Über die Glauburg, das historische Herrenhaus der Anna-Schmidt-Schule, steigt der Ballon in den Himmel. Begleitet von vielen guten Wünschen der Schüler. Und ihren Handyobjektiven. Bis in die Stratosphäre und beim Sinkflug nach Niedersachsen schaffte es der voluminöse Luftfahrer, dessen Aufstieg natürlich von der Flugkontrolle genehmigt werden musste.
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Über die Glauburg, das historische Herrenhaus der Anna-Schmidt-Schule, steigt der Ballon in den Himmel. Begleitet von vielen guten Wünschen der Schüler. Und ihren Handyobjektiven. Bis in die Stratosphäre und beim Sinkflug nach Niedersachsen schaffte es der voluminöse Luftfahrer, dessen Aufstieg natürlich von der Flugkontrolle genehmigt werden musste.

Schulprojekt in Nieder-Erlenbach

Hoch hinauf für die Bildung

  • VonNiklas Mag
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Wetter-Ballon stieg bis auf 38 000 Meter Höhe

Es herrscht enormes Gewusel auf dem Schulhof der Anna-Schmidt-Schule, denn die Aufregung bei den Schülern ist groß. In der Mitte des Schulhofs schwebt ein runder weißer Ballon. Am Tag zuvor hatte die Schule ihr Stratosphären-Experiment wegen schlechten Wetters verschieben müssen, doch nun zählen die Schüler von zehn herunter. Die Smartphones werden gezückt und begeisterte Rufe begleiten den großen Ballon auf seinen ersten Metern gen Himmel. Immer weiter steigt er in die Höhe - und bleibt prompt in einem Baum auf dem Schulhof in etwa 15 Metern Höhe hängen. Ein lauter Aufschrei der Pennäler, dann kämpft sich der Ballon seinen Weg frei und fliegt begleitet von lautem Jubel davon.

Zwei Monate Vorbereitung

Knapp acht Wochen hat die Vorbereitung des Experiments gedauert, das von vier Klassen der Anna-Schmidt-Schule standortübergreifend geplant und ausgeführt wurde. Unter anderem hängen ein Barometer und Solar-Panels an dem Ballon, die den Schülern später Daten liefern sollen. "Wir waren alle sehr motiviert. Aber es war wirklich schwer, alles zu koordinieren und zu organisieren", sagt Jeremy (16). Gerade während des Homeschoolings sei das eine große Herausforderung gewesen. "Das wurde dann aber besser, als wir hier in der Schule wieder vor Ort zusammenarbeiten konnten", fügt er an. Sein Kumpel Philipp sorgt sich derweil um den etwas missglückten Start: "Wenn etwas kaputtgegangen ist, sind genug Instrumente daran befestigt, die trotz allem noch funktionieren dürften", hofft er.

Experiment in der Stratosphäre

Organisiert haben das Stratosphären-Experiment die Lehrer Melanie Elsemüller und Niko Ehrenburg. "Wir waren auf einer Fortbildung, auf der uns die Idee kam. Dann haben wir mit der Planung begonnen." Es gehe insgesamt darum, einfache Experimente unter den unnatürlichen Bedingungen in der Stratosphäre durchzuführen und die Ergebnisse mit den auf der Erde getätigten Experimenten zu vergleichen. "38 000 Meter hoch soll der Ballon steigen", so Elsemüller. Das Barometer, das der Ballon trägt, haben die Schüler selbst gebaut. "Es ging darum, sich mit diesen ganzen Dingen zu beschäftigen. Wir funktioniert ein GPS, wie baut man ein Barometer und natürlich wie baut man einen solchen Ballon?"

1000 Euro für ein Experiment

1000 Euro Budget hat die Anna-Schmidt-Schule für das Experiment zur Verfügung gestellt. "Wie so ein Ballon gebaut und befüllt wird, haben wir aus dem Internet. Es ist ein Gemisch mit 95 Prozent Helium darin", fährt Niko Ehrenburg fort. Insgesamt habe alles planmäßig funktioniert. Rund vier Stunden bleibt der Ballon in der Stratosphäre, bevor er langsam wieder Richtung Erde sinkt. "Wir haben mit den Schülern berechnet, dass der Ballon irgendwo zwischen Marburg und Kassel wieder landen wird, und hoffen, dass auch das gut geht." Und das tut es, denn am selben Abend gegen 19 Uhr kann Niko Ehrenburg den Ballon bergen. "Er lag in einem Brennnesselfeld bei Beverungen in Niedersachsen", erzählt er am Tag nach dem Experiment. "Wir werden uns genau anschauen, warum unsere Berechnungen ein ganzes Stück danebenlagen." Dem Ballon seien einige Schäden von der Landung anzusehen, sonst sei auf den ersten Blick alles intakt. Auch dem Lehrer geht es nach der Bergung gut: "Ich habe ihn mit Handschuhen aus dem Verbandskasten aus den Brennnesseln gezogen", lacht er. Nach den Ferien sollen die Schüler die Daten des Ballons gemeinsam auswerten. Hoch hinauf für die Bildung. nikals Mag

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