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Einer der größten Fernbahnhöfe von Deutschland: der Frankfurter Hauptbahnhof.

Verkehr in Frankfurt

Hauptbahnhof Frankfurt: Wo Reisende und Pendler auf Drogendealer treffen

Der Hauptbahnhof Frankfurt ist der zentrale Verkehrsknoten der Bahn: Täglich reist fast eine halbe Million Menschen mit dem Zug. Ein Ort der Vielfalt. 

Am Hauptbahnhof in Frankfurt prallen täglich unterschiedlichste Menschen und Gegensätze aufeinander: Hier Business-Menschen auf Dienstreise und Touristen bei ihrer Sightseeing-Tour, dort Menschen ohne festen Wohnsitz oder Drogenabhängige aus dem Bahnhofsviertel. Der Ort hat den Ruf, schmutzig und gefährlich zu sein. Doch viele Frankfurter, die täglich am Hauptbahnhof den öffentlichen Nahverkehr nutzen, können dieses Urteil so nicht nachvollziehen. 

Tatsächlich ist laut offizieller Polizeistatistik die Kriminalität in Hessen auf den niedrigsten Stand seit 1980 gefallen. Da bildet der Hauptbahnhof in Frankfurt keine Ausnahme. 

Große Vielfalt gehört zum Hauptbahnhof Frankfurt  

Der Hauptbahnhof Frankfurt ist attraktiv - nicht nur für Menschen, die zur Arbeit müssen oder verreisen wollen. Denn in dem riesigen Bahnhofsgebäude gibt es nicht nur unterschiedlichste Restaurants, bekannte Fast-Food-Ketten oder Imbiss-Buden, sondern auch Bäcker, Metzger und Buchhandlungen. 

Die Bahnhofsmission ist eine Anlaufstelle für Menschen in Not. Obdachlose finden in der sogenannten B-Ebene, also eine Etage unter den Gleisanlagen, ein trockenes und im Winter frostfreies Eckchen. Vielfalt gehört daher zum Wesen des Hauptbahnhofs Frankfurt. 

Pendler im Hauptbahnhof Frankfurt.

Am Frankfurter Hauptbahnhof läuft alles zusammen

460.000 Reisende nutzen täglich den Frankfurter Hauptbahnhof, bis zu 1170 Züge fahren an Spitzentagen den Kopfbahnhof an. Damit ist er - zusammen mit Hamburg und München - einer der am stärksten frequentierten Fernbahnhöfe in Deutschland und gilt aufgrund seiner geografischen Lage mitten in Deutschland als die wichtigste Drehscheibe im deutschen Zugverkehr. 

Unter dem Hauptbahnhof befinden sich eine S-Bahn- und eine U-Bahn-Station, die den Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt und Rhein-Main gewährleisten. Somit verfügt der Frankfurter Hauptbahnhof über insgesamt 25 Fernbahngleise, vier S-Bahngleise und drei U-Bahnanschlüsse. Außerdem gibt es auf dem Bahnhofsvorplatz noch Haltestellen für mehrere Frankfurter Straßenbahnlinien. 

Plan für Frankfurt: Der unterirdische Bahnhof 

Der Frankfurter Kopfbahnhof wird von rund zwei Dritteln der deutschen Fernzüge angefahren. Doch die spezielle Gleis-Architektur des Frankfurter Bahnhofs bereitet Probleme: Der Kopfbahnhof erfordert das zeitaufwendige Ein- und Ausfahren der Züge. Immer wieder stockt es im Betriebsablauf und dadurch kommt es zu Verspätungen. 

Wenn die Züge nicht die Fahrtrichtung wechseln müssten, sondern in gleicher Richtung weiterfahren könnten, würden Fahrtzeiten verkürzt und es könnten mehr Züge aufs Gleis gesetzt werden. Daher ist geplant, unter dem Frankfurter Bahnhofsgebäude einen unterirdischen Durchgangsbahnhof zu schaffen. Davon würden dann wohl auch die Regional- und S-Bahnen profitieren.  

Die Bundesregierung hat das Megaprojekt in den Verkehrswegplan aufgenommen und es als vordringlich eingestuft. Bis der milliardenschwere Umbau jedoch realisiert ist, werden mindestens noch 15 Jahre vergehen.

Etwa zwei Drittel aller ICE-Linien der Deutschen Bahn führen über Frankfurt.

Täglich halten bis zu 400 Fernzüge im Frankfurter Hauptbahnhof 

Im Fernverkehr legen derzeit zwölf der insgesamt 22 ICE-Linien einen Stopp in Frankfurt ein: 

  • ICE 4: Hamburg – Darmstadt
  • ICE 11: Hamburg – München
  • ICE 12: Berlin Ost – Basel (Interlaken Ost)
  • ICE 12: Berlin Ost – Basel (Interlaken Ost)
  • ICE 13: Berlin Ost – Frankfurt
  • ICE 15: Berlin – Frankfurt
  • ICE 20: (Kiel) Hamburg – Zürich (Chur)
  • ICE 22: (Kiel) Hamburg - Stuttgart
  • ICE 22: München Ost) Frankfurt – Oldenburg
  • ICE 26: (Stralsund) Hamburg – Karlsruhe
  • ICE 31: Hamburg-Altona – München
  • ICE 41: (Dortmund) Essen – München
  • ICE 49: (Dortmund) Köln – Frankfurt
  • ICE 50: Dresden – Wiesbaden
  • ICE 78: Amsterdam – Frankfurt
  • ICE 79: Bruxelles – Frankfurt
  • ICE/TGV 82: Frankfurt – Paris Est
  • TGV 84: Frankfurt – Marseille
  • ECE 151 Frankfurt – Mailand
  • ECE 52: Mailand - Frankfurt
  • IC 26: Westerland – Karlsruhe
  • IC 31: (Kiel) Hamburg – Frankfurt (Passau)
  • IC/EC 62: Frankfurt - Klagenfurt 
  • RJ 63: Frankfurt – Budapest
  • RJ 66: Budapest – Frankfurt

Hauptbahnhof Frankfurt: Am Anfang gleich ein Unfall

Der Hauptbahnhof war keineswegs der erste Bahnhof in Frankfurt. Lange Zeit hatte die Stadt drei Westbahnhöfe: Die Taunusbahn, die Main-Weser-Bahn und die Main-Neckar-Bahn endeten im heutigen Bahnhofsviertel – aber alle in verschiedenen Bahnhöfen. 

Für Reisende war das umständlich und zeitraubend, doch territorialen Zuständigkeiten verhinderten lange eine Zusammenlegung. Erst nach der Annexion Frankfurts durch Preußen konnte die Planung für einen Centralbahnhof begonnen werden. Nach rund fünf Jahren Bauzeit wurde schließlich am 18. August 1888 der heutige Hauptbahnhof eröffnet.

Gleich am Abend des ersten Tages kam es zu einem Unfall: Ein Zug konnte nicht rechtzeitig bremsen und überfuhr den Prellbock. Es sollte nicht das einzige Unglück dieser Art bleiben. Besonders spektakulär war ein Malheur des Ostende-Wien-Express, der am 6. Dezember 1901 nicht zum Stehen kam und schwungvoll bis in den Wartesaal der Ersten Klasse weiterrauschte.

Der Frankfurt Marathon lockt am 27. Oktober zahlreiche Läufer und Zuschauer in die Stadt. Das müssen Sie zum Verkehr, Sperrungen und Umleitungen wissen.

Laut Google Maps existieren in Frankfurt zwei Hauptbahnhöfe: Frankfurt - Neuer Hauptbahnhof an der Miquelallee

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