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Der Glauburgbunker ist ein massiver Baukörper mit dicken Mauern. Der Abriss könnte lang dauern und Lärm verursachen.

Investor plant Wohnungen

Abriss droht: Bürgerinitiative setzt sich für Erhalt des Glauburgbunkers ein

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Nicht klein beigeben will die Bürgerinitiative, die den Abriss des Glauburgbunkers verhindern will. Ein Investor will ihn abreißen und einen Neubau mit 43 Wohnungen errichten.

Einen gültigen Bebauungsplan im Gebiet rund um den Glauburgbunker am Glauburgplatz gibt es nicht. Nach Angaben von Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats, sind zwei Erhaltungssatzungen gültig. Auch ein Fluchtlinienplan aus dem Jahr 1873 existiert. Darin sei festgelegt, wie die Straßenfluchten zu verlaufen haben. Verbindliche Aussagen, wie hoch Gebäude in der Umgebung sein dürfen seien aber nicht niedergeschrieben.

Der Glauburgbunker soll abgerissen und 43 Wohnungen errichtet werden

Genau das treibt aber die Nachbarn des Glauburgbunkers um. Vor anderthalb Jahren haben sie sich zu einer Bürgerinitiative (BI) zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Den Bunker erhalten. „Ich wohne direkt gegenüber in der Schwarzburgstraße im Erdgeschoss. Wenn ein Neubau deutlich höher wird, bekomme ich überhaupt keine Sonne mehr ab“, sagte sie jetzt in der Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend). Mit dieser Sorge steht sie nicht alleine da. Und so zählt die Bürgerinitiative mittlerweile an die 50 Mitglieder. Die BI hatte sich gegründet,. nachdem bekannt geworden war, dass das Gebäude einen neuen Besitzer hat. Laut Gellert sei noch nichts spruchreif. Es liege aber eine Bauvoranfrage für 43 Wohnungen, eine Schank- und Speisewirtschaft, eine kulturelle Nutzung sowie 30 Tiefgaragenstellplätze vor.

Rüdiger Koch, SPD-Fraktionsvorsitzender, ist sicher, dass ein möglicher Neubau sicher nicht höher sein wird als der jetzige Bunker. „Ich denke, dass wir hier nicht mit einer Überraschung rechnen müssen“, sagte er. Grünen-Sprecher Michael Mirsch glaubt, dass eine mögliche Blockrandbebauung vielleicht sogar besser ins Umfeld einfüge als der massive Bunker. Manfred Zieran (Ökolinx) jedenfalls teilt diese Meinungen nicht, schließlich habe es immer wieder Ausnahmegenehmigungen – etwa beim Bau des Merz-Gebäudes in der Eckenheimer Landstraße/Ecke Glauburgstraße – gegeben. Und er prophezeite: „Schön wird das sicher nicht. Ich bin unzufrieden mit der Sache, auch darüber, dass wir kein Stadtteilzentrum bekommen.“

Glauburgbunker in Frankfurt: Kulturdezernat strebt Neubau mit kultureller Nutzung an

Grundsätzlich hatte es schon einmal den Vorschlag gegeben, in dem einstigen Luftschutzbunker ein Stadtteilzentrum einzurichten. Daraus wurde aber nichts. Auch weil Stadtrat Jan Schneider (CDU) vom Amt für Bau- und Immobilien (Abi) laut Zieran keinen Gebrauch vom städtischen Vorkaufsrecht gemacht habe.

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Allerdings, so erinnerte Koch, könne der neue Besitzer nicht schalten und walten wie er wolle. Das ist in einem Vertrag geregelt. Die Stadt hatte Gerhard O. Stief Ende 1998 das Grundstück rund um den Bunker verkauft. Im Kontrakt wurde vereinbart, dass die Nutzung an den Betrieb eines Museums gebunden ist. Die Stadtverordnetenversammlung muss einer Änderung zustimmen und einen entsprechenden Beschluss fassen. Laut Abi-Sprecher Günter Murr werden Verhandlungen über eine kulturelle Nutzung in einem möglichen Neubau geführt. „Wir streben in einem Neubau eine kulturelle Nutzung an“, erklärte Jana Kremin, Sprecherin im Kulturdezernat. Deshalb seien auch Vertreter dieses Dezernates in die Gespräche mit dem Investor eingebunden.

Bürgerinitiative strebt kurlturelle Nutzung des Glauburgbunkers an – ohne Neubau

Das ist für die BI momentan jedenfalls noch zweitrangig. Sie betonen aber, dass auch sie eine kulturelle Nutzung anstreben – allerdings im Bunker. Deshalb kämpfen sie nun in erster Linie um dessen Erhalt. Sie fürchten nämlich auch eine Dauerbaustelle mit Dreck, Lärm und durch die Baustelle verursachte Staus vor ihrer Haustür. Hans-Joachim Habermann (Linke) hat noch eine andere Sorge. Die umliegenden Häuser könnten sich durch die Erschütterungen, die Abriss und Bauarbeiten verursachen, Risse in Mauern und Wänden bilden und die Häuser vielleicht sogar setzen. „Ich beneide sie jedenfalls nicht“, sagte er fast mitleidig.

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