Mehr Tempo

500 Haushalte in Seckbach surfen bald bis zu zehnmal schneller im Internet

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Zehnmal schneller als bisher wird das Internet der Telekom künftig in Seckbach sein. Anfang 2020 will der frühere Staatskonzern seine Technik in ganz Frankfurt auf 100 bis 250 Mbit pro Sekunde umgestellt haben.

Vor der Baugrube in der Gasse Im Staffel stehend, zeigt Markus Schön, bei der Telekom für die Technik in Frankfurt zuständig, den Hügel hinauf, Richtung Felder. „Da oben haben wir eine Vermittlungsstation stehen.“ An den schließt die Telekom nun den „kleinen grauen Kasten“, wie Telekom-Sprecher George-Stephan McKinney den Netzverteilerkasten an der Ecke Im Staffel / Auerfeldstraße nennt, nun mit Glasfaser statt mit den alten Kupferkabeln an. Um das Internet schneller zu machen, von bisher maximal 25 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) auf bis zu 250.

Seit zehn Jahren laufe diese Umstellung auf die Vectoring-Technik bereits, sagt Schön. Anfang 2020 soll die Umstellung endlich für ganz Frankfurt abgeschlossen sein. Rund 500 Seckbacher Haushalte profitieren von Dezember an davon; 8400 Haushalte in Eckenheim, Preungesheim, Nieder-Eschbach, Nied, Niederrad, Westend und Zeilsheim surfen bereits schneller im Internet. Anders als zuletzt in Harheim und Nieder-Erlenbach setzt die Telekom dabei nicht auf die neue mH-Technik, bei der die Glasfaserkabel bis ins Haus verlegt werden: Wie fast überall in Frankfurt tauscht sie nur die Kabel bis zum Netzverteilerkasten aus, die letzte Strecke bis ins Haus bleibt ein Kupferkabel. Das habe zwei Vorteile, sagt Schön: Zum einen sei das Verfahren billiger und schneller umsetzbar: Alle Haushalte an Glasfaserkabel anschließen dauere 20 Jahre. Und ein Kilometer verlegtes Glasfaserkabel koste 80 000 Euro. Zum anderen müsse die Telekom dabei nicht bis in jedes Haus neue Anschlüsse legen. Und die Geräte im Haus, etwa Router, müssen nicht ausgetauscht werden: Für den Kunden funktioniert alles so wie bisher auch.

Natürlich biete die Telekom etwa in Neubaugebieten auch an, Glasfaserkabel bis in die Wohnhäuser und Gewerbebetriebe zu legen, sagt Schön. Dadurch würde die Internetgeschwindigkeit auf bis zu 1 Gigabit pro Sekunde steigen. .,Aber das braucht kaum jemand. Und viele Kunden wollen das aus Kostengründen auch nicht.“ Zum Internetfernsehen und Surven reichten heute meist 100 oder gar 50 Mbit/s aus. Allerdings laufe dieses künftig stabiler mit hoher Geschwindigkeit.

Der zurzeit laufende Ausbau mit Glasfaserkabeln sei erst jetzt möglich geworden, weil die Telekom erst jetzt die Erlaubnis habe, auch im „Nahbereich“ von 550 Metern um ihre Vermittlungsstellen herum das Hochgeschwindigkeitsnetz auszubauen, sagt McKinney.

Dass es gelegentlich länger dauerte, das Internet zu beschleunigen, habe auch an der Stadt gelegen, gibt IT-Dezernent Jan Schneider (CDU) zu. Inzwischen sei das zuständige Amt um zwei Mitarbeiter aufgestockt.

Gelegentlich setzt die Stadt beim Ausbau des schnellen Internets auf bis zu 1 Gbit/s aber nicht auf die Telekom, sondern andere private Anbieter, etwa im Gewerbegebiet Fechenheim-Nord oder in einem Baugebiet im Frankfurter Westen. Meist baue aber die Telekom ihre Netze in Gewerbegebieten aus – wenn Bedarf bestehe, sagt Telekom-Regio-Manager Fuat Dalar. „Das machen wir, wenn 30 Prozent der Kunden dies wünschen.“ Entsprechende Umfragen würden zurzeit in vier Gewerbegebieten gestartet. In neuen Wohngebieten wurden oder werden zurzeit ebenfalls Glasfaserkabel bis in die Häuser gelegt, sagt Telekom-Sprecher McKinney: Rund 5000 Haushalte seien bereits angeschlossen.

Wer wissen will, wie schnell das Internet der Telekom wo ist, kann dies im Internet sehen unter . In einigen Stadtteilen haben andere Anbieter wie etwa Unitymedia aber auch eigene schnelle Netze – deren Verfügbarkeit man allerdings bei diesen separat erfragen muss.

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