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Spielt seit dem sechsten Lebensjahr Klavier und liebt den Jazz: Nun improvisierte Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnischen Gesellschaft, für das Publikum in Oberrad, inspiriert von ?Somewhere Over The Rainbow?.

Hier darf der Gast selbst spielen

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Nach der gelungenen Herbstpremiere gibt sich das Gärtnerdorf Oberrad nun auch im Wonnemonat Mai musikalisch. Kleine Überraschung beim Frühjahrskonzert des Bürgervereins: Ein beschwingter Ehrengast.

Eigentlich hat er sich der Förderung von Wissenschaft, Bildung und Bürgersinn verschrieben. Weniger bekannt ist, dass der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Roland Kaehlbrandt, auch ein leidenschaftlicher Jazzmusiker ist. „Ich spiele seit dem sechsten Lebensjahr Klavier und bin mit klassischer Musik aufgewachsen. Doch dann beschloss ich, meinen eigenen Weg zu gehen“, erklärt er und verzaubert am Piano mit einer Swing-Improvisation, inspiriert von Jazzgrößen wie Charly Haden und Stücken wie „Over the Rainbow“ und „Raindrops keep falling on my head“.

„Zusätzlich zu den Musikern aus unserem Stadtteil wollen wir unser Publikum nun auch immer mit einem Ehrengast erfreuen“, erklärt Horst Nopens, Vorsitzender des Kulturausschusses im Bürgerverein Oberrad. „Herr Kaehlbrandt möge uns heute Abend weniger die wissenschaftliche und mehr die kulturelle und künstlerische Seite zeigen“, sagt Moderator Cornelius Krämer und verweist auf die Ziele der Stiftung. „Zum Glück ist das Internet des Moderators Freund.“ Er spricht vor einem gefüllten Saal, der Bürgerverein kann sich schon über einen reichen Vorverkauf freuen und nach einem letzten Andrang an der Abendkasse über 200 Besucher im Depot Oberrad begrüßen .

Im Programm steht eine bunte Mischung von klassischen und zeitgemäßen Stücken, mit dabei ist „Das Campinglied“ des Musikkabarett-Duos „Haak & Closca“. „Ich wohne seit 20 Jahren in Oberrad und freue mich einfach, wenn wir lustige und stimmungsvolle Lieder für die Oberräder spielen können“, freut sich Elsbeth Haak, die sich als „Eigeplackte“ ihren schwäbischen Akzent bewahrt hat. „In unserem Stadtteil ist die Musik einfach zu Hause. Es ist wichtig zu zeigen, dass wir mehr als nur ein Gärtnerdorf sind“, pflichtet ihr Heidi Hahn bei, die sich ganz der Romantik verschrieben hat und in „Wien, Wien, nur du allein“ die Donaumetropole zur Stätte ihrer Träume erklärt.

Tatsächlich ist Oberrad die Heimat vieler ambitionierter Amateure und auch Berufsmusiker, rund 45 von ihnen wirken im Frühjahrskonzert mit: Mit von der Partie sind fest etablierte Musikgruppen wie der Oberräder Posaunenchor mit schwungvollen Renaissancetänzen von Claude Gervaise und der Gitarrenkreis Oberrad. „Eigentlich nur ein Halbkreis, wenn der mal ganze Stücke spielt“, scherzt Cornelius Krämer. Doch das vorgetragene Lied „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ von Egon Jensen erzählt die ganze Geschichte von dem Unglücksvogel, der ein Jahr später doch wieder auferstanden ist.

Inzwischen konzentriert sich der Bürgerverein mehr denn je auf sein musikalisches Kulturprogramm, nachdem sich die Etablierung eines festen Mundarttheaters aus Mangel an sprachlich geeigneten Schauspielern als schwierig erwiesen hat. Umso mehr Liebe legen die Interpreten in ihren Gesang: Der Tenor Makis Patronas rührt die Herzen mit „Ein Glück, dass man sich so verlieben kann“ und „Es muss etwas Wunderbares sein“. Auch in der Eigenkomposition „Mein Tag fällt aus“ richtet sich Achim Weiß an die Gefühle, schließlich interpretiert die Sängerin Christine Gottwald zusammen mit Csongor Berz am Klavier „Ja, die Liebe hat bunte Flügel“ aus einer Bizet-Oper. Doch am Ende bleibt auch die Warnung von Moderator Krämer: „Manchmal führt die Liebe allzu schnell in die Ehe.“

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