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Frankfurter Schule zieht um - Verkehrschaos befürchtet

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Von: Stefanie Wehr

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Die Gruneliusschule in Frankfurt braucht einen Interimsstandort, denn sie muss teilweise abgerissen und neu gebaut werden. Das könnte zu Problemen führen.

Frankfurt - Die Gruneliusschule muss saniert und in Teilen abgerissen und neu gebaut werden. Denn die Schule platzt aus allen Nähten und ist marode, zuletzt gab es einen Wasserschaden in der Mensa, der monatelang nicht behoben wurde. Der Neubau ist längst Konsens. Einig ist man sich im Stadtteil auch, dass es jetzt keine Zeit mehr zu verlieren gibt.

Möglichst schnell soll die Schule in Frankfurt deshalb an einen Interimsstandort in Container oder andere Baumodule ausgelagert werden, an dem das Schulleben weitergehen kann - der normale Unterricht inklusive Ganztagsbetreuung, Mittagessen und Sportangebot in einer Turnhalle. Dieser Standort ist bereits ausgewählt: Es ist der Pfaffenacker, also das Feldstück gegenüber der Hochschule St. Georgen am Ortsrand von Oberrad. Das teilte das Bildungsdezernat auf Anfrage mit. Die genauen Pläne werden erst im Mai kommenden Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt.

Gruneliusschule in Frankfurt: „Pfaffenacker ist ein guter Standort“ - Anbindung an Straßenbahn

Die Oberräder Vereine und Ortsbeiratsmitglieder erhielten dazu bereits weitere Informationen vom Dezernat und den beauftragten Architekten und wurden nach ihrer Einschätzung gefragt. „Der Pfaffenacker ist ein guter Standort, dort ist die Schule an die Straßenbahn angebunden“, findet Eugen Müller, Vorsitzender des Bürgervereins. Seine Überlegung, die Schule auf ein Feld-Grundstück gegenüber des Waldfriedhofs zu bauen, sei abgelehnt worden.

Die Gruneliusschule soll saniert und neu gebaut werden. Zuvor müssen die Schüler an einen anderen Standort ausgelagert werden.
Die Gruneliusschule soll saniert und neu gebaut werden. Zuvor müssen die Schüler an einen anderen Standort ausgelagert werden. © Michael Faust

Dort wären die Grundschüler zu weit ab vom Schuss, im Winter wäre der Schulweg zu weit und zu dunkel. Allerdings gäbe es dort keine Probleme mit Parkplätzen, am Waldfriedhof wären genug vorhanden, sagt Müller.

Ganz im Gegensatz zum Standort Pfaffenacker. Dort gibt es nur die Balduinstraße, die bis zum Oberräder Fußweg führt. Nach rechts geht die Kochstraße ab, die direkt ans Feld angrenzt. Parkplätze für die Andienung der Schule und für die Lehrer sowie einen Halteplatz für „Elterntaxis“ gäbe es dort nicht.

Gruneliusschule in Frankfurt: Sorge um Parkplätze und Andienung

Große Sorgen machen sich deshalb die Anwohner der Balduinstraße. Das Fuhrunternehmen Zimmermann hat dort seinen Sitz, Wohnmobile nutzen die Einfahrt, LKW-Fahrer, halten an der Straße. „Die Balduinstraße liegt im Gewerbemischgebiet“, geben Bernd und Brigitte Zimmermann zu bedenken. „Wenn morgens um 8 Uhr Schulverkehr die Straße versperrt, können wir unser Unternehmen dichtmachen.“

Gleichwohl sei der Standort für die Schule akzeptabel, denn irgendwo müsse sie ja hin. Drei Jahre Bauzeit sind laut Hörensagen veranschlagt, „aber bei der Mühlbergschule sind aus drei Jahren auch sechs Jahre geworden“, erinnert sich Bernd Zimmermann.

Dass nach Fertigstellung der neuen Schule an der Wiener Straße der Interimsstandort auf dem Pfaffenacker wieder abgebaut wird und das Feld in den ursprünglichen Zustand versetzt werden soll, damit können die Zimmermanns leben. Das sei eine andere Ausgangslage als ehedem bei dem vor gut zwei Jahren diskutierten Neubau eines Sportzentrums mit mehreren Fußballplätzen auf dem Pfaffenacker. Damals gründeten die Anwohner der Balduinstraße sogar eine Bürgerinitiative gegen den Bau. Dass sie auch für die Schule andere Standorte in Oberrad für besser geeignet hält, daraus macht Brigitte Zimmermann keinen Hehl. „Man hätte die Kinder ja auch in die Container am Länderweg in Sachsenhausen auslagern können, wo die Mühlbergschüler ausgelagert waren. Dort residiert nun aber die Frankfurter Schule für Mode und Bekleidung.

Gruneliusschule in Frankfurt: Wie kann morgendliches Verkehrschaos verhindert werden?

Um ein morgendliches Verkehrschaos zu verhindern, schlagen die Anlieger vor, dass von der Offenbacher Landstraße aus eine Zufahrt zur Schule mit Wendehammer gebaut wird. Dort könnte auch der Oberräder Quartiersbus, die Linie 82, halten.

Die Zimmermanns weisen auch darauf hin, dass die Kreuzung Balduinstraße/Offenbacher Landstraße für Fußgänger gefährlich ist, da der Überweg von vielen Autofahrern ignoriert werde. „Hier fahren täglich Autos über Rot.“ Sie selbst hätten ihren Kindern immer gesagt, sie dürften nur über die grüne Fußgängerampel laufen, wenn sie sich mehrfach vergewissert hätten, dass die Autos halten. (Stefanie Wehr)

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