteren Wiesen rund um den Bau werden unbelastet sein.

Für die Bien-Ries AG ist das Wohnhaus das erste Projekt in der Bürostadt. „Als uns das Grundstück angeboten wurde, war mein erster Gedanke: ,Oh Gott‘“, sagt Wolfgang Ries. Seine Vorstellung des Quartiers waren Betonklötze mitten im Nichts. Doch dann habe er sich genauer umgeschaut und stellte fest: „Die Bürostadt ist super angebunden mit der S-Bahnstation Niederrad und dem nahen Autobahnanschluss.“ Außerdem seien der Stadtwald und der Main ganz in der Nähe. „Das sind wichtige Faktoren für einen Standort.“ Mittlerweile ist Wolfgang Ries auch Mitglied in der Standort-Initiative Neues Niederrad (SINN), die den Wandel der Bürostadt hin zu einem gemischten Wohn- und Geschäftsviertel begleiten und mit vorantreiben will.

Neben den zahlreichen Büroimmobilien und den 25 000 Arbeitnehmern gibt es in dem Quartier derzeit 700 Wohnungen. Weitere 2000 sind im Bau oder in der Planung. Dazu zählen etwa die vier Projekte der städtischen Wohnbaugesellschaft ABG sowie die 125 Wohnungen, die von der durch die Gesellschaft Catella geführten „Living Lyon GmbH“ an der Lyoner Straße realisiert werden sollen. Dem Vernehmen nach sollen auch in den sogenannten „Blue Towers“ und im Eurohaus Wohnungen entstehen. Irgendwann soll es 4000 Wohnungen in dem Quartier geben. „Hier tut sich richtig viel, aber die Umwandlung braucht Zeit. Die Vorzeichen sind gut“, sagt Wolfgang Ries. Allerdings müsste seiner Ansicht nach noch das gastronomische Angebot sowie die Aufenthaltsqualität der Freiflächen erhöht werden. Ein kleiner Quartiersplatz wäre eine gute Sache, damit sich die Menschen auch draußen aufhalten können. Und so sagt er: „Ich prognostiziere mal, dass wir die Bürostadt in zehn Jahren nicht wieder erkennen werden. Im positiven Sinne.“

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