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Hier ist schon Frühling

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Von: Alexandra Flieth

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Amelie Persson mit der in 24 Teilen zerlegten Vorlage, die jetzt - nur größer - die Litfaßsäule schmücken.
Amelie Persson mit der in 24 Teilen zerlegten Vorlage, die jetzt - nur größer - die Litfaßsäule schmücken. © Flieth

15 Quadratmeter vertikale Natur

An den Ästen der Bäume, die sich hinter der Kunstsäule unweit des Brückenspielplatzes erheben, zeigt sich ganz leicht das erste Grün. Auf dem großformatigen Gemälde von Amelie Persson, das als Druck auf der Kunstsäule zu sehen ist, ist bereits Frühling. In dem Moment, als das Werk an die Litfaßsäule angebracht wurde, wirkte es, als habe Persson direkt auf den ehemaligen Werbeträger gemalt, der seit 2017 als Ausstellungsssäule genutzt wird. „Wie ein frisch gemaltes Aquarell“, findet auch Florian Koch. Gemeinsam mit dem Künstler Daniel Hartlaub hat er die Kunstsäule initiiert. Dreimal pro Jahr wechseln die Bilder. Die nun dort eröffnete Ausstellung ist bereits die neunzehnte Schau.

Amelie Persson macht mit ihrem Bild, das den Titel „True Colours“ trägt - übersetzt so viel wie „Wahrhaftige Farben“ - den Start für das Jahr 2023. Etwas mehr als drei Monate lang wird es nun rund um die Uhr zu sehen sein. Dabei ist es nicht einfach nur ein Gemälde, sondern eine künstlerische Arbeit, die sich aus mehreren Einzelbildern zusammensetzt. Grundlage waren Malereien und Collage, ganz analog gefertigt, gescannt und am Computer zu einem Gesamtwerk zusammengefügt.

In insgesamt 24 Einzelteilen wurde es jetzt auf eine Gesamtfläche von 4,33 Meter auf 3,50 Metern aufgebracht. Die Arbeit bringt das derzeit vieldiskutierte Thema der Natur im städtischen Raum näher und fragt auch nach deren Wirkung.

Pflanzen, Blumen, Farbenspiele

Amelie Persson interessiere sich für Pflanzen, die sich dem veränderten Klima anpassen und untersuche den sich stetig wandelnden Lebensraum. Die darauf dargestellten Pflanzen, Blumen und farbigen Flächen, durch die Räumlichkeit suggeriert werden, entsprechen nicht einem realen Stück Natur. Vielmehr wirkt es wie ein Konglomerat an Erscheinungsformen von Natur, die sich in einem vielfältigen und ausdifferenzierten Farbenspiel dem Betrachter zeigt. Vergleichbar etwa mit der Wirkung einer blühenden Fläche, in der die Farben von Blumen und grünen Gräsern und Pflanzen mal miteinander zu einem abstrakten Farbfeld verschwimmen oder sich ganz konkret hiervon herausheben und abzeichnen.

Amelie Persson, die ihr Atelier am Dornbusch hat, ist vor allem durch ihre Zeichnungen und Illustrationen bekannt, in denen sie auch Frankfurter Motive einfängt. Wie die für die Stadt so typischen Wasserhäuschen. Hiervon zeigt sie aktuell Arbeiten in der Ausstellung „Stadtblicke. Eine subjektive Frankfurt-Kartographie“ im Historischen Museum Frankfurt, in der 80 kreative Köpfe ihre Sicht auf die Mainmetropole in unterschiedlichen Medien zum Ausdruck bringen.

Das Werk von Amelie Persson auf der Frankfurter Kunstsäule, Brückenstraße/Gutzkowstraße, kann noch bis zum 22. Juni besichtigt werden.

Am 5. Mai um 19 Uhr ist dort als Teil der Ausstellung ein Konzert mit der Band „der gang_350“ geplant. Weitere Infos im Internet unter www.frankfurter- kunstsaeule.de Alexandra Flieth

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