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Das von Bjarke Ingels entworfenes Hochhaus bereichert bald die Frankfurter Skyline. Das findet er spannend.

Neubauprojekt in Frankfurt

Grundsteinlegung für den "Omniturm" ? ein Hochhaus mit "Hüftschwung"

Trotz Regenschauer herrschte gestern gute Laune bei der Baustellenparty. Der Omniturm wurde als wegweisendes Neubauprojekt gefeiert. Sein neuartiges Konzept, Leben und Arbeiten miteinander zu verbinden, soll Schwung in das Bankenviertel bringen. Bauherr und Architekt lobten den Mut Frankfurts.

In einem waren sich die Festredner auf dem Fundament des künftigen Omniturms alle einig: Dieses Hochhaus bringt Schwung ins Frankfurter Bankenviertel. Und zwar einen aus der Hüfte. Der außergewöhnliche Entwurf des international gefragten dänischen Architekten Bjarke Ingels mischt Wohnungen mit Büroflächen und öffentlicher Nutzung, um Leben in die Skyline zu bringen. Die Wohnflächen schieben sich in der Mitte des 45-stöckigen Turms an der Neuen Mainzer Straße/Ecke Große Gallusstraße keck heraus. „Ein Hochhaus mit Hüftschwung“ titelte die örtliche Presse deshalb bei der Vorstellung der Pläne. Und diese Bezeichnung nahmen die beiden Politiker, die zur Grundsteinlegung am Dienstagabend lobende Worte ins Mikro sprechen durften, gerne auf. Boris Rhein, hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst erinnerte an die Vorreiterrolle des in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Commerzbanktowers, der vor 20 Jahren als erstes „grünes“ Hochhaus gefeiert wurde. Nun beweise Frankfurt mit einer neuen „Hochhausikone“, dass es die dynamischste Stadt Deutschlands sei, sagte der CDU-Politiker.

Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sagte, der Omniturm sei ein Hochhaus „wie wir uns das als Stadt vorstellen“. Im Hochhausrahmenplan sei seinerzeit schon festgelegt worden, dass höher gebaut werden dürfe, wenn neben Büros auch Wohnungen entstehen. Diese „vertikale Nutzungsmischung“ werde nun erstmals umgesetzt. Für ihren Weitblick dankte er der anwesenden früheren Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU).

Nachdem ein kurzer, aber heftiger Regenschauer wieder durch freundlicheres Wetter abgelöst wurde, sprangen der Architekt Bjarke Ingels und sein Auftraggeber auf die zwischen herausragenden Stahlträgern improvisierte Betonbühne. Rob Speyer, Vorstandschef des amerikanischen Immobilienunternehmens Tishman Speyer, stimmte in das Loblied auf den Hüftschwung ein. Sein Turm sei der erste in der Geschichte Frankfurts, der Arbeiten und Leben auf diese Weise kombiniere. Gefragt nach der Zielgruppe des Projekts, erklärte er, dass die „Millenials“ mehr von Immobilienanbietern fordern, als ihnen vier Wände hinzustellen. Die Generation der zwischen 1980 und der Jahrtausendwende Geborenen wolle offene Büros, in denen vernetztes Arbeiten möglich ist, und suche Austausch und Kommunikation.

Mit den „Millenials“ könnte das Bankenviertel also zu einem lebendigen Quartier werden. Diese Hoffnung äußerte Planungsdezernent Josef. „Das Bankenviertel wird seinen Charakter verändern“, sagte er. Nicht nur dank neu entstehender Wohnungen, sondern auch weil der Omniturm im

Erdgeschoss öffentlich

en Raum bieten werde. Dort soll unter anderem Gastronomie angesiedelt werden. „Wir öffnen das Bankenviertel für Frankfurt“, schwärmte er von dem 183 Meter hohen Gebäude, das Ende 2018 fertig sein soll.

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