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Umbau am Hauptbahnhof Frankfurt: Verteilerebene wird Ladenpassage: Hell und freundlich soll die B-Ebene ab 2024 sein. Der Umbau hat gestern begonnen.

Eisenbahnknoten

Hauptbahnhof Frankfurt wird umgebaut: Jetzt stoppt die Bahn plötzlich einige Pläne

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Die Bahn saniert den wichtigsten Knoten im deutschen Eisenbahnnetz, den Hauptbahnhof Frankfurt. Dabei sind einige Vorhaben nun überraschend gestoppt worden.

  • Der Hauptbahnhof Frankfurt wird umgebaut - im Zentrum steht die B-Ebene.
  • Eigentlich sollten die Umbauten noch umfangreicher ausfallen.
  • Nach dem Ende des Umbaus der B-Ebene soll aber noch lange nicht Schluss sein am Frankfurter Hauptbahnhof.

Frankfurt am Main – Mit dem Umbau der B-Ebene unter dem Hauptbahnhof hat die Deutsche Bahn begonnen. Zusammen mit der Sanierung von Nordbau und Nordflügel sowie dem Umbau der Haupthalle samt großem Durchbruch in die B-Ebene sollen die Bauarbeiten 375 Millionen Euro kosten. Sie dauern aber länger als geplant.

„Stärkeres Sicherheitsgefühl“ in der B-Ebene des Hauptbahnhof Frankfurt

Immerhin: Der Umbau der B-Ebene dauere nur bis 2024, kündigt der Hessen-Chef der Deutschen Bahn, Klaus Vornhusen, an. Zusammen mit Hessens Verkehrsminister Tarek-Al-Wazir (Grüne), Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und dem Chef des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) Knut Ringat ließ Vornhusen die Bauarbeiten am Montagmorgen beginnen.

Bisher sei die B-Ebene „nicht der Ort, wo man sich gerne aufhält“, gewesen, räumt Minister Al-Wazir ein. „Wir wollen, dass dieser Ort seinen Schrecken verliert.“ Mit dem Umbau der Verteilerebene zur Ladenpassage werden Durchgänge schmaler, einige Zugänge geschlossen. Helle Böden und Wände sowie viel Licht sollen alles „freundlicher machen“, erklärt Bahn-Infrastrukturvorstand Roland Pofalla in einer Videobotschaft. „Das stärkt das Sicherheitsgefühl.“ 70 neue Ladenlokale mit 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen, darunter ein Supermarkt.

Parkhaus am Nordflügel des Frankfurter Haupbahnhof geplant

Mehr Läden entstehen auch im Nordbau des Hauptgebäudes in Höhe der Gleise 16 bis 24, der ebenso saniert wird. Zum Vorhaben gehören zudem das Sanieren des Nordflügels an der Poststraße sowie der spektakuläre Durchbruch von der Haupthalle in die B-Ebene. Doch alles zusammen schafft die Bahn nicht, wie bislang angekündigt, in vier Jahren Bauzeit. Nur B-Ebene und Nordbau sollen bis 2024 fertig und der Bahnhof dann während der Fußball-Europameisterschaft „besenrein“ sein, erläutert Klaus Vornhusen.

Erst nach dem Turnier folge der Umbau der Haupthalle samt spektakulärem Durchbruch nach unten in die B-Ebene. Das dauere bis 2028, kündigt der Bahn-Hessenchef an. Gleichzeitig beginne - neben dem von der Stadt vorgesehenen Umbau des Vorplatzes - auch die Sanierung des Nordflügels. Diese dauere bis 2030. Dafür laufe auch noch die Planung, da es Änderungswünsche gab: So forderte RMV, Gleis 25 wieder aufzubauen, um Kapazitäten für Regionalzüge zu schaffen. Das habe die Idee, ein Parkhaus in Verlängerung des Nordflügels zu bauen, „geschreddert“, so Vornhusen. „Das Parkhaus ist jetzt nicht mehr vorgesehen.“

Fahrrad-Tiefgarage für den Hauptbahnhof Frankfurt wurde gestrichen

Allzu traurig darüber ist der Projektleiter der Bahn für den Hauptbahnhof-Umbau, Peter Spindler, aber nicht. So locke man auch keinen zusätzlichen Autoverkehr an. Denn der Bahnhof hat bereits eine Tiefgarage an der Nord- und ein Parkhaus an der Südseite. Wo das im Parkhaus geplante Logistikzentrum hinkommt, werde noch geklärt, sagt Spindler.

Ebenso verfolgt die Bahn die Idee nicht weiter, eine Fahrrad-Tiefgarage mit 700 Stellplätzen in der ehemaligen Post- und Pakethalle unter den Gleisen 23 und 24 zu bauen. Den Standort habe die Stadt als „nicht attraktiv“ abgelehnt, weil er zu abseits liege, erklärt der Projektleiter. Das zeige sich auch beim neuen Fahrradparkhaus in der Mannheimer Straße, das kaum nachgefragt werde. „Es liegt einfach zu weit entfernt.“

„Ganz neue Möglichkeiten“ für den Frankfurter Hauptbahnhof

Lösungen für Logistik und Fahrradparkhaus erhofft sich Spindler, sobald klar wird, wo der Tiefbahnhof für den Fernbahntunnel liegen wird. Nächstes Jahr soll die Machbarkeitsstudie für dieses 3,5-Milliarden-Euro-Projekt vorliegen. Wenn ohnehin im Bereich der südlichen Halle oder unter der Mannheimer Straße in großem Stil neu gebaut werde, „dann ergeben sich ganz neue Möglichkeiten“, sagt der Projektleiter.

Auf die Ergebnisse wartet die Bahn auch, weil sie auch den Südflügel des Hauptbahnhofs noch sanieren muss. Den Fernbahntunnel will der Bund bis Ende der Dreißigerjahre bauen. So bleibt der Hauptbahnhof nun für zwei Jahrzehnte Dauerbaustelle.

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