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Grüne-Welle-Assistent

Verkehr: So wollen Frankfurt und Offenbach gemeinsam Stickoxide senken

Mit einem Bündel von technischen Hilfsmitteln und Innovationen wollen Frankfurt und Offenbach gemeinsam Stickoxide senken.

Frankfurt - Angesichts der anstehenden Gerichtsentscheide zu Fahrverboten treiben Frankfurt und Offenbach gemeinsam die Minderung der Stickoxidwerte voran. Einige Projekte, die am 31. Juli 2018 im „Masterplan NOx-Minderung“ vorgestellt wurden, würden in Frankfurt nun auf den Weg gebracht, sagte Hans Preißl, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Am weitesten sei die Beschleunigung des Nahverkehrs an Ampeln. Schon jetzt schalten in der Stadt einige Ampeln auf Grün, wenn sich Busse und Bahnen nähern. Bis Ende des Jahres sollen 25 bis 30 Ampeln hinzukommen. Eine entsprechende Bau- und Finanzierungsvorlage bereite der Magistrat derzeit vor, sagte Preißl. Die Kosten werden auf bis zu eine Million Euro beziffert. Von der ÖPNV-Beschleunigung erhoffe sich die Stadt, dass die Fahrpläne besser eingehalten werden. Die Fahrgäste sollen schneller ans Ziel kommen und infolge der steigenden Attraktivität öfter vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen.

Derzeit bereite das Straßenverkehrsamt die Ausschreibung eines Bündels von Maßnahmen vor, für die es keiner Zustimmung der Stadtverordneten bedürfe. So sollen Grüne-Welle-Assistenten den Autofahrern per Smartphone-App anzeigen, welche Geschwindigkeit sie fahren müssen, um bei Grün über die Ampel zu kommen. Auch soll informiert werden, wenn Grün an der nächsten Ampel nicht mehr erreicht werden kann, und wann eine Ampel von Rot auf Grün umspringt. Erwartet wird eine Reduzierung der NOx-Emissionen, weil Autofahrer weniger oft anfahren und beschleunigen. Unter idealen Bedingungen könnten 40 Prozent der Halte vermieden werden. Das Projekt kostet rund 250 000 Euro und soll in diesem Jahr starten.

Geplant ist auch ein Pushdienst für Smartphones, der Nutzer informiert, für welche Strecke welches Verkehrsmittel am besten geeignet ist. Eingebunden werden soll ein Radroutenservice – mit dem Ziel, ein Bewusstsein zu schaffen, dass für kurze Strecken bis zu fünf Kilometern das Rad oft schneller sei als das Auto. Auch würden NOx-Emissionen vermieden. Die Kosten wurden nicht genannt.

Um die Suche nach einem Parkplatz zu erleichtern, soll das bisherige städtische Parkleitsystem – mit 18 Informationstafeln am Straßenrand sowie der Website mainziel.de – neu aufgestellt werden. Das geplante Verkehrsleitinformationssystem (VLIS) sieht neben physischen Schildern virtuelle Informationen vor. Diese will die Stadt mit dem Mobilitäts-Daten-Marktplatz der Bundesanstalt für Straßenwesen teilen, von dort würden sie auf Apps, Navigationsgeräte oder Websites aufgespielt. Verringert würde die Parkplatzsuche, die Autofahrer im Durchschnitt pro Fahrt sieben bis zehn Minuten Zeit koste. Kosten wurden nicht beziffert.

Um die Digitalisierung der Verkehrslenkung weiterzuentwickeln, erstellt die Stadt eine Analyse, die neben bestehenden Verkehrslenkungsstrategien Wetter- und Umweltdaten berücksichtigt. Kosten: rund 200 000 Euro. Auch soll die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq die Umlaufpläne im Nahverkehr verbessern und dadurch NOx vermeiden. Kosten: 600 000 Euro.

Abgelehnt wurden dem Referenten zufolge zwei Projekte aus dem „Masterplan NOx-Minderung“. Die Fahrkartenautomaten der VGF sollen nicht mit Videotelefonie ausgestattet werden – dabei hätten Fahrgäste Fragen direkt ans RMV-Kundencenter richten können. 205 neue Automaten hätten 3,2 Millionen Euro gekostet.

Auch werde es keine Tabletcomputer für Bus- und Bahnfahrer geben. Auf den Tablets sollten Störungsinformationen angezeigt werden, die sie den Fahrgästen hätten weitergeben können. Die Kosten von 1,5 Millionen Euro für 1000 Tablets spart sich die Stadt demnach.

vonFlorian Leclerc

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