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Handel in Preungesheim blüht

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Von: Andreas Haupt

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Marion Schulz (links) und Julia Münter inmitten ihrer Bücher
Marion Schulz (links) und Julia Münter inmitten ihrer Bücher © Holger Menzel

Das kleine Einkaufszentrum am Gravensteiner Platz ist komplett belegt: Heute eröffnet dort „Bücher im Bogen“. Eine Gefahr für alteingesessene Geschäfte sei das Zentrum nicht, sagt Andreas Eggenwirth vom Gewerbeverein.

Die Regale stehen und sind voll mit Büchern. „Noch ist nicht alles perfekt“, sagt Marion Schulz (49) und schaut sich prüfend in der kleinen Buchhandlung um. Heute eröffnen sie und ihre Schwester, Julia Münter (40) in den Gravensteiner Arkaden das Geschäft „Bücher im Bogen“. Damit ist die letzte Ladenfläche im Foyer des Einkaufszentrums im Zentrum des Frankfurter Bogens gefüllt.

Eine gute Gelegenheit

Es war eine gute Gelegenheit, sich selbstständig zu machen, sagt die gelernte Buchhändlerin Schulz. „Mein Schwester wohnt im Frankfurter Bogen, ich an der Friedberger Warte. Und das Geschäft hat die richtige Größe, Schaufenster zum Gravensteiner Platz und einen Eingang vom Einkaufszentrum aus.“ Schulz ist überzeugt, neben Größen wie Hugendubel in der Innenstadt oder dem Versandhändler Amazon bestehen zu können. „Viele wissen gar nicht, dass der deutsche Buchhandel das schnellste Liefersystem der Welt hat. Bestellt der Kunde bis 18.15 Uhr, ist sein Buch am nächsten Morgen hier – fachkundige Beratung inklusive.“

Auf den Einladungen zur Eröffnung wirbt Schulz nicht nur mit Bastelaktionen für Kinder, die hier heute stattfinden, sie verweist auch auf ihre „direkte Nachbarschaft“: Der Tegut-Supermarkt, die DM-Drogerie und der Bäckerei Schaan sind nebenan, unter den Arkaden gibt es das sardisch-italienische Restaurant „Godi“, das Eiscafe „San Marco“ sowie den „Salon Kaiser“, einen Friseursalon mit Kosmetikstudio. Noch mangele es daran, die „Gravensteiner Arkaden“ als Ganzes zu vermarkten, bedauert Schulz – dabei sei das Miteinander gut. „Die Tegut-Marktleiterin half, unsere Regale an ihrer Rampe zu entladen und hierher zu bringen. Mit der Bäckerei haben wir erste Ideen für eine Kooperation.“

Ideen sind wichtig

Wie wichtig gute Ideen für den Erfolg sind, zeige der Wochenmarkt auf dem Gravensteiner Platz jeden Freitag, sagt Andreas Eggenwirth, der Vorsitzende des Gewerbevereins Eckenheim/Preungesheim. „Hätte nicht der Landesverband für Markthandel und Schausteller, der ihn betreibt, so viel Energie in das Anlocken von Ständen oder in kleine Aktionen gesteckt, führte der Markt ein Schattendasein.“ So aber habe er sich zum Treffpunkt für die Preungesheimer entwickelt.

Eine Buchhandlung habe noch gefehlt, um den Einzelhandel im Stadtteil zu beleben, sagt Eggenwirth. „Das ist mehr als nur Grundversorgung. Bücher sind etwas für die Seele, für ein gutes Lebensgefühl.“ Die Gefahr, dass die „Arkaden“ dem bisherigen zentralen Einkaufsort an der Kreuzung Homburger Landstraße/Ronneburgstraße schaden, sieht er nicht. Die Einzugsbereiche seien unterschiedlich: Wer im Süden des Stadtteils wohne, komme selten zum Gravensteiner Platz.

Bester Kundenmagnet an der Homburger Landstraße sei die Metzgerei Martus. Zwei Bäckereien, Apotheke, Sparkasse, Ärzte, der Optiker in der nahen Kreuzstraße, ein türkischer und asiatischer Imbiss sowie das vietnamesische Restaurant „Konfuzius sagt“ runden das Angebot ab.

Leerstände gebe es nicht, freut sich Eggenwirth. „Das zeigt, dass der Standort attraktiv ist.“ In das frühere Schuhgeschäft in der Kreuzstraße zog eine Fahrschule, im früheren Schreibwarenladen ist ein Nagelstudio. Dass in den früheren türkischen Lebensmittelladen der Betreuungs- und Pflegedienst „Casa Mea“ zog, begrüßt Eggenwirth. „Ihre Klienten leben auch in Preungesheim.“

Nur in den Gravensteiner Arkaden gibt es Leerstand: „Zwei 100 und 140 Quadratmeter große Flächen sind noch frei“, bestätigt Tegut-Sprecherin Stella Kircher. Eine Apotheke wäre ein Wunschkandidat, „wir sind aber offen für alles.“ Aus Eggenwirths Sicht würden ein Fahrrad- und ein Blumenladen gut in den Stadtteil passen.

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