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Drama beim Ausflug: Hund erschnüffelt Küken in Gully - Feuerwehr eilt zur Rettung

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Dank Hündin Maya konnte eine Entenfamilie in Frankfurt wieder vereint werden. Die Küken waren in einen Gullyschacht gefallen. Die Feuerwehr musste helfen.

Frankfurt - So hatte sich die Entenmutter den morgendlichen Ausflug mit ihrem Nachwuchs sicher nicht vorgestellt. Munter watschelte die kleine Familie durch die Fuchshohl in Frankfurt-Ginnheim, brav blieben die zehn Küken hinter ihrer Mutter, quakend begrüßten sie den neuen Tag. Bis plötzlich doch eines der Küken aus der Reihe tanzte und in einem Gully verschwand. Zu groß war der Abstand zwischen den Metallstreben des Deckels. Zu groß für die kleinen Watschelfüße des Kükens. Was auch drei seiner Geschwister merkten, die nach ihrem Bruder oder der Schwester suchten, in den Gully blickten und hinterher plumpsten. Zurück blieben die Mutter und die anderen sechs Küken, die aufgeregt schnatternd über den Gullydeckel watschelten.

Und so die Aufmerksamkeit von Maya auf sich zogen. Eine dreijährige Mischlingshündin, die mit ihrer Besitzerin eine Runde am Vormittag lief. Bei dem Gullydeckel, der halb von einem parkenden Auto verdeckt wurde, wurde der Vierbeiner plötzlich nervös, stark habe sie an der Leine gezogen. „Wäre ich alleine unterwegs gewesen, dann hätte ich die Entenmutter und ihre Küken wahrscheinlich nicht entdeckt. Dank Maya aber schon, sie ist eine echte Spürnase“, berichtet die junge Ginnheimerin.

Auto verdeckt Gullyschacht: Hündin Maya wird beim Spaziergang durch Frankfurt-Ginnheim nervös

Sechs der kleinen Küken habe sie gezählt, kurz darauf waren es noch drei, dann waren plötzlich alle verschwunden. Schnell war der Frau klar: Sie müssen auf der Suche nach ihren Geschwistern auch in den dunklen Gully gefallen sein. Aber was tun? Wegen des parkenden Autos, aber auch des schweren Gullydeckels hatte die junge Frau alleine keine Chance. Also klingelte sie bei den Nachbarn, versuchte herauszufinden, ob jemand den Besitzer des Autos kennt, damit dieser es wegfährt, und ihr beim Öffnen des Gullys hilft. „Ich hatte Glück, ein Nachbar bot seine Hilfe an, und auch die Besitzerin des Autos konnten wir ausfindig machen“, sagt sie. Auch hatte sie zwischenzeitlich bei der Wildtiernothilfe angerufen, wo man ihr in diesem Falle allerdings nicht weiterhelfen konnte, sondern riet, die Feuerwehr zu informieren. Was sie auch tat.

Völlig verschreckt und eng aneinander gekuschelt wurden die zehn Entenküken in dem Gully gefunden.
Völlig verschreckt und eng aneinander gekuschelt wurden die zehn Entenküken in dem Gully gefunden. © privat

Doch als die Feuerwehr anrückte, war schon fast alles vorbei. Die Besitzerin hatte ihre Mittagspause genutzt, um das Auto zurückzusetzen, der nette Nachbar hatte schweres Gerät ausgepackt, um den Gullydeckel anzuheben. Um festzustellen, dass tatsächlich alle zehn Entenküken eng zusammen gekuschelt und etwas verschreckt im Gullyschacht hockten. Maya wartete derweil brav auf der anderen Seite, ohnehin ist die Ginnheimerin stolz auf ihre Hündin. „Sie hat ihren Jagdtrieb nur angedeutet, nicht gebellt, geknurrt oder gar die Entenmutter gejagt“, sagt sie.

Die Familie ist wieder vereint: Feuerwehr Frankfurt rettet Küken aus Gully

Die Feuerwehr, die gleich mit vier Mann anrückte, sei sehr nett und hilfsbereit gewesen. Auch wenn sie nicht mehr viel tun musste.. Letztlich habe man sich aber dagegen entschieden, die Mutter einzufangen und zusammen mit ihrem Nachwuchs zu einem Gewässer zu bringen. Weil es sie wahrscheinlich noch nervöser gemacht und die Entenmama aufgrund der neuen Örtlichkeit vielleicht auch völlig verwirrt hätte.

Eine echte Spürnase: Die dreijährige Maya fand die Küken.
Eine echte Spürnase: Die dreijährige Maya fand die Küken. © privat

So watschelte die kleine Familie wieder die Fuchshohl entlang, vereint und in einer Reihe. Mit hoffentlich einem großen Bogen um die nächsten Gullydeckel. Damit es auch ja nicht zur nächsten traumatischen Familien-Trennung kommt. Die, dank der Mischlingshündin Maya und dem Einsatz ihrer Besitzerin noch einmal glimpflich ausging.

Erst wenige Tage zuvor blieben in Frankfurt zwölf Küken in einem Überlaufrohr stecken. Die Feuerwehr hatte zunächst kein passendes Gerät - und griff schließlich zur Suppenkelle.

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