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Polizeikontrolle am Hauptbahnhof Frankfurt (Symbolbild).

Ärger mit Drogenkonsumenten

Acht Bundespolizisten wegen Körperverletzung angeklagt

Hauptbahnhof Frankfurt: Ein 21-Jähriger soll sich im Gewahrsam einen Rippenbruch zugezogen haben. Er lag zwei Stunden nackt in einer Zelle.

Frankfurt - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat gegen acht Angehörige der Bundespolizei am Frankfurter Hauptbahnhof Anklage wegen Verdachts auf Körperverletzung im Amt sowie Nötigung erhoben. 

Wie Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Freitag bekanntgab, sollen drei der zwischen 29 und 58 Jahre alten Beamten im Dezember 2017 zunächst in der B-Ebene einen 21 Jahre alten Drogenkonsumenten kontrolliert haben. Dabei soll der 21-Jährige auch Widerstand geleistet haben. 

Frankfurt: Mann erleidet Rippenbruch

Später sei der Mann mit auf die Wache genommen worden, wo er den Angaben zufolge von weiteren Beamten ausgezogen wurde und zwei Stunden nackt in einer Zelle aushalten musste. In dieser Zeit habe sich der 21-Jährige vor Schmerzen gekrümmt, nachdem er sich bei der vorausgegangenen Auseinandersetzung einen Rippenbruch zugezogen habe, sagte Niesen. 

Obwohl er die Beamten mehrfach auf seine Schmerzen aufmerksam gemacht habe, sei von diesen keine ärztliche Hilfe veranlasst worden. Die Anklage gehe deshalb von Körperverletzung "durch Unterlassen" aus. Das Landgericht Frankfurt wird voraussichtlich von Mitte Oktober an gegen die Beamten verhandeln. 

Polizei Frankfurt führt Ermittlungen

Ein Sprecher der Bundespolizei in Koblenz bestätigte auf Anfrage, dass der Vorfall im Frankfurter Hauptbahnhof von seiner Behörde zur Anzeige gebracht worden sei. Zu Einzelheiten der Anklage äußerte er sich jedoch nicht. Die Ermittlungen seien von der Frankfurter Polizei geführt worden - die Staatsanwaltschaft sei "Herrin des Verfahrens".

Auch sonst war in den vergangenen Tagen am Hauptbahnhof einiges los: Ein Transporter hat einen Fußgänger angefahren und diesen kilometerweit durch Frankfurt geschleift. Ein Mann wurde ausgeraubt und mit Flaschen beworfen. Schon nach der ICE-Attacke, bei der ein Achtjähriger vor einen einfahrenden Zug gestoßen wurde, haben Bundesregierung und Bahn daher mehr Maßnahmen für Sicherheit an Bahnhöfen beschlossen.

tom/dpa

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