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Die Deutsche Bahn mietet in Frankfurt eine neue Zentrale.

Projekt ?Grand Central?

Am Hafentunnel entsteht ein weiteres Hochhaus

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Das Grundstück an der Nordrampe des Hafentunnels gilt schon lange als geeigneter Standort für ein höheres Gebäude. Als der Hochhausrahmenplan von 2008 verabschiedet wurde, dachte man noch an ein Bürohochhaus.

Das Grundstück an der Nordrampe des Hafentunnels gilt schon lange als geeigneter Standort für ein höheres Gebäude. Als der Hochhausrahmenplan von 2008 verabschiedet wurde, dachte man noch an ein Bürohochhaus. 110 Meter wurden als mögliche Höhe empfohlen. Das wäre etwas höher als der benachbarte, 93 Meter hohe Commerzbank-Turm von 1976.

Heute aber sieht der Immobilienmarkt ganz anders aus. Die Nachfrage nach neuen Büros entwickelt sich eher schleppend, dafür sind Wohnungen gefragt wie nie zuvor. Aus Bürohochhäusern werden Wohntürme. So ist es jetzt auch am Hafentunnel. Dort werde ein Wohnhochhaus entstehen, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) gestern Abend im Planungsausschuss im Römer. Als Höhe hält er 140 Meter für städtebaulich verträglich. Das bedeutet, dass das Hochhaus etwa 30 Stockwerke haben könnte. Wie hoch es genau wird, soll sich aber erst in einem Architektenwettbewerb zeigen.

Nur eins steht laut Josef bereits fest: 30 Prozent der rund 550 Wohnungen, die im Hochhaus und im benachbarten Quartier entstehen könnten, müssen öffentlich gefördert sein. Das ist mittlerweile die generelle Linie der Stadt und soll im noch zu erstellenden Bebauungsplan festgeschrieben werden.

Das Hochhaus ist Teil des Projekts „Grand Central“, das die Immobilienunternehmen Phoenix und Groß & Partner gemeinsam auf dem Grundstück zwischen dem Gleisfeld und der Adam-Riese-Straße entwickeln. Dort werden die alten Hallen des früheren Postverteilzentrums abgerissen. Im Anschluss an den Wohnturm ist eine niedrigere Bebauung mit sieben bis acht Stockwerken vorgesehen. Den größten Teil davon wird, wie berichtet, die Deutsche Bahn als neue Zentrale für ihre Tochter DB Netz AG nutzen. 52 000 Quadratmeter wird der Konzern in zwei miteinander verbundenen Gebäuden langfristig mieten, 2200 Mitarbeiter sollen dort Platz finden.

Der bisherige Sitz der DB Netz AG an der Theodor-Heuss-Allee wird aufgegeben. Außerdem sollen auch Mitarbeiter von anderen Standorten wie Eschborn im Gallus zusammengezogen werden. Der Umzug ist für Ende 2020 geplant. Neben Büros und Wohnungen ist für das Areal auch ein Hotel im Gespräch.

Die Investoren verweisen auf die Nähe zum Hauptbahnhof und die gute Erschließung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Das erhöhe die Mitarbeiterzufriedenheit und verkürze auch die Wege zu anderen Standorten des DB-Konzerns.

Das 40 Jahre alte Commerzbank-Hochhaus an der Hafenstraße gehört ebenfalls dem Gemeinschaftsunternehmen von Phoenix und Groß & Partner. Dafür gebe es noch einen langfristigen Mietvertrag, betont Phoenix-Geschäftsführer Frank Lebsanft. „Wir untersuchen derzeit, was man mit dem Haus machen kann.“

(mu)

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