Die Frankfurter Regisseurin und Buchautorin Ina Knobloch und ihren alten Freund, den Schauspieler Hannes Jaenicke, verbindet das Engagement für die Umwelt. Hier signieren sie gerade ein gemeinsames Buch. foto: enrico sauda
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Die Frankfurter Regisseurin und Buchautorin Ina Knobloch und ihren alten Freund, den Schauspieler Hannes Jaenicke, verbindet das Engagement für die Umwelt. Hier signieren sie gerade ein gemeinsames Buch.

Stadtgeflüster

Hannes Jaenicke und Ina Knobloch: Geschwister im Geiste

  • VonEnrico Sauda
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Der Schauspieler und die Filmemacherin engagieren sich gemeinsam für Klima, Biodiversität und Umweltschutz.

Frankfurt -Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke sitzt bei Filmemacherin Ina Knobloch zu Hause am Tisch. Sie essen. "Wir sind Vegetarier, und ich habe Shakshuka gemacht", sagt Ina Knobloch. Dem Mimen schmeckt's. Der Frankfurter Bub, der sich auch mit Dokumentationen wie "Im Einsatz für Orang-Utans", "...für Gorillas" oder "...für Haie" einen Namen machte, hat nur wenig Zeit, muss an einer Video-Konferenz teilnehmen. Sein nächstes Projekt heißt "Im Einsatz für die Sau", da geht es um Massentierhaltung.

Die beiden Frankfurter schrieben zusammen "Aufschrei der Meere"

Gerade ist der 61-Jährige aus Amsterdam angereist, wo er zwei Episoden von "Der Amsterdam Krimi" dreht. Nach dem Essen heißt es: ab in den Garten und Bücher signieren. Am Dienstag ist der Tag der Meere, und "wir signieren der ,Turtle Foundation' 20 Exemplare von ,Aufschrei der Meere - Was unsere Ozeane bedroht und wie wir sie schützen müssen'", sagt Ina Knobloch. "Sie unterstützen und realisieren eigene Projekte für Meeresschildkröten an verschiedenen Stränden der Welt", erklärt die Frankfurterin, die promovierte Biologin, Bestsellerautorin und Trägerin des Hessischen Filmpreises ist.

"Die Meeresschildkröten sind ein guter Indikator für den Klimawandel, denn sie sind sehr sensibel, was die Temperaturerhöhung angeht. Ich bin sicher, dass der Shutdown einen positiven Effekt auf die Umwelt hatte, jetzt müssen wir sehen, dass die Themen Klima, Biodiversität und Umweltschutz auch nach der Coronapandemie und den Lockdowns hochgehalten werden", so Ina Knobloch, die in ihrem Buch "Shutdown - Von der Corona-Krise zur Jahrhundert-Pandemie" die Hintergründe der Covid-19-Krise beleuchtet. Mit Jaenicke schrieb sie "Aufschrei der Meere". Es ist das erste gemeinsame Buch, das vor eineinhalb Jahren erschien.

Sie lernten sich bei einer Veranstaltung im Frankfurter Zoo kennen

Einst haben sich die beiden bei einer Veranstaltung im Zoo kennengelernt. Über die Jahre entwickelte sich eine Freundschaft, und vor etwas mehr als zwei Jahren besuchte Hannes Jaenicke Ina Knobloch in Costa Rica, wo sie aus Bäumen, die sie vor mehr als drei Jahrzehnten dort pflanzte, ein Baumhaus, baute. "Und ich durfte dort schlafen", erzählt Jaenicke. Eine Woche lang steckten sie damals die Köpfe zusammen, entwickelten das Konzept zum Buch. "Danach ging alles über Mail, denn ich war ein halbes Jahr im arabischen Raum unterwegs", so Jaenicke. Zurzeit haben sie kein gemeinsames Projekt. Jaenicke komme auch gar nicht zum Schreiben. "Ich drehe zu viel", sagt der Schauspieler, der sich nach seinem kurzen Trip an den Main auch wieder nach Amsterdam aufmachte.

Frankfurter Regisseurin plant Film über Lotte Grimm

"Es ist toll, dass Hannes so spontan Zeit gefunden hat", freut sich Ina Knobloch. Sie hingegen hat schon ihr nächstes Buch fertig. Ein Drehbuch über Lotte, die vergessene Schwester der Brüder-Grimm. "Die bekanntesten waren Wilhelm und Jakob, aber tatsächlich gab es sieben Brüder - und eben eine Schwester", so Ina Knobloch, die sagt, dass das Interesse an ihrem Filmprojekt groß sei, Gespräche schon stattfänden und dass sie zwei Lotte-Darstellerinnen bräuchte - eine für Lotte als Kind und eine als junge Frau. " Paula Beer könnte sehr gut passen, aber auch Mala Emde ", sagt Ina Knobloch. "Es wird auf jeden Fall ein Kinofilm mit Überlänge entstehen, doch der Stoff hat auch Serienpotenzial."

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