Museumsufer

Das Museumsufer: Das kulturelle Herzstück Frankfurts

Das international bekannte Museumsufer in Frankfurt ist eine der größten Sehenswürdigkeiten. Aktuelle Sonderausstellungen, die Historie und das jährliche Museumsufer, all das verbindet man mit dem wunderschönen Südufer des Mains.

Das Museumsufer - Das Kulturgut Frankfurts

Fragt man jüngere Leute nach ihren Lieblingsmuseen in Frankfurt, so bekommt man Antworten wie diese: "Das Städel ist es nicht. Das Senckenbergmuseum mochte ich als Kind immer sehr gerne." So auch die 17-jährige Maja aus Frankfurt. Es zeigt sich: Das Museumsufer hat für Jung und Alt etwas zu bieten, vom Städel über das Museum für Angewandte Kunst bis hin zum Kommunikationsmuseum. Die Vielseitigkeit des Südufers in Sachsenhausen begeistert nicht nur die Frankfurter, mittlerweile ist der Schaumainkai international bekannt. Touristen aus aller Welt strömen in die Museen und genießen die wunderschönen Seiten der hessischen Stadt.

Das gegenwärtige Museumsufer - aktuelle Sonderausstellungen am Main

Heute besitzt das Museumsufers Kultstatus: Kunstliebhaber aus sämtlichen Städten kommen nach Frankfurt und schlendern durch die großen Hallen der Museen. Doch auch Frankfurter Bürger können über die Vielfalt ihrer Stadt noch staunen. Für viele findet sich immer wieder eine interessante Ausstellung oder auch die ganz "einfache" Hauptausstellung der üblichen Museen. Die Frankfurter Museen zeigen eine Vielfalt an Sonderausstellungen, in denen jeder Kunstliebhaber etwas passendes finden kann: Das städelsche Kunstinstitut bietet seinen Gästen noch bis zum 17. März diesen Jahres die Ausstellung: "Lotte  Laserstein - von Angesicht zu Angesicht" an. Dort finden sich Bilder, in welchen ein handwerklich traditioneller Stil auf zur damaligen Zeit sehr aktuelle Motive trifft. Im Liebighaus haben Besucher bis zum 10. Februar noch die Möglichkeit, die Ausstellung "Madeas Liebe und die Jagd nach dem goldenen Vlies" zu besuchen. Diese Kunstsammlung beschäftigt sich mit einem wichtigen griechischen Mythos - bei dieser Ausstellung handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen dem Liebighaus und dem Georgischen Nationalmuseum. Für Architekturliebhaber finden sich gleich vier Ausstellungen im Deutschen Architekturmuseum: Zum einen eine Ausstellung, die von dem lokalen, aktuellen Thema der Frankfurter Altstadt handelt. Sie ist bis zum 12. Mai unter dem Titel "Die immer neue Altstadt - Bauen zwischen Dom und Römer" geöffnet. Neben dieser lockt bis zum 3. März die Ausstellung "Best Highrises 2018/19", bei der es sich um den internationalen Hochhauspreis dreht. Zusätzlich können sich Besucher die Ausstellung "Große Häuser, Kleine Häuser" schauen. Bis zum 17. Februar finden Besucher hier sehenswerte, ausgezeichnete Architektur aus ganz Hessen. Für Interessierte gibt es in der Schirn bis zum 3. Februar die Ausstellung "Wildnis", die sich den Kunstwerken zeitgenössischer Künstler rund um das Thema des "unberührte[n] Naturzustand[es]" widmet, wie es in der eigenen Beschreibung der Kunsthalle heißt. Die Ausstellung zeigt eine bunte Mischung aus Fotografien, Grafiken, Gemälden, Video- und Tonwerken, Skulpturen sowie Installationen. Auch das Filmmuseum hat einiges zu bieten: Durch die Ausstellung "HAUTNAH - Die Filmkostüme von Barbara Baum" können nicht nur Filmliebhaber und Nähkünstler mit strahlenden Gesichtern laufen, in der Vielfalt der Stoffe, Ideen und Umsetzungen wird jeder fündig. Bis zum 10. März können Besucher sich verzaubern lassen.

