1. Startseite
  2. Frankfurt

Hilfe für Neu-Frankfurter

Erstellt:

Von: Enrico Sauda

Kommentare

Eintracht-Trainer Oliver Glasner, Eintracht-Athletiktrainer Martin Spohrer, die Initiatoren Florian Jöckel und Madjid Djamegari sowie Basti Red (v.l.), der an dem Abend auch auftrat. FOTOs: enrico sauda
Eintracht-Trainer Oliver Glasner, Eintracht-Athletiktrainer Martin Spohrer, die Initiatoren Florian Jöckel und Madjid Djamegari sowie Basti Red (v.l.), der an dem Abend auch auftrat. © Enrico Sauda

400 Besucher unterstützen geflüchtete Ukrainer

Ein Zeichen für den Frieden haben sie gesetzt, die Künstler, die im Gibson unter dem Motto "FFM FOR UKR" aufgetreten sind. 400 Menschen kamen in die Diskothek an der Zeil und spendeten. Der Benefizabend ging zugunsten des "Ukrainischen Vereins Frankfurt am Main" über die Bühne, der geflüchteten Frauen und Kindern aus der Ukraine hilft, sich zu integrieren. "Wir müssen laut werden und unseren Protest gegen den Angriffskrieg in der Ukraine hörbar machen", erklärten die Initiatoren Madjid Djamegari, Björn Eckerl, Florian Jöckel und Kolja Müller. "Bei mir hat sich ein Gefühl der Ohnmacht breit gemacht, als ich die Kriegsbilder gesehen habe", sagt Müller. "Dann war der Impuls da, etwas Sinnvolles zu machen. Und zwar etwas von Frankfurtern für Neu-Frankfurter."

Das war vor zweieinhalb Wochen. Blitzschnell waren alle dabei. "Die Künstler haben sofort zugesagt, und alle haben selbstverständlich auf ihre Gage verzichtet", so Müller weiter.

Ein Ausrufezeichen setzte der Rapper Olexesh. Der spielte zwar nur einen Song, der aber hatte es in sich. Laut und voller Wut schmetterte der Mann sein "Mama Ukraina, Papa Russia". "Dasselbe Blut in uns, denn jeder kocht mit Wasser", sang Olexesh. "Ich bin hier dabei, weil ich aus der Ukraine komme, weil ich in Kiew geboren bin, weil ich beide Völker unterstütze", sagt er.

Auch Shantel hat eine Beziehung zur Ukraine - Teile seiner Familie stammen aus Czernowitz. "Schon einmal wurde meine Familie durch ein totalitäres Regime bedroht und dass es jetzt wieder passiert, ist unfassbar. Die Ukrainer verteidigen gerade unsere europäischen Werte von Demokratie, Pluralismus und Freiheit", sagt der Mann, der mit bürgerlichem Namen Stefan Hantel heißt und der mit dem Bucovina Club Orkestar als Haupt-Act auftrat.

Außerdem auf der Bühne: Rapper Bosca, Hadi Bougart, Sängerin Rola, Musiker der Neuen Philharmonie, Autorin Heike Borufka, und Fußball-Podcaster Basti Red sowie Youtuber Zeynep und Malerin Kristina Suvorova.

Unter den Gästen waren auch Eintrachtler: Präsident Peter Fischer und Trainer Oliver Glasner. Dass die Eintracht bei einem solchen Event dabei sei, "das ist logisch", sagte Peter Fischer, der mit dem Publizisten und Juristen Michel Friedman, Musikproduzent Moses Pelham und der Influencerin Galia Brener-Rexroth Schirmherr war. "Es ist nicht nur Putin, es ist eine Gruppe von Zynikern, Menschenverachtern, Diktatoren, Autokraten - nicht nur in Russland -, die Menschenleben als nichts empfinden und ihre Macht ausspielen", mahnte Friedman. "Ich müsste lügen, wenn ich behauptete, dass ich nicht besorgt bin", sagte Moses Pelham.

"Die bisher gespendete Summe liegt derzeit im fünfstelligen Bereich, und wir werden bis zum Ende des Krieges zu weiteren Spenden aufrufen", sagte Mit-Initiator Florian Jöckel und betonte: "Ganz bestimmt werden unter ,FFM for UKR' weitere Aktionen folgen, mit denen wir geflüchteten Menschen aus der Ukraine, die in unserer Stadt ankommen, helfen." Die Initiatoren sammeln Spenden für den Ukrainischen Verein - auf der Plattform www.betterplace.org/p107286. es

Auch interessant

Kommentare