Schönes Wetter bedeutet lange Schlangen am Zooeingang. Vor dem Zoo-Gesellschaftshaus bis hin zur Straßenbahnhaltestelle stehen die Besucher dann. Entspannung soll das elektronische Ticket bringen, das ab heute verkauft wird. Foto: Dietermann

Nie mehr Warten

Digitale Revolution im Zoo Frankfurt: Sind bald die Mega-Schlangen passè?

Der Zoo Frankfurt will den langen Warteschlangen am Eingang ein Ende machen und digitalisiert das Ticketsystem.

Frankfurt - Lang sind die Schlangen vor den fünf Kassen des Frankfurter Zoos bei schönem Wetter. So lang, dass die Besucher, meist Familien mit kleinen Kindern, manchmal sogar bis zur Straßenbahnhaltestelle stehen. Doch diese Bilder sollen ab heute der Vergangenheit angehören. Denn ab sofort kann man seine Eintrittskarte auch im Webshop des Zoos kaufen, die neu eingerichtete Fast-Lane am Haupteingang oder den im Sommer geöffneten Eingang an der Rhönstraße nutzen und schon ist man drin im Tierpark. Ohne lange Wartezeiten. Im Kulturausschuss stellte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) das Projekt, das sie seit ihrem Amtsantritt vor drei Jahren forciert, vor.

Zoo Frankfurt: Tickets einfach online kaufen

"Die Besucher können jetzt einfacher und komfortabler den Zoo besuchen. Sie können schnell buchen und dadurch Zeit sparen. Das verspricht zufriedene Nutzer auf der einen, aber auch höhere Ticketverkäufe auf der anderen Seite", sagte Hartwig. Online gekauft werden können Tageskarten, sowohl für Erwachsene wie auch Kinder und Familien. Die Tickets können ausgedruckt oder auch auf das Smartphone geladen werden. Bezahlt wird per Kreditkarte oder den Online-Bezahlverfahren Paydirekt und Giropay.

Mit der Einführung des elektronischen Ticketsystems zieht Frankfurt mit anderen Großstädten, wie Hamburg, Berlin oder Köln, gleich. Der Kauf von Eintrittskarten im Internet ist dort bereits Standard. Die Stadt will aber nicht nur zeitgemäßer werden, sie will in erster Linie die Wartezeiten am Haupteingang, vor allem in den besucherstarken Zeiten, deutlich verkürzen. Durch die sogenannte Fastlane für Online-Ticket-Inhaber sowie das bereits vorhandene Drehkreuz für Dauerkarten-Besitzer wird von einer deutlichen Entlastung ausgegangen.

Dass die Einführung des elektronischen Zoo-Tickets entsprechend Zeit brauchte, begründet die Stadt mit dem komplexen System und den vielen Beteiligten, die für solch eine großes, umfangreiches Projekt nötig sind. Die größte Herausforderung sei die Umsetzung im Rahmen der städtischen IT-Umgebung gewesen. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 13 000 Euro für den Online-Shop, Zutrittsscanner und entsprechende Schnittstellen.

Östlicher Zooeingang soll den Haupteingang entlasten

Auch für Zoodirektor Miguel Casares ist das Online-Ticketsystem ein wichtiger Schritt. "Wir sind froh, dass der Online-Shop jetzt genutzt werden kann und ich hoffe, dass er gut angenommen wird. Außerdem bin ich mir sicher, dass die Online-Tickets die auch am östlichen Zooeingang an der Rhönstraße angenommen werden, unseren Haupteingang in Stoßzeiten entlasten werden", sagt er. Dass sich die dortige Öffnung in den Sommermonaten gelohnt hat, zeigen übrigens die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. 13 000 Eintritte wurden dort 2018 gezählt. Auch in diesem Jahr wird der Eingang rege genutzt, eine deutliche Steigerung erhofft sich die Stadt zudem durch das elektronische Ticket. Vom 1. Mai bis 31. Oktober ist dieser zweite Eingang jedes Jahr geöffnet. Genutzt wird er vormittags hauptsächlich von Kindergarten-Gruppen, am Nachmittag aber auch von vielen Anwohnern.

Das Einführen des Online-Tickets für den Zoo ist allerdings nur der erste Schritt. Denn die Stadt plant, das Projekt in naher Zukunft auszuweiten. "Die in diesem Angebot zugrunde liegende Lösung bildet die technische Basis für zukünftige Online-Tickets in den städtischen Kultureinrichtungen. In Abstimmung mit unseren Museen, dem Institut für Stadtgeschichte und dem Zoo werde ich mich weiter dafür einsetzen, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten", so Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Zoo Frankfurt

Weil auch an anderen Stellen in der Stadtverwaltung über E-Ticketing nachgedacht werde, arbeite das Kulturdezernat hier mit der zentralen städtischen Informationstechnik, den städtischen Zahlungssystemen und weiteren Beteiligten, wie der Revision und der Stadtkämmerei, zusammen. Man befindet sich mit diesen Stellen im intensiven Austausch und setzte sich für eine zeitnahe Umsetzung ein.

Von Judith Dietermann

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