Gute Nachrichten für Bauherren

Jubel bei der Stadt und bei Investoren: Der Sicherheitsabstand, der bei Bauvorhaben zur Gefahrguthalle in der Lindleystraße gehalten werden muss, wurde jetzt von 640 auf 400 Meter verringert.

Von Hermann Wygoda

Bauvorhaben im unmittelbaren Umfeld der Gefahrguthalle im Osthafen (Lindleystraße) sind künftig leichter umzusetzen, weil der einzuhaltende Mindestabstand verringert wurde. Künftig gilt ein Sicherheitsabstand von 400 Metern, früher waren es 640 Meter.

Wie der Niederlassungsleiter Rhein-Main bei Groß und Partner, Michael Stapf, gestern bei einer Pressekonferenz zur Zukunft der Hanauer Landstraße, zu der die Initiative Eastside eingeladen hatte, erklärte, konnte mit dem Betreiber des Gefahrgutcenters, der Firma VSL, nach gut anderthalbjährigen Verhandlungen eine Einigung erzielt werden. Demnach verzichtet die VSL darauf, Stoffe der gefährlichsten Kategorie in der Halle zu lagern. Bislang waren alle Verhandlungen daran gescheitert, dass das Unternehmen auf der ihm vom Regierungspräsidium Darmstadt eingeräumten Genehmigung bestanden hatte, obwohl diese Stoffe nach eigenen Angaben schon lange Zeit nicht mehr gelagert wurden.

Stapf, der der Verhandlungsführer für mehrere Investoren im Osthafen und der Stadtverwaltung war, räumte ein, dass im Gegenzug eine finanzielle Ablösung für diese Veränderung der Rechtslage an die VSL geflossen sei. Über die Höhe der Summe, sagte er auf Nachfrage, sei Stillschweigen zwischen den Verhandlungspartnern verabredet worden.

Mit dieser Lösung kann der bisher auf 640 Meter festgelegte Sicherheitsabstand zum Gefahrgutcenter auf 400 Meter reduziert werden. Jetzt müssen Bauherren nur noch innerhalb dieser 400 Meter Einzelgutachten vorlegen, wie der noch bestehenden Gefährdung durch Vorsorgemaßnahmen begegnet werden kann. Damit wird auch der Weg frei für die Bebauung des Raab-Karcher-Geländes in der Hanauer Landstraße 150. Projektentwickler Lang & Cie, der das Gelände erst Ende vergangenen Jahres gekauft hatte, muss nun kein Einzelgutachten mehr in Auftrag geben. Auch Groß & Partner wird jetzt sein „Dock“ genanntes Gebäude mit insgesamt 18 000 Quadratmetern Brutto-Grundfläche zu Ende bauen. Der erste Bauteil in der Lindleystraße wurde bereits bezogen.

Neues gibt es auch vom Bauprojekt des Dieburger Unternehmens Kolb und Partner in der Sonnemannstraße/Ecke Windeckstraße direkt gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB). Konstantin Kolb erklärte, dass es gelungen sei, auch die beiden älteren Gründerzeithäuser in der Sonnemannstraße zu dem Grundstück zuzuschlagen. Die Fassaden sollen erhalten bleiben. Damit habe man die Chance ergriffen, ein Stück Frankfurt an dieser prägnanten Stelle zu erhalten, erklärte der Investor. Zwischen 70 bis 80 Wohnungen sollen entstehen. Architekt des Umbaus der beiden Häuser, wie auch der Neubauten in der Windeckstraße, ist der Frankfurter Stefan Forster.

Die Initiative Eastside.Frankfurt – ein Zusammenschluss von mehr als 50 Anliegern, Projektentwickler und Investoren, die im Ostend tätig sind – hatte bei dem Pressetermin die dritte Auflage ihres Handbuchs „Eastside.Frankfurt“ präsentiert.

Auf 172 Seiten werden die Entwicklungen im Ostend, insbesondere entlang der Hanauer Landstraße, interessante Geschäfte, Restaurants und Kultureinrichtungen vorgestellt. Die Broschüre, die in einer Auflage von 15 000 Exemplaren gedruckt worden ist, wird nach Angaben von Ralph Haerth, dem Sprecher der Initiative Eastside.Frankfurt, auch als Willkommensgruß an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank verteilt, um ihnen das Ostend vorzustellen und ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern.

Die Broschüre wird gegen die Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN-A4-Umschlages an Eastside.Frankfurt, Ralph Haerth, Carl-Benz-Straße 35, 60386 Frankfurt kostenlos abgegeben. Sie liegt auch vielen Geschäften und Restaurants entlang der Hanauer Landstraße aus.

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