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Amtsgericht verurteilt Hausmeister

"Denen werd' ich helfen!"

Jugendliche mit Eisenrohr geschlagen - Hausmeister wird verurteilt

Weil er mit einem Eisenrohr gegen klingelnde Jugendliche vorgegangen war, stand ein 49-Jähriger am Dienstag vor Gericht.

Frankfurt - In der Nacht auf den 9. Februar 2018 klingelten die beiden 15 Jahre alten Schüler Justus und Bojan gegen 23.30 Uhr auf der Suche nach Hilfe bei Tihomir P. Ihr Freund Noël war auf dem regennassen Kopfsteinpflaster ausgeglitten, gestürzt und nicht in der Lage weiterzugehen. Das erzählten sie Tihomir P. durch die Gegensprechanlage. Obwohl der Kroate kein Wort Deutsch spricht, war dennoch sein erster Gedanke: "Na, denen werd' ich helfen!" Er schnappte sich eine Metallstange, ging hinunter, zog Justus die Stange über den Hinterkopf und Bojan über Rücken und Arm, wo sie laut Anklage "deutlich sichtbare Rötungen" hinterließ. Das half Noël zwar auch nicht weiter, aber immerhin hatte Sami, ein weiterer Freund, mittlerweile via Handy den Rettungsdienst alarmiert.

Hausmeister verteidigt sich: Jugendliche waren betrunken und brachen ihm einen Finger

Ganz so war es nicht, lässt Tihomir P. vor dem Amtsgericht über seinen Verteidiger ausrichten. Es seien "keine harten Schläge" gewesen, und auch nicht mit einem Metallrohr, sondern bloß mit einem hölzernen Besenstiel. Auch habe sein Mandant das Pech, so der Anwalt, dass er, wenn er in Frankfurt weile, in der Wohnung der Hausmeisterin eines Hauses nächtige, welches sich in direkter Nachbarschaft zum Goetheplatz befinde, an dem sich jede Nacht "eine Menge junger Menschen, die Alkohol konsumieren", einfänden. Die machten sich einen Spaß daraus, an der Hausmeisterklingel zu klingeln. So auch in jener Nacht, denn als er herabgestiegen sei, habe er sich von etwa zehn jugendlichen Rabauken umzingelt gesehen, von denen keiner verletzt, aber alle dicht gewesen seien. Einer von denen habe ihm den kleinen Finger gebrochen, da habe er es ihnen heimgezahlt.

Alkohol sei damals nicht im Spiel gewesen, auch keine anderen Drogen, versichert Justus im Zeugenstand. Er und seine Freunde hätten lediglich stocknüchtern die Schönheit der Zeil in einer verregneten Winternacht genießen wollen. Was bis zu dem tragischen Unfall auch geklappt habe.

Gericht verurteilt Hausmeister zu sechs Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung

Sie seien nach dem Unfall vielleicht ein bisschen panisch gewesen, entschuldigt Justus das nächtliche Läuten fremder Klingeln, aber sie hätten das Bein des lahmenden Freundes mit Eis kühlen wollen, da habe man ohne viel nachzudenken bei "Hausmeisterdienst" geklingelt, aber eine andere Art der Dienstleistung im Sinn gehabt. Die Schläge seien übrigens in der Tat nicht sehr hart gewesen, er selbst habe keinen Schmerz verspürt. So gehe das trotzdem nicht, urteilt das Amtsgericht, und verurteilt den in Deutschland bislang unbescholtenen Kroaten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Von Stefan Behr

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