Die Idee des Künstlerhauses stößt bei vielen auf große Zustimmung, sagt Dr. Gabriela Bloem, Vorsitzende von Kunstwerk Praunheim.
+
Die Idee des Künstlerhauses stößt bei vielen auf große Zustimmung, sagt Dr. Gabriela Bloem, Vorsitzende von Kunstwerk Praunheim.

Hier soll ein lebendiger Ort entstehen

  • VonAlexandra Flieth
    schließen

Der Verein „Kunstwerk Praunheim“ möchte nach dem bevorstehenden Auszug der Praunheimer Werkstätten aus dem Gebäude auf dem Gelände Alt-Praunheim 2 ein Künstlerhaus machen. Dorthin lud der Verein jetzt zu einem Sommerfest mit Kunst und Theater ein.

Ulla Völker modelliert das Porträt von Louismene Schneider. Die junge Frau, die in Haiti geboren und vor neun Jahren nach Deutschland gekommen ist, sitzt auf einem Stuhl, hat ihren Kopf zu Völker gedreht, damit diese die Proportionen des Gesichts mit ihren Händen und bildhauerischen Werkzeugen nachformen kann.

Kleine Ausstellung

Völker ist eine von fünf Künstlern, die sich an einer kleinen Ausstellungspräsentation in den Räumen der Praunheimer Werkstätten auf dem Gelände Alt-Praunheim 2 beteiligen. Anlass ist das Sommerfest des 2012 gegründeten Vereins Kunstwerk Praunheim, das unter dem Motto „Ton in Ton“ steht. Im großen Saal haben neben Völker noch die Künstler Hedda Hansen, Raul Rutti, Susanne Köhler und Ernestine Kuger-Hoberg einen Arbeitsplatz aufgebaut.

Die Besucher können ihnen beim Formen ihrer Plastiken über die Schulter schauen. So entsteht eine Ateliersituation und das ist gewünscht. Auch eine Theaterinszenierung zwischen den arbeitenden Bildhauern steht auf dem Programm. „Von Göttern, Ziegeln, Menschen und dem Golem“ heißt die Performance mit Text und Musik, die aus der Feder der Autorin und Dramaturgin Jutta Kaußen stammt. Musikalisch begleitet wird das Ganze von Flo Schneider, der an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst studiert.

Der Verein Kunstwerk Praunheim setzt sich dafür ein, dass in dem denkmalgeschützten Gebäude ein Künstlerhaus entsteht, nachdem die Praunheimer Werkstätten voraussichtlich Ende 2015 in ihren Neubau an der Heerstraße umziehen werden. Von einem Künstlerhaus im Stadtteil sollen die Praunheimer genauso profitieren, wie auch Künstler, die auf der Suche nach Atelierräumen sind und den Austausch mit anderen Künstlern und Kreativen suchen.

Der Stadtteil soll hierdurch eine kulturelle Bereicherung erfahren und der Austausch zwischen Künstlern unterschiedlicher Disziplinen, Musikern und Kreativen gefördert werden. Es soll ein lebendiger Ort werden. So die Idee, deren Konzept in den 2013 durchgeführten Planungswerkstätten zum Thema „Ortsmitte Praunheim“ (wir berichteten) erarbeitet wurde. Das Programm des diesjährigen Sommerfestes soll schon mal einen Eindruck davon vermitteln, wie lebendig so ein Künstlerhaus gestaltet sein könnte.

„Die Idee des Künstlerhauses stößt bei vielen auf große Zustimmung, bei den Praunheimern, den Vertretern des Ortsbeirats und auch der Stadt“, sagt Dr. Gabriela Bloem, Vorsitzende von Kunstwerk Praunheim. „Eigentümerin von Grundstück und Gebäude ist die Waisenhaus-Stiftung“, führt Bloem weiter aus. „Wir haben bereits Gespräche mit Vertretern der Stiftung geführt und unser Konzept vorgestellt. Wie sie sich entscheiden werden, ist aber noch ungewiss.“

Das Gebäude biete Platz für 18 große Atelierräume zu je 65 Quadratmetern. „Bis zu vier Künstler können sich je eines dieser Ateliers teilen. Die Räume sind für Künstler ganz unterschiedlicher Disziplinen geeignet“, erklärt sie. „Wir möchten nicht nur Bildende Künstler, sondern auch Bühnenbildner, Dramaturgen und Musiker.“ Auch ein Instrumentenbauer habe bereits sein Interesse an einem Atelier bekundet.

Gute Idee

„Wir wünschen uns, dass der Verein Basis Betreiber des Künstlerhauses Praunheim wird und haben bereits mit den Verantwortlichen gesprochen, die es sich vorstellen können“, sagt Bloem. Auch mit dem Kulturamt und zum Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne) habe der Verein Kunstwerk Praunheim Kontakt aufgenommen. Die Idee komme überall gut an. Trotz aller Zustimmung hängt es aber von der Waisenhaus-Stiftung als Eigentümerin ab. Wie die dortigen Verantwortlichen sich entscheiden werden, bleibt abzuwarten.

(alf)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare