So bunt wie die Deko ist auch das Angebot im neuen Familienzentrum in der Idsteiner Straße. FOTOs: christoph boeckheler
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So bunt wie die Deko ist auch das Angebot im neuen Familienzentrum in der Idsteiner Straße.

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  • VonGernot Gottwals
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GALLUS Neues Zentrum in ehemaligem Supermarkt eröffnet - Auch Oma-Enkel-Turnen wird angeboten

Im neuen Familienzentrum im Mehrgenerationenhaus gerät einiges in Bewegung: Denn im ehemaligen Supermarkt in der Idsteiner Straße 91 wird es in Kürze neben Kursen, Betreuungs- und Beratungsangeboten auch generationsübergreifenden Sport geben. Und wo einst Regale und Kassen standen, werden schon bald Matten und Klettergerüste aufgebaut- und der in hellen Farben umgestaltete Raum wird sich als Schaufenster ins Gallus und Europaviertel öffnen.

Treffpunkt für den Stadtteil

"Denn gemeinsame Treffpunkte und soziale Kontakte sind nicht durch den Bildschirm ersetzbar. Und Familien brauchen Orte der Entfaltung", erklärten die Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) sowie die Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der gestrigen Eröffnung des neuen Familienzentrums. "Und da dieser Tag auf den 9. November fällt, erinnern wir dabei auch an unseren Bildungsauftrag, zu dem das Gedenken an die schlimmen Ereignisse des NS-Regimes auch in unserem Stadtteil gehört", ergänzte Franca Schirrmacher, die das Zentrum mit Martina Makowski leitet.

Denn Bildung, Erziehung, Beratung, Unterstützung, Begegnung und Austausch sind die zentralen Themenfelder im Familienzentrum, das mit seinem generationsübergreifenden Ansatz Kindern und Senioren ebenso ansprechen soll, wie Eltern, Paare und Alleinstehende. Neben Hebammen- und Geburtsvorbereitungskursen finden regelmäßige Baby- und Krabbeltreffs statt. Dazu gehören die Angebote der Musik-Kita ebenso wie ein Krippen- und Bewegungsraum für über Dreijährige und das gemeinsame Oma-Opa-Enkel-Turnen, das das Mehrgenerationenhaus schon bald zusammen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund anbieten wird: "Wir starten am 23. November, mit zum Programm gehören ein Balancierparcours und Sturzprophylaxe", sagt Projektleiterin Sophia Stenzel.

Um für diese und andere Angebote wie das Netzwerk "Frauen stärken sich" und das Modellprojekt "Gallus bleibt aktiv" für ältere Migrantinnen und Migranten die nötigen Räumlichkeiten zu schaffen, wurde der ehemalige Verbrauchermarkt durch die Stadt 2016 angemietet. Den Um- und Ausbau finanzierten Sozial- sowie Bildungsdezernat. Allein der Brandschutz schlug mit 76 000 Euro zu Buche.

Der ehemalige Verkaufsraum des Supermarktes wurde auf einer Fläche von rund 715 Quadratmetern umgebaut, die flexibel durch eine Trennwand für Teeküche mit Aufenthaltsraum, Eltern-Kind-Treff, drei Beratungs- und zwei Kursräume der Hebammenstation sowie Bewegungsraum für die Krippe, Lagerräume und Sanitäranlagen nutzbar sind. Zeitgleich erfolgten weitere bauliche Maßnahmen für eine weitere Hortgruppe sowie eine Krippengruppe der Musik-Kita.

Platz für Hebammen

"Die Brandschutzmaßnahmen, die Ertüchtigung von Böden, Fenstern und Decken sowie der Einbau der Fußbodenheizung und der Umbau der Kühlräume waren sehr aufwendig, einige Maßnahmen erfolgten auch in Eigenleistung", betont Schirrmacher. Dafür haben jetzt im Untergeschoss die Hebammenstation und das Projekt Papa [plus] neuen Platz gefunden.

"Uns geht es um die Vorbereitung der Schwangerschaft ebenso wie um die Notfallbetreuung von Familien, die keine freiberufliche Hebamme finden", erklärt die Hebamme Stefanie Liebig. Mit Modellen, Schautafeln und Babypuppen kann sie in Kursen die verschiedenen Schritte und Phasen der Geburt anschaulich erläutern aber auch zeigen, wie man das Neugeborene richtig hält.

Aber mit der Geburt eines Kindes verändert sich auch für die Väter einiges im Leben. "Papa sein ist toll, bringt aber auch Herausforderungen mit sich, die Erziehungsfragen und die gemeinsame Verantwortung als Eltern umfassen", so Thomas Kurze und Sebastian Muthig. Zudem verlange bereits die Geburt selbst vielen anwesenden Väter einiges an Ressourcen ab, um diese Situation zu bewältigen. Hier helfe aber der Austausch mit anderen Vätern und Experten. Gernot Gottwals

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