Das Museumsufer: Ende der 70er verschafft das Museumsufer Frankfurt kulturell einen neuen Ruf

Das Mainufer bildete seit seiner Prägung durch den ehemaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann, in den späten siebziger Jahren, einen gelungenen Kontrast zum Bankenviertel auf der gegenüberliegenden Mainseite. Schon bevor der Kulturdezernent Frankfurts diese Idee und ihre Umsetzungspläne publik machte, wurden in Fachkreisen Ideen, Vorstellungen und Pläne entwickelt. So brachte der Architekt Till Behrens bereits 1973 das "Grüngürtel-Mainufer-Konzept" hervor. Schließlich wurde das Mainufer und seine Museen in Zusammenarbeit vieler Architekten, Restauratoren und Gartenbauarchitekten gebaut, saniert, gestaltet und schließlich von Frankfurts Bürgern bestaunt. Das älteste Museum auf der Sachsenhäuser Kulturmeile ist das Städel. Seit 1878 residiert das bekannte Museum nun am Schaumainkai 63. Namensgeber Johann Friedrich Städel gab in seinem Testament den Beschluss bekannt, dass seine umfangreiche Kunstsammlung inklusive seines beachtlichen Vermögens einer noch zu gründenden Kunstinstitution zur Verfügung stehen sollte. Er erwartete die Gründung einer für die Öffentlichkeit zugänglichen Kunstsammlung und die Förderung junger Künstler. In den folgenden Jahren wurde das Städel mehrfach umgebaut, bis 1990 der bislang letzte Anbau auf der Westseite des Geländes als Ausstellungsraum folgte. Auf das erfolgreiche Städelmuseum folgten 14 weitere Museen, darunter auch die Schirn mit ihrer Gründung im Jahr 1986, oder das Liebighaus, welches in 1909 nach einem Kauf der Stadt eröffnet wurde. Das jüngste Museum ist somit das Weltkulturenmuseum, das in 2001 unter dem Namen eröffnet wurde. Vorher hieß es Museum für Völkerkunde.

Nie im Stillstand: Planungen für Neubauten, Umzüge und Erweiterungen

Wer hier aber an ein vollendetes Museumsufer denkt, liegt falsch. Neubauten, Umbauten und Erweiterungen sind in diesem Bereich nach wie vor ein Thema. Die Museumsinstitutionen sowie die Stadt Frankfurt planen weitere Elemente, um ihre Besucher noch mehr zu faszinieren. Geplant ist unter anderem eine Erweiterung des Senckenberg Naturmuseums, welche durch ein Spendenprojekt einer Frankfurter Schule unterstützt wurde. Erweiterungen sind außerdem im Frankfurter Goethehaus geplant, das schon seit Juni 2016 geschlossen ist. Seit dem ersten Spatenstich werden dort Bauarbeiten mit Kosten in Höhe von etwa 16 Millionen Euro durchgeführt. Die Hälfte der Kosten wird vom Land Hessen und dem Bund getragen. Das Romantikmuseum hat ebenfalls Pläne zur Erweiterung: Nachdem die Stadt Frankfurt jedoch als Kostenträger ausgefallen ist, besteht nun die Möglichkeit, das Projekt in Form von Spenden zu unterstützen. Im Bauvorhaben sind neben dem Romantikmuseum ein großer Hof, eine innerstädtische Wohnanlage und eine Spielstätte für die "Fliegende Volksbühne" geplant. Neben diesen Bauten sind noch viele weitere geplant und Touristen und Einheimische können sicher sein: Der Plan Museumsufer ging auf und Frankfurts Kulturgut wird immer weiter aufblühen.

Museumsufer: Ein Fest für die Museen und den Main

Mittlerweile hat das Museumsufer neben seinem kulturellen Stand auch an Zustimmung vieler junger Leute gewonnen. Einer der Gründe dafür ist das alljährliche Museumsuferfest. Nun bildet die urbane Kulturmeile ein "kulturelles und stadträumliches Komplementärprogramm zur Frankfurter Skyline“, heißt es auf der Homepage zum Fest. Mit etwa zwei Millionen Besuchern feiert die Stadt jährlich über drei Tage hinweg ihre Museen und ihren Fluss. An den Ufern findet sich eine Mischung aus Entertainment und Musik, Gastronomie, Idylle und Kultur. Neben den Abendveranstaltungen erweist sich das Fest als Vorteil für Kulturinteressenten und auch die, die es eigentlich nicht sind. Tagsüber können die Einheimischen und Touristen die städtischen Museen vergünstigt besichtigen und an den zahlreichen Sonderführungen und Events teilnehmen. Das Großevent lockt jeden Sommer etliche Touristen in die Stadt am Main. Am Sonntagabend lassen Stadt und Besucher den Festtrubel dann mit einem pompösen Feuerwerk ausklingen und die Kultur-Party neigt sich dem Ende zu.

Von Ann-Marit Micheel

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