Neuer Mundart-Band

Hans W. Wolff kann’s nicht lassen

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Der Meister der Frankfurter Mundart hat wieder zugeschlagen. Dornbusch-Dichter Hans W. Wolff legt sein neues Werk vor, erschienen im Societäts Verlag.

Mundartdichter Hans W. Wolff kann es nicht lassen. Kurz nach seinem 90. Geburtstag belegt sein neuer Mundart-Band „Im reifere Alder“, dass sein schelmischer Geist noch immer jung geblieben ist.

Sein Schaffensdrang ist scheinbar unbegrenzt. Mit viel Humor und Lokalkolorit erzählt uns Wolff aus dem Alltag reiferer Frankfurter, die noch längst nicht zum alten Eisen zählen. Wie schon lange bewährt, hat Ludwig Nardelli die passenden originellen Zeichnungen beigesteuert.

1926 in Fechenheim geboren, studierte Wolff Anglistik und Romanistik in Frankfurt und Grenoble. 1985 ging er in den Vorruhestand und widmete sich seinem Hobby, das er professionalisierte: dem Schreiben. Schon früher hatte Wolff mehrere Sachbücher in Deutsch, Englisch und Französisch veröffentlicht. Im Ruhestand konzentrierte er sich auf die Belletristik, der er bis heute treu ist.

Im Societäts-Verlag brachte er neben anderen Büchern seinen hessischen Intensiv-Kurs „Von Affezäggus bis Zabbelfillibb“ und „Frankforder Gebabbel“ heraus. Sein absoluter Erfolg ist jedoch seinem Büchlein „Mir rüsdische Sennjorn“ beschieden.

Seit er seine zweite Karriere startete, vergeht kaum ein Jahr ohne neue Veröffentlichung. Gebabbel und Sprüche zu allen Frankfurter Belangen werden bei ihm auf eine ganz eigene, liebenswürdige Weise präsentiert. So auch in seinem neuen Werk: „Wisse Sie, was en Schdammtisch is? Des is en Tisch wo die sitze, die wo da immer sitze. Isch geh gern keeschle. Mer muss ja im Sennjornalder uffbasse, dass mer net väeinsamt. Un da is en Väein e gut Middel degeesche. ,Alle Neun’ is ein Goddessessche. Mer kimmt da reeschelmeeßisch emaa unner Leut wo eim besonners simmbadisch sin. Aach krieht mer als Mann voriwwergehend e bissi Abschdand von eim seiner Ehefraa. Des is ja net väwäfflisch, odder? Ganz im Geescheteil, es schdäggt die geescheseidische Zuneischung. Saache die Bsischolooche. Un die misses ja wisse. Die Sach hat aach den Vordeil, dass die Babett, mei Fraa, mir net jed Glas Ebbelwei nachzähle kann, des isch nachem Keeschele schleusch. An unserm Schdammtisch bei de ,Frau Rauscher’. Aale Frankforder wisse, wo des is.“

Wolff ist aber nicht nur als Dichter und Autor kreativ. Allerhand skurrile Fabel- und Märchenfiguren, Waldgeister, Tiere, Riesen und Zwerge hat er kreiert. Seine Tochter Maja brachte ihm kürzlich aus dem Urlaub Muschel-Schalen mit. Flugs entstanden daraus neuartige Meeresbewohner. Aus Blüten bastelt er Fische, die er zu Kunstpostkarten weiter verarbeitet, um sie dann im Kopierladen am Dornbusch und anderswo zu verkaufen.

Als Quelle seines Schaffensdrangs nennt er seinen ungebrochenen Humor. „Der hilft in allen Lebenslagen“, sagt er und lacht. Er esse nur wenig und trinke viel Wasser. Doch ab und zu gönne er sich ein Gläschen Rotwein oder ein Bierchen.

Und man darf sich sicher sein, dass Hans W. Wolff bereits an seinem nächsten Buchprojekt arbeitet. Sein Fundus an Geschichten und Versen ist noch lange nicht am Versiegen.

Das Buch „Im reifere Alder“, 160 Seiten, 13,20 Euro, ist im Buchhandel erhältlich oder im Internet unter .

(glo)

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