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Kulturelles Zentrum des Stadtteils: das Haus Dornbusch.

Stadtteil

Dornbusch: Wer hier wohnt, verdient meist gut

Er ist einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile Frankfurts: der Dornbusch. Aber auch in andere Hinsicht belegt das Viertel vordere Plätze, wie ein Blick in das Statistische Jahrbuch verrät.

Wenn es um die dichteste Besiedlung in Frankfurt geht, dann ist der Stadtteil Dornbusch ganz vorne mit dabei: 77,7 Einwohner leben hier pro Hektar, ein Vielfaches des Frankfurter Durchschnittswerts von 29,8. Eine höhere Einwohnerdichte ist nur noch in Bornheim, im Nordend und in der Altstadt zu finden. Das zumindest besagt das Statistische Jahrbuch 2018, das die Stadt Frankfurt unlängst veröffentlicht hat.

Zur Einwohnerdichte passt, dass am Dornbusch der Anteil der Wohnbaufläche an der Stadtteilfläche insgesamt am höchsten liegt. Mit einer Gesamtfläche von 238 Hektar zählt das Viertel zwischen Eckenheim und Ginnheim eher zu den kleineren Quartieren. 115 Hektar davon gelten als Wohnbaufläche, das entspricht 48,2 Prozent.

Für Ortsvorsteher Friedrich Hesse bergen die Angaben über die hohe Bevölkerungsdichte in dem Quartier keine Überraschung. Schließlich sei in dem Stadtteil „alles zugebaut, was zugebaut werden darf“, sagt er: „Höchstens Aufstockungen oder Nachverdichtungen wären noch möglich, zum Beispiel an der Eschersheimer Landstraße.“ Entsprechende Bestrebungen seien jedoch vor einigen Jahren durch Bürgerproteste, vor allem aus dem Dichterviertel, gestoppt worden. Ein Blick in die Statistiken bestätigt Hesses Angaben: Von den 680 Baugenehmigungen, die 2017 in ganz Frankfurt erteilt wurden, entfielen gerade mal zwei auf den Dornbusch, beim Spitzenreiter Kalbach-Riedberg waren es hingegen satte 116.

Dass der Stadtteil durch Wohnbebauung dominiert wird, belegt eine weitere Statistik in dem Jahrbuch. Demnach werden am Dornbusch nur 1,9 Hektar für Industrie und Gewerbe genutzt. Auch der Anteil an Vegetationsflächen ist niedrig: 11,4 Hektar weist die Publikation der Stadt Frankfurt dafür aus, alles landwirtschaftlich genutzte Areale. „Am Dornbusch haben wir kaum Grünflächen“, bestätigt Hesse. Nur der Sinaipark und ein Gebiet an der iranischen Botschaft in der Raimundstraße kommen ihm in diesem Zusammenhang in den Sinn.

Im Mittelfeld liegt das Quartier im Hinblick auf die Zahl der Betriebe: 741 Firmen führt die Statistik für den Dornbusch an, sie beschäftigen 1883 Mitarbeiter. Der Schwerpunkt liegt hier übrigens bei der Rechtsberatung: 71 Betriebe in dem Stadtviertel werden in diese Branche eingeordnet.

Beim Blick in das Jahrbuch fällt ein weiterer Wert ins Auge: Das Durchschnittsalter der 18.517 Bürger am Dornbusch beläuft sich auf 43,7 Jahre. Das sind fast drei Jahre mehr als der Altersmittelwert für ganz Frankfurt, der bei 40,8 Jahren liegt. Damit rangiert der Stadtteil beim Alters-Ranking hinter Bergen-Enkheim auf dem zweiten Platz. Ein Wert, über den sich Hesse keine Gedanken macht. Im Ortsbeirat 9, der sich neben dem Dornbusch auch noch um Eschersheim und Ginnheim kümmert, sei diese Altersstruktur bisher kein Thema, sagt der Ortsvorsteher. Überhaupt gebe es relativ wenige Anträge aus dem Dornbusch, mit denen sich das Gremium befassen müsse: „Schmerzthemen sind da eher Ginnheim und die Platensiedlung. Im Dornbusch gibt’s keine großen Probleme, das ist ein relativ stabiler Stadtteil.“

Hohe Mieten

Das trägt wohl auch das Einkommensniveau ein. 4041 Euro verdienen die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten, die am Dornbusch wohnen, pro Monat im Durchschnitt. Für ganz Frankfurt ermittelten die Statistiker dagegen einen Mittelwert von 3861 Euro. Beträge, die Ortsvorsteher Hesse ebenfalls nicht überraschen. Schließlich zählten das Dichterviertel und das Bertramsviertel nach wie vor zu den beliebtesten Wohngegenden Frankfurts. Entsprechend hoch seien hier die Mieten beziehungsweise Immobilienpreise, die sich halt nicht jeder leisten könne. Ein Faktor, der sich letztlich auf das gesamte Viertel auswirke.

von BRIGITTE DEGELMANN

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