Im Gebäude der Salzmannschule startet die Kooperative Gesamtschule Niederrad. Die KGS soll ein bis zwei Jahre dort bleiben, ehe dann der dauerhafte Standort im Stadtteil bezogen wird.
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Im Gebäude der Salzmannschule startet die Kooperative Gesamtschule Niederrad. Die KGS soll ein bis zwei Jahre dort bleiben, ehe dann der dauerhafte Standort im Stadtteil bezogen wird.

KGS Niederrad

Weg für Gymnasialplätze geebnet

  • Thomas Remlein
    VonThomas Remlein
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Die kooperative Gesamtschule (KGS) Niederrad kommt doch nicht an die Goldsteiner Straße 235 nahe des Klärwerks, sondern in den Ortskern von Niederrad, an die Goldsteiner Straße 27. Auch die Entwicklung des Gymnasiums Nord macht Fortschritte, wie die Sitzung des Bildungsausschusses zeigte.

Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) war für den zunächst vorgeschlagenen Standort für die KGS Niederrad heftig gescholten worden. Eltern befürchteten Geruchsbelästigungen für die Schüler durch das Klärwerk und Lärmbelästigung durch die nahe gelegen Autobahn. Nun kann die KGS vorübergehend in die Außenstelle der Salzmann-Schule an der Goldsteiner Straße 27 ziehen. Dort kann die KGS einen bereits vorhandenen Musik- sowie einen naturwissenschaftlichen Raum nutzen. Ob zusätzliche Container aufgestellt werden müssen, soll eine Analyse des Raumbedarfs zeigen.

Die Schule soll sechszügig an den Start gehen: mit einer Hauptschulklasse, zwei Realschulklassen und drei Gymnasialklassen. Vorläufig soll die Schule ein Jahr an diesem Standort bleiben, möglicherweise auch zwei Jahre. Auch der dauerhafte Standort soll dann in Niederrad sein. „Das Tempo, in dem Schulgründungen stattfinden, können wir nicht einhalten“, sagte Sorge, „deshalb müssen wir auf provisorische Lösungen ausweichen.“ Sorge freute sich, in Niederrad nun weitere 90 Gymnasialplätze anbieten zu können.

Eine Lehrergruppe um Eva Seifert vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Sachsenhausen soll die KGS aufbauen. Seifert favorisiert für ihre Schüler ein „eher forschendes Lernen, mit kompetenzzentrierter, fächerübergreifender Arbeit“. Als Beispiel nannte Seiffert, die Vorgangsbeschreibung im Fach Deutsch in den naturwissenschaftlichen Unterricht zu integrieren. Die Kinder sollen auch in jahrgangsübergreifenden Projektgruppen miteinander arbeiten. Demnächst wird es einen Informationsabend für die Eltern in Niederrad geben.

Stefan von Wangenheim (FDP) nannte das Gesamtpaket eine „großartige Nachricht, wenn es nicht vorher das Chaos gegeben hätte, das kennzeichnend ist für das Bildungsdezernat“. Er kritisierte, dass die KGS vor 2020 kein eigenes Gebäude erhalten werde. Auch Sylvia Weber (SPD) kritisierte „das unsägliche Hickhack um den Standort“.

Studiendirektor Michael Haas plant den Aufbau des Gymnasiums Nord, das vorübergehend an der Muckermannstraße in Westhausen untergebracht werden soll. Endgültiger Standort soll das Neubaugebiet Eschbachtal in Bonames Ost werden. „Das Gymnasium wird sehr groß“, kündigte Haas an. Es soll ein ganztägiges Gymnasium mit Hausaufgabenbetreuung durch die unterrichtenden Lehrer werden, was unter den Mitgliedern des Bildungsausschusses großen Beifall fand. Die erste Schulstunde soll erst um 8.30 Uhr beginnen. Hass will bei dem neunklassigen Gymnasium die Schwerpunkte auf besondere Förderung der Schüler mit Schwächen sowie auf die Förderung der Begabten legen. Besonderes Augenmerk gilt den Fremdsprachen und der Mathematik. Geplant ist eine zusätzliche Stunde Englisch ab der fünften Klasse und ein zweisprachiges Angebot mit der Möglichkeit, internationale Abschlüsse zu erwerben. Erste Gespräche mit Eltern hätten ergeben, dass sich diese für den Neubau einen Standort in Bonames Ost wünschten, erklärte Haas im Ausschuss.

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