Gastro-Kolumne

Hier steht „La Mamma“ am Herd

  • vonAndrea Möller
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Italiener sind ein kontaktfreudiges Völkchen. Und Vincenzo Verrina bildet da keine Ausnahme. „Ich liebe den Umgang mit den Gästen“, sagt der Inhaber des

Italiener sind ein kontaktfreudiges Völkchen. Und Vincenzo Verrina bildet da keine Ausnahme. „Ich liebe den Umgang mit den Gästen“, sagt der Inhaber des „Davinc Cucina e Vino“. Er hatte sich zwar für einen „anständigen“ Beruf entschieden und eine Lehre zum Elektriker gemacht. Doch kaum war er damit fertig geworden, ist er in die Gastrobranche umgestiegen. Diesem Entschluss verdankt er auch, dass er 1994 nach Deutschland kam. „Ich wollte hier einen Monat lang arbeiten“, erzählt Verrina, „wusste aber schon nach kurzer Zeit, dass ich sehr viel länger bleibe.“

Seinen ersten Job hatte er im Serviceteam des Garibaldi, einem bekannten italienischen Lokal in der Kleinen Hochstraße. Von der Innenstadt ging er ins Westend, wo er die nächsten 15 Jahre im Ristorante Il Camino verbrachte. Das Lokal in der Feldbergstraße trägt heute übrigens den Namen Il Cavallino. Es folgten das Ristorante L’ Unico in der Mendelssohnstraße und einige Zeit später das Papanova auf der Eckenheimer Landstraße. Für das Lokal im Nordend arbeitete er als Geschäftsführer, was ihn aber nicht daran hinderte, sich weiter um die Gäste zu kümmern. Einer von ihnen machte Verrina schließlich ein Angebot, bei dem dieser einfach zugreifen musste. „So habe ich zum einen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und bin zu anderem in eine mir völlig fremde Gegend von Frankfurt gewechselt.“ Das Restaurant im Erdgeschoss von „ipartment“, einem Boardinghouse im Europaviertel, sei es aber wert.

Zumal neben einem Gast- und einem Konferenzraum auch eine großzügig gestaltete Terrasse dazugehört. Diese findet sich hinter dem Gebäude, weshalb die Gäste im Sommer nicht an der Straße sitzen müssen. Außerdem ist alles sehr geschmackvoll eingerichtet. Das optische Konzept hat Rolf Wacha entworfen – also der Architekt, der unter anderen für die Apartments in den oberen Etagen verantwortlich war. Das Restaurant hat er mit einer großen Theke ausgestattet, die mit mediterranen Fliesen verkleidet ist. Hinzu kommen Holztische und -stühle in Honigbraun sowie Sitzbänke samt farblich passendem Lederpolster. „Dabei handelt es sich um Sonderanfertigungen“, betont der Inhaber. Fehlt lediglich ein breites Regal für italienische Spezialitäten und fertig ist das Restaurant, das eher an eine Trattoria erinnert.

Das kleine kulinarische Angebot passt ebenfalls dazu: Es umfasst einige Vorspeisen, Suppen, Nudelgerichte und Desserts. Von Fleisch und Fisch keine Spur, auch auf der Schiefertafel mit den zusätzliche Empfehlungen nicht. „Wir wollen erst einmal sehen, wie es läuft, haben ja kaum einen Monat geöffnet“, sagt der Betreiber. „In Zukunft planen wir jedoch, freitags Fisch und samstags Fleisch auf die Karte zu setzten.“ Es sei eine kleine Auswahl, dafür aber frisch zubereitet. „Und meine Frau ist eine sehr gute Köchin“, fügt er hinzu. Wenn er recht hat, hat er recht. Beim lauwarmem Büffel-Mozzarella auf dünn geschnittenen Tomaten mit luftgetrocknetem Rinderschinken (10,50 Euro) kann Domenica Verrina ihr Talent noch nicht ganz entfalten. Die Produkte sind allerdings von richtig guter Qualität.

Bei den Gnocconi zeigt sie jedoch, dass sie ihr Handwerk beherrscht: Die kleinen Klöße aus Kartoffelteig sind mit einem Käse gefüllt und überbacken, dessen feines Aroma sich mit dem Geschmack reifer Birnen verbindet (8,50 Euro). Ein Klassiker wie er im Kochbuch steht ist die Lasagne al Forno, die mit bissfesten Nudeln und geschmolzenem würzigen Käse überzeugt – einfach lecker. Und für 8 Euro ein veritable Portion. Zum Nachtisch darf es ein Dessert della Casa sein (6 Euro) , das sich als Panna Cotta, nicht zu weich und nicht zu fest, sowie Crostata di Marmellata entpuppt. Der Klassiker unter den italienischen Backwaren bleibt durch seinen leckeren Mürbeteig ebenso in Erinnerung wie durch seine aromatische Himbeerkonfitüre.

Landestypische Spezialitäten kommen bei Verrina natürlich auch ins Glas. Cà dei Frati beispielsweise steuert zur Kollektion einen Lugana bei (0,7 l für 27,50 Euro). Was Kenner wenig verwundern dürfte: „Der traditionsreiche Familienbetrieb vom Gardasee fühlt sich dem regionstypischen Wein schließlich besonders verbunden“, so der Inhaber – der sich mit seinen Gästen gerne über die Winzer und ihre Erzeugnisse unterhält.

Davinc Cucina e Vino:

Gallusviertel, Kölner Straße 4, Tel. 0160 7230840, , Mo–Fr 12–15 + 18–23, Sa 18–23 Uhr, So Ruhetag, Sitzplätze: 30 Restaurant/10 Konferenzraum/40 Terrasse, Küche: italienisch

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