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Edward Li, Chefdesigner und Inhaber des Labels Luxotic, trägt Kimono.

Wohntrends

So bunt geht es auf der Frankfurter Heimtexil-Messe zu

Bis Freitag zeigt die Heimtextil für Fachbesucher die neuesten Wohntrends. In diesem Jahr soll der Kuschel-Look regieren, aber bitte möglichst nachhaltig.

Wer Lust hat, kann sich erst einmal in die Wohntrends 2019 hineinschaukeln. Kein Witz. In der Halle 3.0 der diesjährigen Heimtextil auf dem Frankfurter Messegelände ist eine sehr große Schaukel mit angebundenen Decken und Teppichen aufgebaut. Je nachdem, wie hoch man schaukelt, verändern sich die Wörter auf der Leinwand hinter einem. „Childish“, also zu deutsch: „kindisch“, steht da beispielsweise geschrieben.

Edward Li, Chefdesigner und Inhaber des Labels Luxotic, trägt Kimono.

„Es geht darum, dass wir in einer überdynamischen Welt Zuflucht finden können, und auch mal das verspielte Kind rauslassen“, erzählt Shirley Tale, die Trend-Expertin der diesjährigen Heimtextil. Klingt schon fast philosophisch. Es geht aber eigentlich um Wohntrends. Vom heutigen Dienstag am bis einschließlich Freitag können ausschließlich Fachbesucher die Messe besuchen.

Hauptsache „chillig“

Toward Utopia, also „in Richtung Utopie“ lautet das Motto. Thimo Schwenzfeier, Leiter der Marketingkommunikation, betont: „2019 ist ein Entspannungsjahr.“ Und das sieht man auch am Stand des Ausstellers Hermann Biederlack in der neuen Halle 12. Da gibt es, was man zum immer noch angesagten „Hygge“-Gefühl, also der Gemütlichkeit fürs Zuhause, so braucht. Wie eben Kuscheldecken. „Pastellige Farben, aber auch Schachbrett- und Fischgrät-Muster sind bei Kuscheldecken gerade angesagt“, sagt Holger Steuter, Marketingleiter von Hermann Biederlack. Die Kuscheldecke zum Chillen und Netflixen gibt es ab 29 Euro. „Unsere teuerste kommt von Joop!, ist aber auch aus reinstem Kaschmir und kostet 600 Euro“, so Steuter.

Kunst aus Stoff und Spiegeln.

Ein zweites wichtiges Thema sei das „Megathema“ Nachhaltigkeit. „Wir können mit Textilien natürlich nicht die Welt retten, aber zumindest darauf achten, wo die Produkte herkommen und wie nachhaltig sie sind“, sagt Trendexpertin Tale.

Eine lustige Idee dazu hängt als Installation in Halle 4.2. Das Wort, das man sich da merken sollte, heißt „Furoshiki“. Es bezeichnet eine alte japanische Tradition: Tücher werden mit Knot- und Falttechniken zunächst verwendet, um ein Geschenk zu verpacken. „Anschließend kann der Beschenkte die hochwertigen Tücher wiederverwenden, beispielsweise als neuen Look für den Lampenschirm“, erzählt Schwenzfeier.

Den coolsten und zugleich chilligsten Look am Körper hat Edward Li. Der australische Designer der Marke „Luxotic“, die in Sydney beheimatet ist, trägt schwarzen Kimono zu gelb lackierten Nägeln. Aber auch bei Bettwäsche hat er seinen eigenen Style. „Sehr bunt“, „tropisch“ und „lustig“. So zeigt er auf eine Bettwäsche mit glitzernder Ananas. „Das ist alles handbemalt“, sagt er. 154 Euro kostet das Set.

Wer übrigens das gleiche Muster von Kimono und Bettwäsche sucht, findet das bei der niederländischen Marke Essenza Home. In glänzend-seidig mit Vogel- und Blumenmuster. Ab 49 Euro kostet der Kimono, die dazu passende Bettwäsche 59 Euro.

Florale Muster bleiben also weiterhin angesagt: Diese kann man sich sogar auf Sofas, Fußboden oder auf den Rollladen aufdrucken lassen. „Die Kunden designen das, was ihnen gefällt, am Bildschirm selbst. Die Geschäfte, die mit uns zusammenarbeiten, bedrucken das dann“, erzählt Paula Camarasu, Marketingmanagerin von HP Latex Printers. „Wenn man will, kann man sich auch das Bild seines Babys aufs Sofa drucken lassen. Alles ist möglich“, so Camarasu.

Samt für den Hund

Und dann gibt es noch den Trend zurück in die Jahre 1976/77, zumindest, was das Senfgelb des Sofas am Stand der Style Library betrifft. Hier stellen acht britische Marken aus. „Wir verkaufen ausschließlich die Stoffe, mit denen die Möbel bezogen werden können“, sagt Charlotte Archer von Style Library. Die günstigeren Marken kosten 30 britische Pfund pro Meter (etwa 33 Euro), die teuerste bereits 110 britische Pfund (etwa 122 Euro) pro Meter.

Nur das Beste für Fiffi: Der Hundekorb mit roten Samtkissen.

Vielleicht dann doch lieber ein stylisches wie nachhaltiges Hundebett der Schweizer Marke Laboni? „Viele Hundebetten sind sehr unansehnlich, andere stylish, aber was will ein Hund mit Swarovski-Steinchen?“, fragt Geschäftsführerin Friederike Erhorn. Ab 199 Euro gibt es die trendigen, bequemen Liegekissen in rotem Samt. 699 Euro kostet das Hundebett „Vogue“. „Da passt sogar ein Labarador rein, die schlafen am liebsten eingerollt“, weiß Erhorn.

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