Sebastian Schubert und Uwe Zens montieren die Solaranlage auf das Dach in der Aßlarer Straße 1.
+
Sebastian Schubert und Uwe Zens montieren die Solaranlage auf das Dach in der Aßlarer Straße 1.

Mainova und ABG Holding starten gemeinsames Projekt

Hier sorgt bald die Sonne für Strom

  • vonSandra Kathe
    schließen

Gerade einmal ein Prozent der Energie wird in der Stadt bislang durch Photovoltaikanlagen gewonnen, die Sonnenstrahlen in Energie umwandeln. Das soll sich mit einem neuen Gemeinschaftsprojekt der Mainova sowie verschiedener Wohnungsbaugesellschaften bald ändern.

Noch wird auf dem Dach des Wohnhauses der Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding in der Aßlarer Straße 1 fleißig gearbeitet, damit die Bewohner schnellstmöglich von der Energie der Sonnenstrahlen profitieren können. 194 Solarmodule werden hier angebracht, auf dem Nachbarhaus, der Aßlarer Straße 2, sind es weitere 144. Die beiden Anlagen, die gestern von Vorstandsmitgliedern des Energieversorgers Mainova, ABG-Geschäftsführer Frank Junker sowie Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) vorgestellt wurden, sind Teil einer neuen Kooperation zwischen der Mainova, die die Anlagen stellt, und der ABG Holding, die Dachflächen dafür zur Verfügung stellt. Stadtweit soll so mehr Strom aus der Sonne gewonnen werden.

Denn die Dächer in Heddernheim sollen nicht die letzten sein, die mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet werden: „Bei einer Bestandsaufnahme unserer Immobilien haben wir herausgefunden, dass sich insgesamt 23 000 Quadratmeter Dachflächen für Anlagen dieser Art eignen“, sagte Junker. Nun sei die Herausforderung für die nächsten Jahre, diese bestehenden Flächen auch zu nutzen und auch Neubauten mit Photovoltaik-Anlagen auszurüsten. Zuletzt war das bei einem großen Wohnhaus in der Speicherstraße geglückt, wo nicht nur Strom erzeugt, sondern auch gespeichert werden kann. „Das Aktiv-Stadthaus war quasi unser erfolgreiches Pilotprojekt. Dort nutzen inzwischen alle Parteien die vor Ort erzeugte Energie“, so Junker.

Für die Mieter ist die Nutzung der neuen Stromquelle nicht verpflichtend. „Den Bewohner steht es frei, ob sie den Strom aus der Anlage nutzen wollen oder Strom eines anderen Anbieters beziehen. Für uns bedeutet das, dass wir uns preislich und qualitativ weiterhin auf dem Markt behaupten müssen“, erklärt Mainova-Vertriebsvorstand Norbert Breidenbach. Im Vergleich zu vorherigen Mainova-Verträgen rechnet er mit einer Ersparnis von etwa ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde für die Mieter. „Für die Zeit, in der kein Strom aus Sonnenenergie zur Verfügung steht, werden die Mieter automatisch von der Mainova beliefert“, erklärt Breidenbach.

Dass ABG und Mainova diesen Schritt gegangen sind und auch noch eine zweistellige Anzahl weiterer Projekte für dieses Jahr planen, freut Stadtkämmerer Uwe Becker. „In Frankfurt hat sich in Sachen Energieoptimierung einiges getan. Dennoch wird gerade einmal ein Prozent der Energie aus den rund 1000 Photovoltaik-Anlagen im Stadtgebiet gewonnen, was noch verbessert werden muss“, betonte er.

Auf den Dächern der beiden Gebäude in der Aßlarer Straße sollen zusammen rund 76 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden. Ein durchschnittlicher Zweipersonenhaushalt verbraucht laut Stromspiegel jährlich 3200 Kilowattstunden, womit also rund 24 Parteien versorgt werden könnten. Wenn der Strom voll genutzt wird, bedeutet das eine CO2-Ersparnis von gut 45 Tonnen pro Jahr. Dafür sei die Mainova gerne bereit, die rund 200 Euro pro Photovoltaik-Modul zu investieren, betonte der Mainova-Vorstandsvorsitzende Constantin Alsheimer, der sich sicher ist, dass Strom in Zukunft mehr und mehr dezentral gewonnen wird und dann auch die Mieter ohne anfallende Mehrkosten von der Energiewende profitieren.

„Das soll sich außerdem nicht nur auf Mieter von ABG-Wohnungen beziehen“, betont Breidenbach: „Wir sprechen auch mit anderen Wohnungsbaugesellschaften über Photovoltaikanlagen auf den Dächern und stoßen dabei auf große Bereitschaft.“ Für die Stadt könnte das ein erster Schritt sein zu ihrem Ziel, bis 2050 komplett auf erneuerbare Energien umzustellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare