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„Variante, die sich sehr gut verbreitet“: Virologe befürchtet neuen Corona-Schub

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Von: Sebastian Richter

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Der Virologe Martin Stürmer bei einem Fernsehauftritt. Der Frankfurter kritisiert die Rücknahme vieler Corona-Regeln. (Archivbild)
Der Virologe Martin Stürmer bei einem Fernsehauftritt. Der Frankfurter kritisiert die Rücknahme vieler Corona-Regeln. (Archivbild) © teutopress GmbH/imago

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung fällt in Hessen auch die Maskenpflicht. Zu früh, wie Martin Stürmer, Virologe aus Frankfurt, findet.

Frankfurt – Hessen ändert erneut die Corona-Schutzverordnung. Durch die neuen Regeln fallen zahlreiche Maßnahmen weg, die teilweise beinahe seit Beginn der Pandemie galten. Eine der größten Neuerungen: Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens nicht mehr vorgeschrieben. So müssen unter anderem in Supermärkten keine Masken mehr getragen werden, auch an den Terminals des Flughafen Frankfurt sind Masken keine Pflicht mehr, wie die Fraport am Freitag (01.04.2022) mitteilte.

Für den Frankfurter Virologen Martin Stürmer keine gute Idee. Dass die neuen Regeln schon ab Samstag (02.04.2022) gelten, ist in seinen Augen eine verfrühte Entscheidung. Stürmer rät weiterhin zum Tragen von Masken in Innenräumen. Der Wegfall vieler Corona*-Maßnahmen könnte dem Infektionsgeschehen einen neuen Schub geben, sagte Stürmer am Freitag der Deutschen Presse Agentur. Er empfiehlt, in den nächsten Wochen weiterhin eine Maske zu tragen, bestenfalls eine FFP2-Maske. Ab Mai dürfte die Situation dann entspannter sein, erklärt Stürmer.

Corona in Hessen: Virologe aus Frankfurt sieht Wegfall der Maskenpflicht kritisch

Mit Blick auf das Infektionsgeschehen und die weiterhin hohen Corona-Fallzahlen sieht er den Wegfall der Maßnahmen kritisch. „Wir haben in den letzten Tagen immer wieder Rekordzahlen erlebt, die jetzt auf einem sehr hohen Level stagnieren, und wir haben eine Variante, die sich sehr, sehr gut verbreitet“, äußert Stürmer seine Befürchtungen. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch höher sein, als die offiziellen Inzidenzen es aktuell zeigten. Menschen, bei denen die Auffrischungsimpfung oder die Infektion schon etwas länger zurückliegen, könnten sich erneut infizieren. Diese Erkrankungen könnten die Infrastruktur beeinträchtigen und auch die Krankenhäuser mehr belasten.

Zudem sprach sich Stürmer für Corona-Tests aus. Der Anspruch auf Bürgertests bleibe zwar erhalten, doch da auch die 2G- und 3G-Regeln entfallen, erwartet der Virologe aus Frankfurt* eine deutlich niedrigere Testfrequenz. Das sei insbesondere deswegen kontraproduktiv, da so wertvolle Informationen über die Pandemielage fehlen würden.

Mit Ausblick auf den Herbst rückte Stürmer außerdem die Impfungen wieder in den Vordergrund. „Ich denke, dass wir den Herbst nicht ohne eine vernünftige Impfstrategie gestalten können“, sagte Stürmer. (spr/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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