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Hilgenfeld wird zum Ackerblumen-Viertel

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Von: Friedrich Reinhardt

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Nach den Mohnblumen, die zwischen dem Frankfurter Berg und Bonames am Feldesrand wachsen, soll eine Straße im Neubaugebiet Hilgenfeld benannt werden. FOTO: hamerski
Nach den Mohnblumen, die zwischen dem Frankfurter Berg und Bonames am Feldesrand wachsen, soll eine Straße im Neubaugebiet Hilgenfeld benannt werden. FOTO: hamerski © Hamerski

Stadtteilgremium folgt dem Ergebnis der Bürgerbefragung

"Nach der Tankstelle biegst du von der Homburger links in die Mohnblumenstraße, dann immer gerade aus und ein paar Meter kommt du zum Kornblumenplatz. Dort treffen wir uns." So oder so ähnlich könnte die Wegbeschreibung eines Bewohners des Hilgenfelds in der zweiten Hälfte diesen Jahrzehntes klingen. Im Herbst sollen die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet beginnen.

Bei der Benennung der drei Straßen und eines Platzes ist der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) nun einen Schritt weitergekommen.

Keine 100 stimmten ab

Die Mitglieder des Stadtteilgremiums haben sich auf das übergeordnete Thema der Straßennamen geeinigt. Das Hilgenfeld soll zum Ackerblumen-Viertel werden. Den finalen Impuls hatte eine Bürgerbefragung beim Stadtteilfest am vergangenen Wochenende gegeben.

Die hatten Damals-Noch-Stadtbezirksvorsteher Boris Straub und Michael Bartram-Sitzius organisiert, der Vorsitzende des Bürgervereins und SPD-Fraktionschef im Ortsbeirat. Auf dem Wahlzettel konnten man seine Stimme für eine Benennung nach Ackerblumen, Weiden, Getreidesorten, Nidda-Fischarten oder nach alten Flurstücken abgeben. Die überwiegende Mehrheit sprach sich für die Ackerblumen aus. Insgesamt gaben 86 Bürger ihre Stimme ab. Mit großem Abstand stimmten 39 Bürger für Mohnblumenstraße, Klatschmohnring, Ackerwindenring und Kornblumenplatz. Der zweitplatzierte Vorschlag, die Getreidenamen, erhielten elf Stimmen.

Einige reichten auch eigene Vorschläge ein - wenn auch nur zum Spaß. So wurde der "Auf dem Holzweg" zwei Mal vorgeschlagen. In Anregungen wie "Bembelring", "Bierring", "Rundring" oder "Eckigring" spiegelt sich die ausgelassene Stimmung auf dem Stadtteilfest wieder. Ein Teilnehmer regte zudem Namen "Hopfenstraße" und Gerstenring" an, wobei die restlichen Straßen unbenannt bleiben sollten - wegen des Deutschen Reinheitsgebots. "Diese Vorschläge darf man aus meiner Sicht wohl vernachlässigen", sagte Bartram-Sitzius. Das Recht, Straßen zu benennen, haben in Frankfurt immer die Ortsbeiräte.

Der SPD-Fraktionschef bedauerte in der Sitzung des Ortsbeirats, dass nicht mehr Stimmen abgegeben wurde. "Ich hatte 350 Stimmzettel vorbereitet."

Klatschmohn oder Mohnblume

Straub vermutete: "Der Misserfolg erklärt sich durch den Erfolg des Stadtteilfestes. Das Gedränge war so groß, dass man die Stände am Rand kaum gesehen hat." Ungeachtet der Teilnehmerzahl bedankten sich die Mitglieder des Ortsbeirats für die Arbeit, die Bartram-Sitzius und der Bürgerverein mit der Umfrage auf sich genommen haben.

Endgültig hat sich der Ortsbeirat aber noch nicht auf die Straßennamen geeinigt. Robert Lange (CDU) gefiel der Klang des Namens "Klatschmohnring" nicht. Andreas Eggenwirth (FDP) fürchtete, dass Mohnblumenstraße und Klatschmohnring zu Verwechslungen bei Taxifahrern führen könnte. Julian Langner (FDP) merkte an, dass Mohnblume und Klatschmohn ja zwei Bezeichnungen für die selbe Pflanze sei. Annette Blome (Grüne) schlug nach kurzer Suche auf Google Rotklee als Alternative vor. Der Ortsbeirat einigte sich darauf, bis zur nächsten Sitzung weitere Namen von Ackerblumen herauszusuchen. In der nächsten Sitzung Mitte September wollen sich die Mitglieder auf die konkreten Namen im zukünftigen Ackerblumen-Viertel einigen. msr

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