Hindenburg von der Liste der Ehrenbürger gestrichen

  • schließen

Der frühere Reichspräsident Paul von Hindenburg steht nicht länger auf der Liste der Frankfurter Ehrenbürger. Das hat das Stadtparlament auf Antrag der SPD mit breiter Mehrheit beschlossen.

Der frühere Reichspräsident Paul von Hindenburg steht nicht länger auf der Liste der Frankfurter Ehrenbürger. Das hat das Stadtparlament auf Antrag der SPD mit breiter Mehrheit beschlossen. Roger Podstatny (SPD) argumentierte, Hindenburg sei die Ehrenbürgerwürde nach der Machtergreifung der Nazis am 3. April 1933 zusammen mit Hitler und Göring verliehen worden. Die beiden Nazis wurden bereits nach dem Krieg aus den städtischen Ehrenlisten gestrichen. CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein betonte, dass die Verleihung der Ehrenbürgerwürde nicht legitimiert gewesen sei. Denn die Entscheidung sei damals in einer gleichgeschalteten Stadtverordnetenversammlung erfolgt. Hindenburgs Name jetzt zu streichen, habe nichts mit der Bewertung der historischen Person zu tun. Klar sei allerdings, dass er keinen Bezug zu Frankfurt gehabt habe.

Gegen die Streichung stimmten nur die „Bürger für Frankfurt“ (BFF). „Das ändert doch nichts an der Bewertung der Geschichte“, sagte der BFF-Stadtverordnete Patrick Schenk. „Es wird auch in der Stadt nichts bewegen, die Bürger interessiert das Thema nicht.“ Skeptisch zeigte sich auch Rainer Rahn (Römer-Fraktion), der die Diskussion vor einigen Wochen durch eine Anfrage in Gang gebracht hatte. „Ich finde, der Name Hindenburgs sollte nicht gestrichen werden.“ Viele Jahre lang habe sich niemand daran gestört – nicht einmal die besonders kritische Stadtverordnete Jutta Ditfurth (Ökolinx).

(mu)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare