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Viele Fußballfans pfeifen auf Montagsspiele ? und ihren Protest zeigten sie deutlich nachlesbar auch auf Plakaten beim gestrigen Heimspiel der Eintracht gegen Leipzig.

Stadtgeflüster

Heimsieg: Das Thema Montagsspiel regt Edelfans nicht zu sehr auf

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Gestern war ein historischer Montag. Zum ersten Mal in der Geschichte der ersten Bundesliga ging ein Spiel am ersten Werktag der Woche über die Bühne.

Gestern war ein historischer Montag. Zum ersten Mal in der Geschichte der ersten Bundesliga ging ein Spiel am ersten Werktag der Woche über die Bühne. Das kam nicht bei allen Fußballbegeisterten gut an. Die Fans protestierten mit einem langen Banner, das sie über die Werbebanden legten beim Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Rasenballsport (RB) Leipzig. Etliche Protestplakate waren in der Fankurve zu sehen und kurz vor dem Wiederanpfiff landeten gelbe Tennisbälle auf dem Fußballplatz. Die Eintracht entschied das erste Montagsspiel mit 2:1 vor 45 100 Zuschauern für sich.

Auch bei den Prominenten in Vip-Bereich der Commerzbank-Arena sind nicht alle für Montagsspiele. Etwa die Eintracht-Trainer-Legende Dragoslav Stepanovic. „Man muss auch an die Fans denken, die am Tag nach dem Spiel an die Arbeitsstelle müssen“, gibt er zu bedenken. „Ich sehe da eine Gefahr von Fußballübersättigung. Irgendwann gibt es vielleicht jeden Tag Bundesliga-Fußball – das wäre meiner Meinung zu viel“, so „Stepi“, der nach einer Knie-Operation wieder auf den Beinen ist und im Gang auf Mittelfeldspieler Marco Fabián trifft. Der Offensivmann sieht die Montagsspiel-Diskussion gelassen. „Für mich ist jeder Spieltag, an dem ich spiele, ein guter Spieltag.“

Differenzierter beurteilt der Sportmanager des 1. FFC Frankfurt die Situation. „Wir haben immer mal wieder Montagsspiele, sind das also gewohnt, aber wenn jetzt auch die Männer montags spielen, sind sie natürlich dominanter“, mahnt Siegfried Dietrich , den alle nur „Siggi“ nennen.

Micky Rosen und Alex Urseanu sind „Hoteliers des Jahres“, haben seit Jahr und Tag eine Loge im Stadion und beherbergen an diesem Abend nicht nur den Bauunternehmer Jürgen B. Harder , sondern auch den US-amerikanischen Generalkonsul James W. Herman . „Wissen Sie, mir ist der Wochentag egal, Hauptsache ist doch, dass wir gewinnen“, erklärt Rosen. Ähnlich sieht es auch Opern-Intendant Bernd Loebe . „Das ist doch kein Grund, sich aufzuregen“, so der Eintracht-Fan. „In beide Richtungen nicht. Es gibt doch ganz andere Probleme.“

In der Vorstandsloge von Eintracht Frankfurt sind neben Stefan Kuntz , Trainer der U21-Nationalmannschaft, noch Thomas Schneider , seit 2014 Nachfolger von Hansi Flick und Assistenztrainer der deutschen Nationalmannschaft unter Joachim Löw , sowie Marko Rehmer , der einst auch für die Adlerträger spielte. „In anderen Ligen wird doch auch montags gespielt“, erklärt Rehmer, der von 2005 bis 2007 für die Eintracht spielte. „Klar, das hat einen leicht faden Beigeschmack für die Fans der Auswärtsmannschaft“, räumt er dann ein. Und Thomas Schneider sagt: „Das ist nun mal so entschieden worden – und wir müssen lernen, es zu akzeptieren.“

(es)

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