Unerwarteter Geldsegen für Hessen. 2020 gab es für über 900 000 Euro keine Abnehmer:innen
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Das Land als Erbe – Findet sich kein Familienmitglied, bekommt Hessen das Geld zugesprochen

Hohes Erbe

Auch 2020 bekommt das Land Hessen wieder viel Geld vererbt

  • vonJakob Lobes
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Häuser oder Unternehmensbeteiligungen: Jährlich erbt Hessen Tausende Euro. Findet sich nach dem Tod eines in Hessen lebenden Menschen niemand, kassiert der Staat.

Frankfurt – Wenn Menschen sterben, hinterlassen sie auch Mal hohe Besitztümer: Immobilien, Firmenanteile, Autos, Grundstücke oder Sparbücher. Das Land Hessen hat von verstorbenen Einwohnern 2020 mehr als 917 000 Euro geerbt. In 991 Fällen ist das Land als Erbe eingesetzt worden, so die zuständige Oberfinanzdirektion Frankfurt auf unsere Anfrage. Es kommen allerdings noch die entstandenen Verwaltungskosten dazu, die aus den Jahren 2020 und 2019 noch abgezogen worden müssen. Die Einzelfälle unterscheiden sich jedoch meistens. Ein durchschnittliches Erbe kann nicht beziffert werden, wie es der Direktorin zufolge heißt.

Es können überschuldete oder marode Immobilien sein, aber auch wertvolle und sogar zu verkaufende Anteile an Firmen. Wann das Land erbt, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch festgehalten. „Ist zur Zeit des Erbfalls kein Verwandter, Ehegatte oder Lebenspartner des Erblassers vorhanden, erbt das Land, in dem der Erblasser zur Zeit des Erbfalls seinen letzten Wohnsitz oder, wenn ein solcher nicht feststellbar ist, seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Im Übrigen erbt der Bund“, heißt es dort im Paragraf 1936.

Manchmal findet ein Erbe in Hessen keine andere Verwendung

Allerdings tritt das Land für 30 Jahre das Erbe zunächst einmal nur als Platzhalter an. In diesem Zeitraum kann sich ein zuvor nicht gefundener, wahrer Erbe melden und Anspruch erheben. „Die Dauer, bis das Land nach einem entsprechenden Todesfall als Erbe festgestellt wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich“, heißt es bei der Oberfinanzdirektion. „Dies kommt auf die Einzelumstände an, es kann schon wenige Wochen nach dem Tod der Fall sein oder auch erst nach Jahrzehnten.“

Sei binnen einer den Umständen entsprechenden Frist niemand als Erbe gefunden worden, könne das Nachlassgericht feststellen, dass außer dem Fiskus kein Erbberechtigter vorhanden ist. Bis dann tatsächlich eventuell Geld fließt, kann es in einigen Fällen aber dauern. Eine Auszahlung finde im Regelfall nicht statt, teilte die Oberfinanzdirektion mit. Vielmehr müsse meist erst einmal abgewickelt werden. Heißt: Immobilien oder Sachwerte müssen verwertet, Konten aufgelöst, eventuelle Rechtsstreits zu Ende gebracht und mögliche Verbindlichkeiten bezahlt werden.

Anderer Erbfall in Hessen

Aber nicht nur das Land Hessen kann als Erbe eingesetzt werden. Auch Landkreise können von dem Nachlass verstorbener Bewohner profitieren. So geschehen in Lahn-Dill-Kreis. Dort hat ein Ehepaar sein Vermögen ihrem Heimat-Landkreis vermacht - keine geringe Summe. Der Fall sorgte damals für Aufmerksamkeit. (Jakob Lobes) (dpa/lhe)

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