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Schon während der Sperrung des S-Bahn-Tunnels wurde die Zeit genutzt, um ein neuen Bodenbelag zu verlegen. In den kommenden Jahren wird nun nachgelegt, auch die B-Ebene soll schöner und vor allem heller und übersichtlicher werden.

S-Bahn-Stationen

Hauptwache und Hauptbahnhof werden für 21 Millionen Euro umgebaut

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Das Land Hessen unterstützt die Modernisierung der S-Bahn-Stationen am Frankfurter Hauptbahnhof und an der Hauptwache mit 4,5 Millionen Euro.

Etwa eine halbe Million Menschen nutzen täglich die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet. Dabei gelten die Stationen an der Frankfurter Hauptwache und am Hauptbahnhof als die am meisten frequentierten. Der Aus- und Umstieg dort soll jetzt attraktiver werden. Bis Ende 2020 werden die beiden unterirdischen Bahnhöfe und ihre Zugänge für insgesamt knapp 21 Millionen Euro – 14 Millionen im Fall des Hauptbahnhofs, neun an der Hauptwache – modernisiert.

Die ersten Arbeiten dafür wurden bereits während der S-Bahn-Tunnelsperrungen in den Sommerferien erledigt, um die Pendler nicht noch zusätzlich zu belasten, wie Susanne Kosinsky, Leiterin Regionalbereich Mitte der zuständigen Deutschen Bahn Station & Service GmbH, erklärt. Dabei wurden vor allem die Bodenbeläge erneuert. Nun soll es 2019 mit der Unterstützung des Landes weitergehen. Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) überreichte gestern dafür in der DB Lounge des Hauptbahnhofs zwei Förderbescheide über insgesamt 4,5 Millionen Euro, 2,3 für den Hauptbahnhof, 2,2 für die Hauptwache.

Mobilität sichern

„Eigentlich ist das gar nicht unsere Infrastruktur, sondern eine in Bundesbesitz“, erklärte der Grünen-Politiker. Aber es sei im Interesse des Landes, dass die Modernisierung schnell vorangehe, um die Mobilität im Ballungsraum Rhein-Main zu sichern und möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, Busse und Bahnen zu nutzen.

Die geplanten Maßnahmen sollen dazu dienen, die beiden Stationen sicherer und heller zu gestalten. Dafür werden unter anderem zusätzliche Leuchten an den Decken angebracht, um das subjektive Sicherheitsempfinden positiv zu beeinflussen. Für die Verkleidungen der Wände ist farbiges Verbundglas vorgesehen, das Vandalismus wenig Angriffsfläche bietet und von dem sich Graffitis und andere ungewollt angebrachte Bemalungen oder Verschmutzungen schnell und problemlos entfernen lassen. Zudem sollen taktile Leitelemente Sehbehinderten Möglichkeiten zur Orientierung geben, und auch Sehende sollen besser auf die richtigen Wege geführt werden.

Die Sanierung und Verschönerung der beiden zentralen Bahnhöfe ist laut Stefanie Rieder, Arbeitsgebietsleiterin Bauprojekte Frankfurt Stadt, Teil des Programms „Zukunft Bahn“, in dessen Rahmen seit 2016 auch schon andere Stationen, darunter die Haltestellen Ostendstraße, Lokalbahnhof, Mühlberg oder Taunusanlage, modernisiert wurden. Aktuell sind seit Mitte August Arbeiten am Regionalbahnhof des Flughafens im Gange. Die Investitionen haben ein Gesamtvolumen von etwa 38 Millionen Euro.

„Dickes Brett“ B-Ebene

„Die Arbeit wird uns nicht ausgehen“, erklärte Al-Wazir, dessen Ministerium sich schon mehrfach finanziell an den Kosten beteiligt hat. Dabei stelle die ebenfalls ab 2019 vorgesehene und auf eine Dauer von insgesamt vier Jahre veranschlagte Umgestaltung der B-Ebene unterhalb des Hauptbahnhofs „das dickste Brett“ dar. „Die Bürger fühlen sich dort nicht wohl.“

Zwar habe man durch eine Aufstockung des Polizeiaufgebots in der unterirdischen Einkaufspassage schon Ängste nehmen wollen und können. Aber der Bereich sei insgesamt zu verwinkelt und müsse deutlich übersichtlicher werden. „Unsere Bescheide dafür haben wir bereits übergeben“, sagte der Verkehrsminister. „Es ist unser gemeinsames Ziel, den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen.“

Mit einer netteren Anmutung der vor allem bei Wartenden oft ungeliebten Bahnhöfe und ihrer Umgebung wie den hinführenden Fahrtreppen ist es dabei nicht getan. Auch der Ausbau der Schienenwege und die Modernisierung der Technik sowie die bereits erfolgte Einführung nächtlichen S-Bahn-Verkehrs gehören zu den Verbesserungsmaßnahmen und sollen für „einen pünktlicheren und leistungsfähigen Betrieb“ sorgen, so der Minister. Kosinsky konnte da nur beipflichten: „Damit die Reisenden noch lieber als bisher bei uns ein- und aussteigen.“ Der nächste Schritt dorthin ist zumindest finanziert.

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