+
21 Tatverdächtige sollen Kinderpornos in sozialen Netzwerken verbreitet haben - darunter auch vier junge Menschen aus Hessen. Das BKA warnt vor Verharmlosung.

Vier Hessen unter Verdacht 

Jugendliche verbreiten Kinderpornos: BKA warnt vor Verharmlosung

  • schließen
  • Kerstin Kesselgruber
    schließen

21 Tatverdächtige sollen kinderpornografische Bilder und Videos in sozialen Netzwerken verbreitet haben - darunter auch vier junge Menschen aus Hessen. Das BKA warnt vor Verharmlosung.

Update vom Montag, 28.10.2019, 17.27 Uhr:

Mit Nachdruck warnt das Bundeskriminalamt (BKA) Kinder und Jugendliche davor, leichtfertig kinderpornografischen Dateien zu verbreiten. „Wir müssen hier massiv einer Bagatellisierung dieser Straftaten entgegenwirken“, sagte die Leiterin der BKA-Abteilung für schwere und organisierte Kriminalität, Sabine Vogt, am Montag (28.10.2019) in Wiesbaden.

Seit rund zwei Jahren registrieren die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das BKA, dass Kinder und junge Erwachsene kinderpornografische Videos und Bilder in sozialen Netzwerken teilen. Das passiert zum Beispiel in Klassen-Chats. Oft verbinden sie diese mit lustigen Texten und Emojis. 

Hessen: Razzia gegen Kinderpornos - Junge Menschen aus Hessen betroffen

Das deutet für die Ermittler auf eine Verharmlosung hin. „Es handelt sich hier um ein Phänomen des massenhaften Verbreitens solcher Videos“, erklärte Vogt. Die sozialen Netzwerke wirkten dabei wie ein Brandbeschleuniger.

Bundesweit gibt es deswegen laut BKA immer wieder Verfahren gegen Heranwachsende. Oft spielen sich diese aber außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung ab. 

Einen größeren Fall machten die Behörden vor wenigen Tagen bekannt: Wegen des Verdachts der Weiterleitung von Bildern und Videos, die teils schwere sexuelle Gewalt gegen Kinder zeigen, hatten die Ermittler in elf Bundesländern Wohnungen durchsucht. 21 Verdächtige im Alter zwischen 14 und 26 Jahren sollen solche Videos über soziale Netzwerke verbreitet haben. Vier von ihnen wohnen in Hessen.

Hessen: Junge Menschen verschicken Kinderpornos

Erstmeldung vom Sonntag, 27.10.2019, 14.30 Uhr: Frankfurt - Wegen des Verdachts der Weiterleitung von Bildern und Videos mit kinderpornografischem Inhalt haben Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) und der Polizei in elf Bundesländern Wohnungen von insgesamt 21 Tatverdächtigen durchsucht. 

Dabei seien zahlreiche Beweismittel wie Computer und Datenträger sichergestellt worden, teilen das BKA und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Samstag (26.10.2019) mit.

21 Tatverdächtige sollen Bilder und Videos über soziale Netzwerke verschickt, geteilt und weitergeleitet haben. Darunter sind auch vier Tatverdächtige aus Hessen. Ihre Wohnungen in Frankfurt, im Main-Taunus-Kreis, im Landkreis Darmstadt-Dieburg und in Wiesbaden wurden durchsucht.

Hessen: Kinderpornos in sozialen Netzwerken geteilt

Die Videoaufnahmen sollen unter anderem die Vergewaltigung eines etwa 10 Jahre alten Kindes durch zwei Jugendliche in einem Steinbruch, mutmaßlich in Afghanistan, zeigen. Eine wohl im Jahr 2014 entstandene Aufnahme zeigt zwei US-amerikanische Kinder, die sexuelle Handlungen vornehmen. 

Es besteht laut BKA der Verdacht, dass diese Aufnahme durch einen sogenannten Cybergrooming-Übergriff eines Dritten gefertigt wurde. Beim Cybergrooming nehmen die Täter über soziale Netzwerke Kontakt zu ihren Opfern auf.

Hessen: Kinderpornos über soziale Medien verbreitet 

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt beobachten in den vergangenen Monaten vermehrt, dass einzelne Videodateien mit eindeutigen kinderpornografischen Inhalten von jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über soziale Netzwerke im Internet geteilt werden. 

Die Inhalte der Aufnahmen werden dabei häufig bagatellisiert und zum Teil mit als lustig empfundenen Texten und Emojis versehen. Bei den geteilten Videodateien handelt es sich nicht selten um Aufnahmen, bei denen anzunehmen ist, dass diese durch Cybergrooming-Übergriffe entstanden sind.

Hessen: Limburger Diakon hortet Kinderpornos 

Erst kürzlich wurde kinderpornografisches Material bei einem Diakon des Bistums Limburg entdeckt. Der Mitarbeiter der Diözese und ehemalige Büroleiter von Bischof Georg Bätzing darf in den kommenden fünf Jahren nicht als Diakon arbeiten.  

uw/kke/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare