Heiße Suppe für kalte Tage

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Seit mehr als fünf Jahren lädt der Preungesheimer Wochenmarkt im Frankfurter Bogen schon zum Einkaufen und Verweilen ein. Nun gibt es dort auch frischen Fisch, ein beheiztes Café und hausgemachte heiße Suppe.

Es dampft und duftet, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn Brigitte Swoboda den Deckel ihrer Suppentöpfe hebt und die Kelle in die heiße Flüssigkeit eintaucht. Heute schöpft sie an ihrem Marktstand auf dem Gravensteiner Platz aus Kartoffelsuppe und Chili con Carne. „Der erste Verkaufstag geht noch recht schleppend voran, aber es ist einfach kein gutes Marktwetter“, sagt die erfahrene Suppenköchin leichthin. Es kommen bessere Tage, weiß sie. „Gitta’s Suppenküche“ bietet nun jede Woche auf dem Preungesheimer Wochenmarkt wärmende Leckereien für frierende Kunden. Bereits vergangenen Winter verkaufte Swoboda hier mehrere Monate ihre hausgemachten Suppen für 4 bis 7 Euro. Nun möchte sie gerne länger bleiben.

„Marktstände sind eine schöne Abwechslung zu Kirmes oder Weihnachtsmarkt. Es ist etwas ruhiger, man lernt die Leute kennen und hält auch mal ein Schwätzchen“, sagt sie. Gerade auf dem „Bogenmarkt“ findet sich jeden Freitag von 11 bis 19 Uhr einiges an Stammkundschaft. Er ist für viele Preungesheimer inzwischen eine etablierte Institution im Stadtteil. Seit mehr als fünf Jahren läuft er konstant erfolgreich.

Dabei waren die Startbedingungen nicht die besten. „Bei der Eröffnung war das eher eine Bauschutthalde als ein Marktplatz. Hier gab es wuchernde Wiese, Asphaltreste und große Schotterflächen. Man stand sozusagen im Nichts“, erzählt Roger Simak rückblickend. Der Geschäftsführer des Landesverbandes für Markthandel und Schausteller Hessen macht seinen Job seit mehr als 20 Jahren und plante den Preungesheimer Markt von Beginn an mit.

„Trotz der schlechten Bedingungen – wir hatten zum Teil keine funktionierenden Anschlüsse, und die Infrastruktur fehlte – haben viele Händler durchgehalten. Von Anfang an hatten wir durchgängig 17 bis 19 Stände auf dem Markt gemeldet“, sagt Simak. Im Vergleich zum Wochenmarkt in Bonames, der zwar von Beginn an einen funktionierenden Marktplatz, aber bis heute nur drei Stände hat, ist das ein großer Erfolg.

Um der Baustelle im Neubaugebiet Platz zu schaffen, musste der Markt in Preungesheim von seiner Eröffnung im Mai 2009 bis zum März 2012 ganze drei Mal umziehen. „Erst dann bekamen wir die feste Stelle auf dem Gravensteiner Platz. Den Standbesitzern, die das durchgehalten haben, halten seitdem auch wir mit unbefristeten Verträgen die Treue“, sagt Simak. Rund die Hälfte der aktuell gelisteten Stände ist bereits seit der Gründung des Marktes dabei. Neu sind die Suppenküche und seit November ein mobiles, 13 Meter langes Wohnmobil, das in seinem beheizten Innenraum ein Café bietet.

Im Winter trifft man aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse oft nur rund zehn Stände an. So auch an diesem Freitag. „Viele Standbesitzer haben Anfahrtswege von über 100 Kilometern. Gerade mit Anhängern ist eine solche Strecke bei Schnee und Eis schwierig“, begründet Simak. Nicht alle Verkäufer kämen aus der Region, denn wichtiger als ein kurzer Anfahrtsweg sei das möglichst abwechslungsreiche Sortiment und die Qualität der Produkte.

„Wir können im Preis nicht mit Supermärkten konkurrieren, wohl aber in der Qualität. Die muss stimmen, und das Angebot muss so gefächert sein, dass Kunden möglichst ihren gesamten Einkauf auf dem Markt machen können“, erklärt Simak. Aus diesem Grund soll jetzt auch ein neuer Fischstand auf dem Markt Fuß fassen, obwohl bereits zwei Stände aufgegeben haben. „Es muss medizinisch sauber sein, damit die Kunden Fisch kaufen. Das ist ein sensibles Thema. Wir denken, mit Sascha’s Fischgrotte könnte es klappen. Er hat einen schönen Stand und sehr gute Ware“, so Simak.

Würde auch dieser Stand von den Kunden nicht angenommen, müsse man den Fischverkauf in Preungesheim, wie auf manchen anderen Märkten, aufgeben. „Obwohl Freitag der beste Tag für Fisch ist, ist der Verkauf nicht überall rentabel“, sagt Simak. Für den neuen Fischhändler aus Cuxhaven könnte besonders die Anfahrt im Winter zum Problem werden. Zu seinem ersten Markttag diesen Freitag konnte er aufgrund der Witterung nicht kommen.

Aber auch andere Händler haben in Preungesheim schon aufgegeben. Inzwischen gibt es keinen Käsestand, keinen Essig- und Öle-Händler und keine Gulaschkanone mehr. Trotzdem hat besonders der Bau der Straßenbahnlinie 18 Ende 2011 den Marktverkauf zusätzlich belebt. Einen ähnlichen Effekt erhofft sich Simak für die Zukunft mit dem Einkaufszentrum am Frankfurter Bogen: „Wenn dort der Supermarkt eröffnet, gibt es zusätzlich eine Tiefgarage und mehr Kundendurchlauf. Ich sehe das Einkaufszentrum nicht als Konkurrenz, sondern als weitere Belebung des Wochenmarktes.“

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