Jenseits der U-Bahn-Trasse sollen im Osten von Bonames Schulen gebaut werden, auf der anderen Seite rund 1500 Wohnungen. foto: Andreas haupt
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Jenseits der U-Bahn-Trasse sollen im Osten von Bonames Schulen gebaut werden, auf der anderen Seite rund 1500 Wohnungen.

Bonames: Stadtplanung

Hier ist Platz für über 1000 neue Nachbarn

  • vonFriedrich Reinhardt
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Baugebiet Ost wartet seit Jahren auf Bebauungspläne und Erschließung

Die Planung zieht sich seit Jahren für das ehemals "Bonames Ost" genannte Baugebiet - oder besser gesagt: Baugebiete. Denn Ende 2018 wurde das rund 45 Hektar große Planungsgebiet im Osten von Bonames geteilt. Der Abschnitt zwischen U-Bahntrasse und Homburger Landstraße (Bebauungsplan 923) soll so schneller realisiert werden. Das Gymnasium für den Norden und eine Grundschule sind dort geplant. Wann die Erschließung beginnen kann, lässt sich zwei Jahre später trotzdem noch nicht absehen.

Im Wahlkampf war der zähe Fortschritt ein Angriffspunkt für jene, die Planungsdezernent und SPD-Spitzenkandidat Mike Josef (SPD) kritisieren wollten. Nils Kößler, Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat der CDU, etwa monierte: "Mit dem Projekt Bonames-Ost zum Beispiel ist es leider seit 2016 nicht nennenswert vorangegangen. Dabei gab es dort schon eine umfassende Bürgerbeteiligung und die gemeinsame Verständigung auf einen städtebaulichen Entwurf. Hier sind 2000 mögliche Wohnungen fünf Jahre lang einfach liegen geblieben." Die Aussage nahm ihm die Bürgerinitiative L(i)ebenswertes Bonames übel.

Einigkeit hätte es nie gegeben

"Es gab niemals eine ,gemeinsame Verständigung auf einen städtebaulichen Entwurf'!", schreibt die BI. Sie habe energisch die Planung abgelehnt. Verkehrskonzept, Klimaschutzgutachten oder Frischluftmessung hätten gefehlt. Auch sei nie von 2000 Wohnungen die Rede gewesen. Im Dezernat geht man derzeit von 1500 Wohnungen aus. Die Planungen seien aber noch nicht weit genug, um es genau sagen zu können, sagt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats. Warum also dauern die Planungen so lange und wie ist der aktuelle Stand?

1991 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen (B-Plan 516). Seither hätten sich die Grundlagen der Planung immer wieder geändert, erklärt Gellert. Damals glaubte man, die Einwohnerzahl würde sinken, und wollte neben dem Riedberg kein weiteres, großes Neubaugebiet planen. An dem B-Plan wurde also jahrelang nicht gearbeitet.

Auch Schulen waren anfangs nicht vorgesehen. Es stimmt, wie Kößler sagt, dass es schon Bürgerbeteiligungen gab, sogar zwei Mal (1996 und 2013). Da sich die Planung änderte, wird es eine dritte geben - mindestens.

Fragen der Entwässerung verlangsamten die Planung, erklärt Gellert. Die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Regenwasser nicht nur über die Kanalisation abgeleitet werden könne. Bei Starkregen würde sie über- und die Keller volllaufen. Ebenso sei es mit der geplanten Ortsrandstraße zwischen Homburger Landstraße und Harheimer Weg kompliziert.

Planungsende ist nicht absehbar

Darum wurde das Planungsgebiet geteilt. Unabhängig von Entwässerung und Ortsrandstraße könnten der kleinere, nördliche Teil (B-Plan 923) und die Schulen schneller realisiert werden. "Der nächste größere Schritt ist die Offenlegung dieses B-Plans", sagt Gellert. Der ist aber noch nicht fertig. Wann es so weit sein werde, lasse sich nicht seriös vorhersagen. Die Planung für das zweite größere Gebiet süd-östlich der U-Bahntrasse (B-Plan 516) wird noch länger dauern. Ende? Nicht absehbar.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) findet die Teilung des Plangebiets grundsätzlich richtig, Nur: Durch die Teilung kommt die Ortsrandstraße erst, wenn das Wohngebiet gebaut wird. Sie solle vor allem den zusätzlichen Verkehr abwickeln, der durch das neue Quartier entsteht, sagt Gellert. Lange sieht das anders.

Der Ortsvorsteher erhofft sich von der Straße, dass Bonames vom Durchgangsverkehr entlastet wird. "Der ganze Verkehr aus Nieder-Erlenbach, Harheim oder Nieder-Eschbach knäuelt sich in Bonames." Allerdings könne ohne den B-Plan die Ortsrandstraße nicht gebaut werden, erklärt der Sprecher des Planungsdezernats. "Der B-Plan ist die Rechtsgrundlage für das Umlegungsverfahren." Ohne diesen B-Plan kommt die Stadt also nicht in den Besitz der benötigten Grundstücke, um die Straße bauen zu können.

Friedrich Reinhardt

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