Beamte eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei Frankfurt bei einem Einsatz. (Archivbild)
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Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei Frankfurt bei einem Zugriff im September 2020.

Beuth strukturiert um

Aufgelöst wegen rechtsextremer Chats: So soll das SEK in Frankfurt künftig arbeiten

  • VonSebastian Richter
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Das Frankfurter Spezialeinsatzkommando (SEK) wird neu geordnet – für Peter Beuth (CDU) ein unausweichlicher Schritt.

Wiesbaden/Frankfurt – Nach rechtsextremen Vorkommnissen beim Frankfurter SEK, bei denen rassistische und rechtsextreme Nachrichten in Chatgruppen geteilt wurden, stellt die hessische Polizei die Spezialeinsatzkommandos neu auf. Zwar sollen die SEK-Einheiten wie bisher an ihren strategisch günstigen Standorten bleiben, so der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag (26.08.2021) in Wiesbaden. Organisatorisch werden sie aber zu einem SEK Hessen zusammengeführt und im hessischen Bereitschaftspolizeipräsidium angesiedelt. Weitere Spezialeinheiten sollen folgen.

Im Juni hatte Beuth das SEK in Frankfurt aufgelöst, nachdem die rechtsextremen Chats bei der Polizei bekannt geworden waren. Bis zur Umsetzung der Neuorganisation werde die umstrukturierte Einheit in Frankfurt* als SEK SÜD im Einsatz sein, so Beuth. Schon zum Monatsende soll es so weit sein, dann mit neuer Führungsstruktur und -kultur. Diese Reform entspreche den Empfehlungen des Expertenstabs zur Neustrukturierung des Spezialeinsatzkommandos. Das Gremium habe über rund zehn Wochen die Fehlentwicklungen innerhalb der Einheit analysiert, geleitet von Stefan Müller, dem Polizeipräsidenten des Präsidiums Westhessen.

Der hessische Innenminister Peter Beuth im Juni bei einer Pressekonferenz nach Bekanntwerden neuerlicher Rechtsextremismus-Vorwürfen bei der Polizei.

Auflösung des SEK in Frankfurt: Einheit distanzierte sich von Polizei

Die Auflösung des SEK Frankfurt nannte Beuth „unumgänglich“. Auch über die mutmaßlich strafrechtlich relevanten Gruppenchats hinaus habe sich das Kommando von der Gesamtorganisation entfernt. Daraus habe sich ein von übersteigertem Korpsgeist geprägtes Eigenleben entwickelt. Für eine Polizeieinheit sei das nicht tolerierbar, so Beuth.

Für die Ermittlungen gegen die Polizei erntete Beuth im hessischen Landtag* scharfe Kritik. Rücktrittsforderungen wurden laut. (spr/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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