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Hier verübte die RAF Terror- und Mordanschläge in Hessen

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Vor 50 Jahren begann in Frankfurt der blutige Terror der "Roten Armee Fraktion". Wir zeichnen nach, wo in Hessen die linksextremistische Bande in den Folgejahren Anschläge verübte.

Von 1968 bis zu ihrer Auflösung 1998 terrorisierte die "Rote Armee Fraktion" die Bundesrepublik. Was mit militanten Protesten gegen den Vietnamkrieg begann, endete mit einem offenen Krieg gegen den Staat und seine Institutionen.

Die "Rote Armee Fraktion" wollte eine Stadtguerilla sein und nach südamerikanischem Vorbild in deutschen Städten gegen Staat und Kapitalismus kämpfen. Die drei Generationen der RAF begingen insgesamt 33 Morde und verletzten zahlreiche Menschen.

Im Verlauf ihres Bestehens schlug die RAF immer wieder in Hessen zu. Ihre Geschichte beginnt 1968 mit Brandstiftungen auf der Zeil in Frankfurt; ihren letzten großen Anschlag verübten RAF-Mitglieder 1993, als sie einen Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt verübten.

Auf unserer interaktiven Karte sind die RAF-Anschläge in Hessen verzeichnet; jeder Anschlag wird kurz beschrieben. Unter der Karte finden Sie ausführliche Informationen zu den Attentaten der "Roten Armee Fraktion" in Hessen.

Rot: Anschläge der ersten RAF-Generation (1970-75)

Gelb: Anschläge der zweiten RAF-Generation (1975-81)

Blau: Anschläge der dritten RAF-Generation (1982-98)

In der Nacht zum 3. April 1968 legen vier Terroristen - darunter die beiden späteren RAF-Grüner Andreas Baader und Gudrun Ensslin - Feuer in zwei großen Kaufhäusern auf der Zeil: dem Kaufhof und dem Kaufhaus M. Schneider. Verletzt wird niemand, der Schaden beläuft sich auf etwa 700.000 DM. Die Täter werden am nächsten Tag gefasst.

Am 15. Januar 1971 überfallen RAF-Mitglieder gleichzeitig zwei Bankfilialen in Kassel. Verletzt wird niemand. Die Täter entkommen mit etwa 115.000 DM Bargeld.

Knapp einen Monat später, am 10. Februar 1971, liefern sich die beiden RAF-Mitglieder Manfred grashof und Astrid Poll in Frankfurt eine Schießerei mit der Polizei. Die Terroristen können entkommen. Keine Verletzten. Unmittelbar nach dem Schusswechsel leitet die Polizei die erste große, bundesweite Fahndung nach RAF-Mitgliedern ein.

Am 11. Mai 1972 verübt das "Kommando Petra Schelm" einen Bombenanschlag auf das IG-Farben-Haus, in dem die US-Streitkräfte stationiert sind. Bei dem Anschlag kommt ein Soldat ums Leben; dreizehn Menschen werden verletzt.

Ein bislang nicht identifiziertes RAF-Mitglied erschießt am 7. Mai 1976 den Polizeibeamten Fritz Sippel in Sprendlingen im Kreis Offenbach.

Am 1. Juli 1977 überfallen RAF-Terroristen ein Waffengeschäft in Frankfurt. Sie erbeuten 15 Revolver und drei Pistolen. Keine Verletzten.

Am 30. Juli 1977 erschießen die RAF-Mitglieder Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt den Vorstandvorsitzenden der Dresdner Bank Jürgen Ponto auf der Terrasse seines Anwesens in Oberursel.

Bei einem Banküberall in Darmstadt erbeuten RAF-Mitglieder am 19. März 1979 etwa 49.000 DM in bar.

Am 8. August 1985 erschießt ein RAF-Mitglied in Wiesbaden den US-Soldaten Edward Pimental.

Ebenfalls am 8. August 1985 verübt die RAF einen Bombenanschlag auf die US-Airbase südlich des Frankfurter Flughafens. Bei dem Anschlag kommen zwei Menschen ums Leben; 23 weitere werden verletzt. Erstmals bekennen die RAF und die französische Action Directe sich gemeinsam zu einem Terrorakt.

Am 30. November 1989 ermordet die RAF den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Alfred Herrhausen. Beim Bombenanschlag auf Herrhausens Limousine wird auch sein Fahrer verletzt.

Am 27. März 1993 verüben RAF-Mitglieder einen Sprengstoff-Anschlag auf die - im Bau befindliche - Justizvollzugsanstalt Weiterstadt. Verletzt wird niemand; der Schaden beläuft sich auf gut 80 Millionen DM.

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